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„Die unterschiedlichen Materialansätze werden auf einen Blick vergleichbar“

Messemanager Arno Reich zu den Schwerpunkten der Industrial Supply
„Die unterschiedlichen Materialansätze werden auf einen Blick vergleichbar“

„Intelligente und grüne Zulieferprodukte bedeuten einen Wettbewerbsvorteil für die Anwender.“
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Was die Hannoveraner Zuliefermesse Industrial Supply in diesem Jahr Neues bietet und wie Besucher von den zahlreichen Sonderveranstaltungen profitieren, erläutert Arno Reich, zuständiger Abteilungsleiter der Deutschen Messe AG.

Wie wird die Industrial Supply das Leitthema der Hannover Messe ‚greentelligence’ umsetzen?

Mit ‚greentelligence’ wird der Zulieferbranche und ihrem Innovationsreichtum eine große Bühne geboten. Anknüpfungspunkte gibt es reichlich, denn energie- und materialeffiziente Produkte sowie eine Ressourcen schonende Produktion zahlen in besonderem Maße auf den Erfolg der Zulieferbranche ein. Intelligente und grüne Zulieferprodukte bedeuten einen Wettbewerbsvorteil für die Anwender. Die Aussteller der Industrial Supply belegen dies jedes Jahr.
Beispielhaft für das Leitthema steht in der Industrial Supply 2012 der Bereich Leichtbau. Dort liegt ein besonderer Fokus auf Materialien wie beispielsweise den CFK-Werkstoffen, deren Eigenschaften sehr überzeugend sind: Höchste Festigkeit, dabei Gewicht sparend und somit energieeffizient und nachhaltig. Allerdings sind Materialien mit diesen Eigenschaften nicht erst seit diesem Jahr wichtige Kriterien für Zulieferer.
Was ist neu in diesem Jahr?
Jede Menge. 60 Prozent aller industriellen Innovationen kommen aus dem Zuliefersektor. Man darf also von Ausstellerseite auf viele Neuheiten gespannt sein – auch wenn die sich nicht immer auf den ersten Blick zeigen. Von Seiten der Industrial Supply feiert in diesem Jahr der Themenpark Klebtechnik Premiere. Gemeinsam mit wichtigen Partnern aus der Branche greift die Industrial Supply das Thema strukturelles Kleben auf und integriert es in den Gesamtkontext der Veranstaltung. Der Themenpark Klebtechnik wird von 2012 an im Zweijahresturnus ausgerichtet und ist in Halle 5 im Materialumfeld positioniert. Die Ausstellungsschwerpunkte sind Rohstoffe für Kleb- und Dichtstoffe, Kleb- und Dichtstoffe an sich, Klebebänder, Anlagen und Zubehör zur Herstellung und Verarbeitung von Klebebändern sowie Kleb- und Dichtstoffen, Oberflächenbehandlung und Klebtechnik-Dienstleistungen.
Warum wird der Themenpark Klebtechnik nur alle zwei Jahre durchgeführt?
Mit dem Zweijahres-Turnus entsprechen wir dem ausdrücklichen Wunsch der Branche. Wir haben den Themenpark gemeinsam mit einem Arbeitskreis – bestehend aus dem Industrieverband Klebstoffe e. V., dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Dechema/VDI, RWTH Aachen – Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik und dem Vieweg+Teubner Verlag/Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH konzipiert. Der eindeutige Wunsch war eine zweijährige Beteiligung analog dem Innovationszyklus der Branche. Außerdem haben wir die Termine mit dem Messe-Rhythmus der Messe Essen zur Schweissen & Schneiden abgestimmt, um den Ausstellern Doppelbelastungen zu ersparen.
Themenparks Leichtbau und Klebtechnik, Werkstoff-Forum, Materials Café, Solutions Area Leichtbau – in welcher Reihenfolge kommt ein Besucher möglichst zeitsparend ans Ziel?
Das hängt einerseits von der Zielsetzung und andererseits vom jeweiligen Besucherinteresse ab. Im ‚Werkstoff-Forum Intelligenter Leichtbau meets Materials Café’ findet der Besucher thematisch relevante Hintergrundinfos und kann mit Experten rund um das Thema Werkstoffe diskutieren. Konkrete Anwendungsbeispiele mit Leichtbaulösungen aus unterschiedlichen Materialien und Konstruktionen sowie spannende Live-Demonstrationen findet er auf der Solutions Area. Die dazu passenden Anbieter und Unternehmen trifft er im Themenpark Leichtbau. Einen Besuch der Suppliers Convention sollte man auf jeden Fall ebenfalls einplanen. Denn dort kommen Zulieferer und Anwender zum branchenübergreifenden Gedankenaustausch zusammen und diskutieren, welche Technologien und Verfahren künftig eingesetzt werden, um Produkte und Prozesse umweltverträglicher und wirtschaftlicher zu gestalten und wie sich die Zulieferer als innovationsförderndes Schlüsselglied in der Prozesskette industrieller Anwendungen optimal positionieren können.
Wie stark wird die anwendungsorientierte Forschung präsent sein?
Sehr stark. Im Bereich Materialforschung stellen beispielsweise der Schauplatz Nano und das Fraunhofer IWS aus. Letzteres steht für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung von den physikalischen und werkstofftechnischen Grundlagen bis hin zur Systementwicklung. Die RWTH Aachen präsentiert sich zum Thema Klebtechnik. Darüber hinaus präsentiert sich die Clusterinitiative für Innovation und Wachstum im Bereich der Mikro- und Nanotechnologie, MNT (Mikro-Nano-Thüringen e. V.). Das IWT Bremen (Stiftung Institut für Werkstofftechnik) stellt wie die Universität Siegen im Bereich Werkstofftechnik aus; ebenso die TU München, die TU Illmenau, die Leibniz-Universität Hannover und die TU Braunschweig. Die TU Dresden und die Universität Erlangen/Nürnberg präsentieren sich jeweils zu den Themen Leichtbau und Kunststofftechnik, die TU Chemnitz fokussiert sich auf Verbundwerkstoffe und die Hochschule Landshut stellt mit ihrem Leichtbau-Cluster Landshut Innovationen im Leichtbausektor aus.
Darüber hinaus lohnt sich aber auch ein Blick in die Research & Technology in Halle 2. Dort stellen internationale Forschungsinstitute, Universitäten und Institutionen aus, deren Portfolio über die reinen Zulieferthemen hinausgeht. Materialforschung und auch Themen wie Nanotechnologien und Bionik sind hier besondere Schwerpunkte.
Gibt es messetechnisch gesehen beim Leichtbau überhaupt noch eine Lücke, die es zu schließen gilt?
Leichtbauthemen sind in unterschiedlichen Anwendungen zuhause. Die Spezialmessen nähern sich dem Thema zumeist mit dem Fokus auf nur ein Material. Auf der Industrial Supply geht es dagegen um Lösungen aus unterschiedlichsten Materialien – und um die Anwendbarkeit, die für den Nutzer im Vordergrund steht. Dadurch werden die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Materialansätze auf einen Blick vergleichbar. Die Industrial Supply und der Rahmen der Hannover Messe bieten mit dem Themen- und Leitmessenmix die ideale Plattform für diesen konkurrierenden Ansatz zur Präsentation unterschiedlicher Lösungen. Das ist der große Vorteil gegenüber rein materialgetriebenen Spezialmessen.
Mit rund 300 Ausstellern findet die Fastener Fair parallel zur Hannover Messe statt. War dort die Verbindungs- und Befestigungsthematik so wenig präsent, dass jetzt ein Gastveranstalter das Thema aufgreift?
Die Fastener Fair gibt es schon lange. Sie ist eine sehr spezialisierte und etablierte Veranstaltung, von der es eine Vielzahl an Ablegern im Ausland gibt. Mit dem Veranstalter, der MackBrooks Group, verbindet uns seit vielen Jahren eine sehr gute und enge Kooperation. Die Fastener Fair hat im Gegensatz zur Industrial Supply eine vertikale Tiefe und damit Spezialisierung, die wir innerhalb der Hannover Messe nicht erreichen können und auch nicht erreichen wollen, zumal ihre Zielgruppe in erster Linie Distributoren adressiert.
Könnte eine thematisch erweiterte Industrial Supply an Fläche noch zulegen?
Bereits heute ist die Industrial Supply im Rahmen der Hannover Messe alleine mit über 30.000 m² Nettoausstellungsfläche und mehr als 1500 Ausstellern die weltweit größte Zuliefermesse für die Industrie. Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, Branchenvertretern und Gremien, wie beispielsweise dem Fachmessebeirat, entwickeln wir die Industrial Supply natürlich permanent weiter und besetzen neue Themenfelder. Diesem Beispiel folgen auch die einzelnen Leitmessen. Somit repräsentiert die Industrial Supply eine dynamische und hoch innovative Branche, die kontinuierliche neue Trends generiert. Aus diesem Grund wird die Veranstaltung sicher in einigen Jahren anders aussehen als heute – Wachstum inklusive. Es bleibt also spannend.
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