Innovationsmanagement: Alle Bereiche eines Unternehmens müssen eingebunden sein

Innovation als Unternehmensstrategie

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Um starke Ideen frühzeitig zu erkennen und effizient zu guten Produkten weiterzuentwickeln, brauchen Unternehmen ein ganzheitliches Innovationsmanagement. Die Ditzinger Trumpf-Gruppe stellt ihr Modell vor.

Innovationen sind für Hochtechnologiefirmen entscheidend, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Wenn die Größe eines Unternehmens wächst, neue Mitarbeiter hinzukommen oder sich das Wettbewerbsumfeld verändert, dann reichen einzelne Innovationsprojekte jedoch nicht mehr aus. Vielmehr gilt es langfristig sicherzustellen, dass aus guten Ideen genügend innovative Produkte und Dienstleistungen entstehen und erfolgreich vermarktet werden.

Um dem starken Wachstum der letzten fünf Jahre – der Umsatz kletterte in dieser Zeit von 1,2 auf 2,1 Mrd. Euro, die Zahl der Mitarbeiter von 5700 auf 8000 – Rechnung zu tragen, hat die Ditzinger Trumpf GmbH & Co. KG ein unternehmensweites Innovationsmanagement eingeführt. Wichtige Erfolgsvoraussetzungen waren dabei:
  • ein innovationsfreudiges Unternehmensklima zu schaffen,
  • das Kreativitätspotenzial aller Mitarbeiter einzubeziehen,
  • in einer Vielzahl von Ideen die erfolgversprechendsten ressourceneffizient und sicher zu erkennen und zeitnah über das weitere Vorgehen zu entscheiden,
  • die ausgewählten Ideen professionell und konsequent umzusetzen und
  • intensive Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft einzugehen.
Für die Umsetzung des Innovationsprozesses sind hohe Investitionen notwendig. Trumpf investiert jährlich 7 bis 8 % seines Umsatzes in die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Im Geschäftsjahr 2007/2008 waren das mehr als 150 Mio. Euro.
Für ein erfolgreiches Innovationsmanagement müssen alle Bereiche des Unternehmens mit ins Boot geholt werden. Außerdem muss das Thema in der Chefetage fest verankert sein und von dieser aktiv unterstützt werden. Bei Trumpf ist Peter Leibinger fürs Innovationsmanagement verantwortlich. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Lasertechnik/Elektronik.
Das Innovationsmanagement der Ditzinger unterstützt die Geschäftsführung bei strategischen Entscheidungen. Es gestaltet und steuert im Sinne eines Moderators den Innovationsprozess oder stößt ihn dezentral an. Neben Produkten und Technologien können die Innovationen auch Geschäftskonzepte oder Prozesse betreffen.
Um die Ressourcen effizient einzusetzen, müssen die Verantwortlichen im Innovationsprozess Abbruchkriterien möglichst früh und mit minimalem Aufwand erkennen können. Deshalb untersucht Trumpf Ideen von Beginn an interdisziplinär und ganzheitlich in mehreren Stufen (Stages). An definierten Meilensteinen (Gates) wird über die Fortsetzung oder den Abbruch des Prozesses für die jeweilige Idee entschieden.
Das dezentrale Ideenmanagement bei Trumpf stößt den Innovationsprozess an und stellt sicher, dass gute Ideen erkannt und in konkrete Maßnahmen wie etwa ein Entwicklungsprojekt überführt werden. Die Ideenmanager sind in den einzelnen Produktbereichen dafür verantwortlich, möglichst viele Rohideen systematisch zu erfassen oder generieren zu lassen. Für Mitarbeiter, die eine Idee haben, sind Ideenmanager die ersten Ansprechpartner. Letztere entscheiden in erster Instanz über das weitere Vorgehen. Erfolgversprechende Ideen mit einem hohen Innovationsgrad arbeiten Mitarbeiter und Ideenmanager gemeinsam soweit aus, dass an definierten Prozessabschnitten eine erste Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden kann.
Der bildliche Vergleich mit einem Laserresonator veranschaulicht die wesentlichen Elemente des Systems:
  • Das Unternehmen bietet eine kreativitäts- und innovationsfreundliche Kultur.
  • Eine systematische Anregung durch Informationen über den Markt, den Wettbewerb oder Technologien und ein Anreizsystem stimulieren die Kreativität der Mitarbeiter.
  • Die übergreifende Bündelung der Kompetenzen fokussiert die Ideen und ermöglicht eine wechselseitige Anregung.
  • Systematische Prozesse und standardisierte Instrumentarien führen dazu, dass gute Ideen umgesetzt werden.
Zentral verantwortlich für den Innovationsprozess ist bei den Ditzingern der Bereich New Business Development. Er koordiniert das dezentrale Ideenmanagement. Letzteres ist wiederum in einzelnen Bereichen oder Standorten die Basis für Innovationsprozesse und bearbeitet neue Themen und Aufgabenstellungen. Das New Business Development und das Ideenmanagement bilden das Innovationsteam, einen gruppenweiten Arbeitskreis. Er vernetzt die Mitarbeiter und damit bereichsübergreifend Wissen, sorgt für einen Erfahrungsaustausch, schafft Weiterbildungsangebote und ist ein Forum zum Quer- und Transferdenken. Während das New Business Development die Prozesse zentral koordiniert, ist das Ideenmanagement dezentral für Innovationsideen zuständig. Entsprechend dieser Aufgabenstellungen unterscheiden sich die Kompetenzprofile eines Ideenmanagers und eines Mitarbeiters im Bereich New Business Development. Der dezentrale Ideenmanager setzt den Schwerpunkt auf das Wissen und das Verständnis der für seinen Bereich relevanten, eigenen Technologien, Produkte und Zielmärkte. Hingegen muss ein Mitarbeiter im New Business Development über ein breitgefächertes technologisches Verständnis mit strategischem Gespür und eine hohe Methodenkompetenz verfügen. hw
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