Energiemanagement

ISO 50003 ergänzt ISO 50001

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Die neue ISO-Norm 50003 ergänzt künftig die ISO 50001. Damit wird von Unternehmen künftig ein Nachweis über die fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung gefordert.

Dominik Weeger
Marketing Manager Energiemonitoringsysteme, Division Energy Management, Siemens, Nürnberg

Regelt die bestehende ISO 50001 die Einführung und Umsetzung eines betrieblichen Energiemanagements, so ergänzt die neue DIN ISO 50003 die damit verbundenen Aufgaben um einen wesentlichen neuen Punkt: Sie fordert als Voraussetzung für die (Re-)Zertifizierung gemäß ISO 50001 den Nachweis der kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz. Wörtlich heißt es in Kapitel 5.9 der Norm: „Die Bestätigung der fortlaufenden Verbesserung der energiebezogenen Leistung ist für die Ausstellung der Re-Zertifizierung notwendig.“ Konkret bedeutet das: Der Energieauditor muss im Rahmen des ISO 50001-Zertifizierungsaudits die fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung im Unternehmen kontrollieren und belegen. Die weltweit gültige Norm ISO 50003 wurde 2014 als Ergänzung zur bestehenden Norm ISO 50001 veröffentlicht. Im Oktober 2017 endete die mit der Neuveröffentlichung verbundene Übergangsfrist. Seitdem müssen Unternehmen die neuen Vorgaben im Zertifizierungsprozess für Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 umsetzen. Dies gilt ebenso für Unternehmen, die sich im Rahmen eines Erstaudits erstmals nach ISO 50001 zertifizieren lassen, wie auch für eine erfolgreiche Re-Zertifizierung zur Erneuerung des ISO-50001-Status.

Ganzheitlicher Ansatz notwendig

Die Umsetzung eines Energiemanagements gemäß ISO 50001 erfordert mehrere Schritte: von der Entwicklung einer betrieblichen Energiepolitik bis zur abschließenden Zertifizierung. Dabei müssen die Maßnahmen in den Bereichen Energiebeschaffung, -versorgung und -nutzung sorgfältig aufeinander abgestimmt sein. Aus diesem Grund ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der vor allem das Management fordert: Der bewusste und sorgfältige Umgang mit Energie muss für alle Mitarbeiter in den Unternehmen selbstverständlich sein.

Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Optimierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der Energieverbräuche fortlaufend erfasst, Effizienzmaßnahmen entwickelt und das optimale Konzept umsetzt. Von der Konzept-entwicklung bis hin zur Implementierung und zum Betrieb einer effizienten Energieversorgung müssen alle Unternehmensebenen einbezogen werden. Und schließlich muss der Vorgang Transparenz über den gesamten Lebenszyklus von Produkten schaffen, zum Beispiel durch permanente Datenerfassung und Visualisierung aller Energieflüsse. So lassen sich Potenziale identifizieren, mit denen die Energiekosten nachhaltig gesenkt werden können. Die Schaffung von Transparenz ist damit die zentrale Aufgabe beim Umsetzen der ISO 50001.

Energiemonitoring als Basis

Energiemonitoring-Systeme sind das zentrale Werkzeug, um die in der Norm ISO 50001 und 50003 formulierten Ziele zu erreichen. Sie erfassen die Energieströme eines Unternehmens in allen Produktions- und Nebenanlagen, analysieren den Energieverbrauch und werten ihn aus. Aus diesem Datenmaterial lassen sich dann Einsparpotenziale bestimmen und kontinuierliche Verbesserungen erzielen.

Siemens begegnet dieser Aufgabe mit der Energiemonitoring-Software Powermanager sowie Messgeräten aus dem Sentron-Portfolio. Das komplette Paket mit Software, Messgeräten und Schaltern wurde vom TÜV Rheinland auf Konformität zur Unterstützung eines Energiemanagementsystems gemäß ISO 50001 zertifiziert. Die Messung von elektrischen Energiedaten wie Spannungen, Strömen, Leistungen, Energiewerten und Frequenzen erfolgt in der Regel direkt über Messgeräte der hauseigenen Reihe 7KM PAC. Das Monitoring der erfassten Energieströme erfolgt über die Energiemonitoring-Software. Sie überwacht und archiviert die von den Geräten erfassten elektrischen Kenngrößen. Hardwareseitig benötigt der Powermanager einen Windows-PC und ein LAN-Netzwerk für Ethernet (Modbus TCP). Auf dem PC werden die Leistungsmittelwerte der überwachten Kenngrößen in Ganglinienform angezeigt und können so miteinander verglichen werden. Lastgänge verschiedener Fertigungslinien oder Firmenstandorte lassen sich damit gegenüberstellen. Ebenso zeigt die Software Störungen in der Energieverteilung an. Die Darstellung der Berichte ist in Form von vorinstallierten Vorlagen möglich, zum Beispiel mit Kostenstellenzuordnung, im Messwertevergleich oder als Dauerlinie.


ISO 50000er-Reihe wächst weiter

Über die neue ISO 50003 hinaus lohnt sich ein Blick auf ein weiteres Zusatzdokument der ISO-50000-Familie: Im Fokus der neuen ISO 50006 stehen Kennzahlen rund um die Energieleistung eines Unternehmens. Die Norm beschreibt praxisnah den Weg zu aussagekräftigen Daten (Energieleistungskennzahlen, EnPI) und zu einer soliden energetischen Ausgangsbasis (EnB). Dabei unterscheidet sie zwischen vier Typen von Kennzahlen: absolute und relative Energieleistungskennzahl sowie statistisches und technisches Modell. Die vier Typen unterscheiden sich in ihrer Komplexität und in der Art und Weise, wie sie gebildet werden. Damit steht für jeden Anwendungsbereich eine adäquate Energieleistungskennzahl zur Auswahl.

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