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Disruption: Digitaler Wandel im Mittelstand

Disruption
Digitaler Wandel im Mittelstand

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Das digitale Zeitalter bildet die Basis für zahlreiche neue Geschäftsmodelle. Wollen etablierte Unternehmen die Disruption unbeschadet überstehen, ist es an der Zeit einen strategischen Wandel einzuleiten.

Daniela Porr
Senior Product Marketing Manager bei Workday

Als disruptive Technologien werden Innovationen bezeichnet, die eine bereits bestehende, erfolgreiche Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung ersetzen oder sogar komplett vom Markt verdrängen. Disruption beschreibt den Prozess eines im Grunde ressourcenarmen Unternehmens, das große und etablierte Firmen herausfordert. Im deutschen Mittelstand, der sich stark mit Werten wie Verlässlichkeit und langfristiger Solidität identifiziert, mögen solche neudeutschen Begriffe teils nur mit Befremden aufgenommen werden. Doch in einem Umfeld, in dem die Digitalisierung immer weiter voranschreitet, müssen sich Unternehmen auf die neue, von Disruption geprägte Realität einstellen. Denn je nach Perspektive hat das Phänomen der Disruption zwei Gesichter: Für Kunden bieten revolutionäre Neuerungen oft gänzlich neue Möglichkeiten. Häufig führen disruptive Ideen zu bequemeren, benutzerfreundlicheren oder leistungsfähigeren Lösungen als bei herkömmlichen Angeboten.

KMU können sich nicht mehr vor digitalem Wandel verschließen

Für die Unternehmen, die sich hier zur Avantgarde zählen können, bieten disruptive neue Geschäftsmodelle frische Chancen, neue Marktanteile zu gewinnen und ganz neue Märkte zu durchdringen. Auf der anderen Seite kann Disruption auch unangenehme Auswirkungen haben – und zwar für diejenigen, die wichtige Neuerungen verschlafen. Wer disruptive Innovationen allein der Konkurrenz überlässt, der verzichtet auf Chancen und riskiert, am Ende am Markt das Nachsehen zu haben. Deshalb ist es inzwischen auch für den deutschen Mittelstand geboten, sich mit dem Thema Disruption zu beschäftigen und schon heute die Weichen richtig zu stellen und sich auf ein Geschäftsumfeld unter den Bedingungen disruptiver Innovation einzustellen. Denn gerade wer langfristig erfolgreich sein will, darf nicht schon morgen einem disruptiven Paradigmenwechsel zum Opfer fallen.

Neue Geschäftsmodelle dank Disruption

Die Hotel- sowie die Taxibranche stützten sich bis vor kurzem auf jahrhundertealte Geschäftsmodelle. Wohl die wenigsten ahnten, wie viel Innovationspotenzial noch in diesen Märkten steckt – bis die Verantwortlichen durch Airbnb und Uber wachgerüttelt wurden. Das Bemerkenswerte: Die beiden Unternehmen besitzen weder Fahrzeuge noch Hotels. Man mag von beiden Unternehmen halten, was man möchte, doch sie haben ihre jeweilige Branche auf den Kopf gestellt – und zwar mit Innovationen, die fast ausschließlich technologiegetrieben sind. Ihre Fähigkeit, Unterkünfte und Transportdienstleistungen schneller, einfacher, günstiger und effizienter zu vermitteln, hat sämtliche Wettbewerber unter Zugzwang gesetzt – niemand kann es sich noch leisten, einfach so weiterzumachen wie bisher.

Chancen erkennen und nutzen

Auch Mittelständler stehen vor der Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken: Ist mein Angebot angesichts der digitalen Konkurrenz noch attraktiv genug? Muss ich eine bessere Nutzererfahrung schaffen oder digitale Vertriebs- oder Marketingkanäle erschließen? Diese Übung will mit Bedacht durchgeführt werden. Eine umfassende Sicht auf alle relevanten Unternehmensdaten kann Richtungsentscheidungen stützen. Digitalisierungsprojekte haben zudem gemein, dass die Zeit drängt. Die zweite große Aufgabe für die Geschäftsleitung lautet deshalb, die Innovationsbremsen im Unternehmen zu lösen. Jetzt: Folgende sieben Tipps seien Mittelständlern diesbezüglich ans Herz gelegt, um die Chancen des digitalen Wandels für sich zu erschließen:

  • Cloud: Legacy-Systeme können zu Innovationsbremsen werden. Wer seine IT- oder Digital-Profis damit beschäftigt, Updates zu fahren oder Systeme warten zu müssen, blockiert sie für Transformationsprojekte. Cloud-Anwendungen werden vom Anbieter auf dem aktuellen Stand gehalten und skalieren mit der Entwicklung des Unternehmens.
  • Konsolidierte Systeme: Mit den Jahren sammeln sich in Unternehmen viele Einzelanwendungen für jeweils spezifische Aufgaben an. Neben der angesprochenen Update-Herausforderung verhindern diese über lange Zeit gewachsenen Infrastrukturen auch eine Gesamtsicht auf relevante Daten. Wer dagegen beispielsweise alle HR- und Finanzsysteme auf einer Plattform konsolidiert, erhält damit auch übergreifende Einblicke, die ihm bei der weiteren Planung helfen können.
  • Analysen für alle: Disruptive Innovationen gehen in Unternehmen nicht ausschließlich von der Führungsetage aus, sondern können aus allen Teilen der Belegschaft kommen. Damit sich dieses Potenzial entfalten kann, brauchen Mitarbeiter Zugriff auf die für ihren Bereich relevanten Daten. Per Rollen- und Rechtemanagement lassen sich in moderner Management-Software Zugriffe granular steuern, sodass Mitarbeiter auf Grundlage von Echtzeitdaten strategisch handeln, Entscheidungen dezentral treffen und ihre Budgets zukunftsgerichtet investieren können.
  • Skills heute: Smarte Personalsysteme helfen den Verantwortlichen bei der Zusammenstellung ihrer Innovationsteams. Skills sind für zugriffsberechtigte Manager transparent, sodass neue Teams schnell und agil zusammengesetzt werden können.
  • Skills morgen: Manager, die aus den Finanzdaten ablesen können, welche neuen Wege sich auszahlen und welche Teams diese vorantreiben, können dieses Feedback an die Personalabteilung weitergeben. Diese kann dann Aus- und Weiterbildungsprogramme priorisieren, die die jeweiligen Fähigkeiten für erfolgreiche Projekte in den Vordergrund stellen.
  • Innovationsumfeld: An Innovationsprojekten wirken oft sehr viele Mitarbeiter. Manager sollten deshalb insgesamt auf ein modernes Technikumfeld achten, denn veraltete Anwendungen, auch nur an einigen Stellen, tun dem Innovationsklima nicht gut. Niemand ärgert sich gerne mit Technologie herum – schon gar nicht die, die technikgestützt Neues schaffen sollen.
  • Betriebsrat früh ins Boot holen: Zu den wichtigsten Einflussgrößen in mittelständischen Unternehmen gehört der Betriebsrat. Auch im Rahmen von Transformationsprojekten verlangt er Mitsprache. Wenn etwa ein Unternehmen eine neue technische Lösung für das Personal- und Finanzwesen anschafft, dann möchte er wissen, ob diese seine Anforderungen an Transparenz, Datenschutz und Sicherheit erfüllen kann – besonders dort, wo es um die Verarbeitung personenbezogener Mitarbeiterdaten geht.

Digitale Transformationsprojekte in mittelständischen Unternehmen und die damit verbundene Neuausrichtung zentraler Geschäftsprozesse erfordern eine zeitgemäße technologische Basis – für kontrollierbares und nachhaltiges Wachstum sowie für strategische Innovation. Darüber hinaus ist es wichtig, alle Stakeholder in den Prozess mit einzubeziehen – angefangen bei den einzelnen Mitarbeitern, die unter den richtigen Voraussetzungen oft ihre ganz eigene Innovationskraft entfalten, bis hin zum Betriebsrat, dessen Einbindung in digitale Prozesse stets einem klaren Plan folgen muss.

Wege zum Erfolg

Wer die Mechanik der Disruption verstanden hat, kann folgendes tun: Zunächst muss Zeit freigeschaufelt werden, um den größten Frühjahrsputz aller Zeiten zu starten: Mittelständler müssen aufräumen, aus ihren vielen unterschiedlichen IT-Systemen eines machen. Ein System, das sich einfach verwalten lässt und selbständig aktuell hält; das wartungsarm und zukunftssicher ist; das alle relevanten Daten in Echtzeit aufbereitet und rollenspezifisch anzeigt.

Cloud-Lösungen erfüllen diese Anforderungen. Einige Cloud-Anbieter gehen zudem spezifisch auf deutsche Mittelständler ein und bieten Regulierungs-Compliance von Anfang an, etwa gegenüber der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Auch das spart nochmal Zeit – und gibt darüber hinaus zusätzliche Gewissheit, die für Mittelständler zentral ist.

Außerdem sollten Insights ermöglicht werden: Sind beispielsweise HR- und Finanzdaten in einem System, lassen sich aufschlussreiche Analysen fahren. Unternehmer sehen dann unter anderem, welche Projekte besonders lukrativ sind, welche Teams erfolgreich arbeiten, welche Fertigkeiten der Mitglieder diesen Teams zum Erfolg verhelfen. Diese Erkenntnisse erlauben es, Ressourcen effektiver zu nutzen, Fort- und Weiterbildung besser zu planen und das bestehende Geschäft insgesamt in die richtige Richtung zu steuern.

Des Weiteren empfiehlt sich Disruptoren früh zu erkennen: Mit den richtigen Business-Lösungen lässt sich auch frühzeitig herausfiltern, in welchen Bereichen sich Rückgänge abzeichnen. In diesen Feldern sollten Unternehmer den Markt nach neuen, disruptiven Ansätzen scannen: Handelt es sich bei diesen um den Grund für die negative Entwicklung? Lohnt es sich, selbst in diese neuen Ansätze zu investieren? Oder können die Rückgänge durch eigene, neue und digitale Geschäftsmodelle abgefangen werden?

Flexibler werden als die Konkurrenz

Fest steht, gegen ungelenkte Disruption hilft nur: Innovation. Mittelständische Unternehmen können mit neuen Konkurrenten auf dem Markt nur mithalten beziehungsweise diese überflügeln, wenn sie selbst flexibler und effizienter werden. Der Schlüssel dazu ist die IT. Moderne Cloud Software bietet ein geringes Investitionsrisiko und kann Prozesse deutlich beschleunigen. Unternehmer können schneller und strategischer entscheiden. Mittelständler sollten daher dringend ihre Optionen prüfen, um für die digitale Zukunft gerüstet zu sein.

Was die Hotel- und die Taxibranchen erlebt haben, wird früher oder später auch allen anderen Branchen bevorstehen. Wer die Konkurrenz von Disruptoren wie Uber und Airbnb auch morgen nicht fürchten müssen will, der sollte heute den notwendigen Wandel anstoßen und jetzt die Voraussetzungen schaffen, um im digitalen Zeitalter nachhaltig erfolgreich zu sein.

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