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Virtuelles Event: Messen werden auch in Zukunft wichtiges Marketing-Instrument sein

Arno Reich, Bereichsleiter Deutsche Messe AG, zu den Hannover Messe Digital Days
„Hybride Formate werden sich in der Zukunft etablieren“

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„Wir möchten Orientierung geben sowie den Marktteilnehmern Wege aus der Krise aufzeigen“, formuliert der Messemanager Arno Reich eines der Ziele des Digitalevents. Bild: Deutsche Messe
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Digital-Event statt Präsenzmesse – anstelle der Pandemie-bedingt abgesagten Hannover Messe 2020 startet der Veranstalter am 14. Juli für zwei Tage die Digital Days. Wie der für die Industriemessen zuständige Bereichsleiter Arno Reich das virtuelle Event einordnet und welche Wirkung er sich davon verspricht, erläutert er im Interview.

❧ Dietmar Kieser

Erstmals organisiert die Hannover Messe ein digitales Event, das sich inhaltlich an der für dieses Jahr abgesagten Präsenzveranstaltung orientiert. Mit welcher Resonanz rechnen Sie?

Wir sind schon jetzt sehr zufrieden mit der Resonanz bei unseren Partnern, also den Ausstellern der Hannover Messe sowie den führenden Industrieverbänden. Viele haben sich sofort für eine Teilnahme entschieden und unterstützen aktiv dieses Event. Wir haben ein spannendes Konferenzprogramm mit Top-Speakern, Live-Diskussionen und Produktpräsentationen organisiert. Das Besondere daran ist, dass all dies wirklich live stattfindet und die Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich während des Events mit anderen zu vernetzen oder auszutauschen.

Wie organisieren Sie das Matchmaking?

Bereits bei der Registrierung hat der Teilnehmer die Möglichkeit, Bereiche oder Themen auszuwählen, für die er sich interessiert oder die er selber bieten kann. Es werden Profile angelegt, so wie wir sie zum Beispiel von LinkedIn kennen, den Rest macht die Software. Die Teilnehmer erhalten Kontaktvorschläge, können aktiv suchen und sich so mit allen vernetzen, die diese Funktion ebenfalls freigeschaltet haben.

Welches Ziel verfolgt das zweitägige Format?

Wir verfolgen damit mehrere Ziele. Zum einen hat das Thema Industrielle Transformation – unser Leitthema – durch die Corona-Krise massiv an Bedeutung gewonnen, und wir möchten mit den Digital Days Orientierung geben sowie den Marktteilnehmern Wege aus der Krise aufzeigen. Darüber hinaus möchten wir auch unseren Ausstellern die Möglichkeit geben, sich trotz des Wegfalls der Messe mit ihren Produkten und Lösungen zu präsentieren, um so einen Austausch innerhalb der Industrie Community zu ermöglichen.

Welche Schwerpunkte setzen Sie?

Inhaltlich orientiert sich das digitale Event an der Hannover Messe, es dreht sich somit alles um das Thema Industrial Transformation und damit um Automation, Energie und Logistik mit den Schwerpunkten Industrie 4.0, Digitale Plattformen, KI, 5G oder Wasserstoff und Brennstoffzellen.

Das Format ist als Konferenz gedacht. Wie kann man sich das genau vorstellen?

Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Konferenz mit Ausnahme weniger Produktpräsentationen wirklich live ist. Das bedeutet, dass die Teilnehmer per Q&A-Tools die Möglichkeit haben, in Echtzeit Fragen zu stellen oder Anregungen zu geben. Diese fließen dann durch die Moderation in die Live-Präsentation ein. Die inhaltlichen Formate bestehen aus Vorträgen, Panel-Diskussionen und Produktpräsentationen, so wie wir es von analogen Kongressen kennen. Wir werden übrigens den Hermes Award live überreichen, und auch den WomenPower-Kongress online einbinden.

Lassen sich an beiden Tagen die Themen der an Highlights überreichen fünftätigen Präsenzveranstaltung überhaupt sinnvoll abbilden?

Die Hannover Digital Days können natürlich nur Ausschnitte aus der Hannover Messe abbilden. Aber sie sind in diesen Zeiten eine gute Möglichkeit für die Industrie, sich darüber auszutauschen, welche Hebel angesetzt werden müssen, um die Folgen des Shutdowns abzumildern. Sie geben Orientierung und zeigen auf, wie die industrielle Transformation sich fortsetzt.

Werden die rund 100 teilnehmenden Partner, die Ihre Digital Days mitbestreiten, aktuelle Entwicklungen in Industrie, Energie und Logistik ausreichend widerspiegeln?

Wir organisieren die Konferenzen an beiden Tagen jeweils in vier Tracks und geben damit einen umfassenden Überblick über die Themen der Hannover Messe, auch wenn es nicht mit der Messe selber vergleichbar ist. Aber auch dort hat kein Besucher die Möglichkeit, sich alles anzuschauen. Aber im Gegensatz zur Präsenzmesse stehen die Digital Days nach dem 15. Juli auch on demand zur Verfügung – dann allerdings ohne die Möglichkeit, live zu kommunizieren und sich mit anderen Teilnehmern zu vernetzen.

Vergleichbares mussten Sie bislang nicht stemmen. Kommt das Vorhaben einem Sprung ins kalte Wasser gleich?

Mit einer Pandemie dieses Ausmaßes hatte wohl niemand von uns gerechnet. Viele Branchen sind hart betroffen und müssen nun Konzepte entwickeln, wie sie diese Krise überwinden. Das gilt auch für uns. Natürlich war es ein Sprung ins kalte Wasser, aber wir haben mittlerweile viel gelernt, wir machen ganz neue Erfahrungen, eignen uns neue Kompetenzen an und werden ein Stück weit gestärkt aus der Krise hervorgehen, denn eines ist klar: Messen werden auch in Zukunft ein wichtiges Marketing-Instrument sein.

Viele ins nächste Jahr verschobene Großmessen überbrücken jetzt die Zeit bis zum Präsenztermin mit digitalen Events. Gehört das Digitalformat für Messeveranstalter künftig zum Pflichtprogramm?

Davon gehen wir aus – auch wenn die digitalen Formate die Präsenzmesse nicht ersetzen werden. Hybride Formate werden sich aber in der Zukunft etablieren: Wir werden auf jeden Fall auch künftig Digitalformate anbieten, etwa als unterjährige Events – aber auch als Ergänzung zur Hannover Messe, um all die Besucher zu bedienen, die aus irgendwelchen Gründen nicht persönlich zur Messe anreisen können.

Messen werden künftig also digitaler und hybrider?

Diese Entwicklung sehen wir eindeutig auf uns zukommen, von daher sind wir selber gespannt auf unser erstes Digitalevent, um daraus Schlüsse zu ziehen und es so erfolgreich mit vollem Einsatz weiterzuentwickeln.

Steigt damit nicht der Aufwand für alle Akteure, wenn Sie Ihre Messen um digitale Formate ergänzen?

Wir müssen uns sehr genau anschauen, wie viel Aufwand wir künftig in welche Produkte stecken. Messen sind immer ein Spiegel des Marktes und entwickeln sich unentwegt weiter. Unsere Aufgabe ist es, Entwicklungen zu antizipieren und dann ein entsprechendes Format aufzusetzen, sei es digital oder analog. Das beinhaltet beispielsweise auch die Überführung einer bisherigen Sonderschau oder eines Forums in ein digitales Themensetting.

Ist die Zielgruppe der industriellen Unternehmen digital affin genug, um Präsentationen über Stunden hinweg am Computer zu verfolgen und Kontakte zu knüpfen?

Die Digitalisierung treibt die industrielle Transformation und damit alle Akteure. Die Aussteller und Besucher der Hannover Messe sind sehr affin, wenn es um digitale Anwendungen geht, zudem haben wir alle in den vergangenen Wochen gelernt, dass wir uns auch digital austauschen können. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass sich jeder Teilnehmer morgens einloggt und dann den ganzen Tag über alle Diskussionen verfolgt, vielmehr wird er die Vorträge oder Panels heraussuchen, die ihn am meisten interessieren. Das bedeutet für den Teilnehmer eine hohe Effizienz, und der Partner erhält dennoch die gewünschten Leads.

Weitere Informationen sowie das Programm der Digital Days finden Sie unter: www.hannovermesse.de/de/news/digital-days/hannover-messe-digital-days

Eine Übersicht zu den Produktneuheiten der eigentlichen Aussteller der Hannover Messe finden Sie auf unserer Website unter: www.industrieanzeiger.de/kategorie/technik/produkte

Kontakt:

Deutsche Messe AG
Messegelände
30521 Hannover
Tel.: +4951189–0
www.messe.de

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