IT

Mankenberg baut ERP-Lösung weiter aus

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Der Lübecker Armaturenhersteller Mankenberg nutzt ein prozessorientiert arbeitendes Auftragsmanagementsystem, um sein Projektgeschäft wirtschaftlich zu steuern.

Manuel Göpelt
Fachautor in Köln

Die Hanseaten arbeiten seit 2002 mit dem integrierten Auftragsmanagementsystem ams.erp. Die speziell für die Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung ausgelegte Business-Software vernetzt die Prozessbereiche Fertigung, Disposition, Einkauf, Materialwirtschaft, Montage, Versand und Servicemanagement in einer durchgängigen IT-Lösung. Hinzu kommen die Bereiche Finanzbuchhaltung, Personalwesen, Controlling, Zeitwirtschaft und Dokumentenmanagement. Mankenberg nutzt diese integrierte Sicht auf seine Wertschöpfung, um seine Liefertermine zu halten und die Aufträge wirtschaftlich zum Erfolg zu führen. Ob selbsttätige Regelventile für Raffinerien oder Präzisionsregler für die Pharmabranche – in nahezu allen Industriezweigen regeln die Produkte des 1885 gegründeten Unternehmens Druck und Niveau.

Gemeinsame Datenhaltung

Grundlage der IT-Lösung ist die gemeinsame Datenhaltung entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Hierbei bildet das ERP-System den zentralen Integrationshub für alle Vertriebs-, Entwicklungs-, Produktions-, Logistik- und Kundenprozesse im Unternehmen. Zusätzlich zur fortlaufenden Ermittlung des Fertigstellungsgrads nutzt Mankenberg die daraus resultierende Transparenz dazu, die Kosten der laufenden Aufträge zu ermitteln. Auftragsbegleitend erhalten die verantwortlichen Mitarbeiter darüber Auskunft, inwieweit die Fertigungsprojekte noch im ursprünglichen Zeit- und Budgetplan liegen.

Im Sinne einer kontinuierlichen Prozessverbesserung interessieren sie sich dabei vor allem für die Abweichungen. „In der Fertigung erstellen wir uns jeden Tag aufs Neue eine Übersicht der Buchungen, die unsere Zeitvorgaben spürbar gerissen haben“, erläutert Fertigungsleiter Sven Kretzschmar-Hagelstein. Hier permanent am Ball zu bleiben, so der erfahrene Ingenieur weiter, sei extrem wichtig. Am jeweils nächsten Tag bekomme man im Gespräch mit den Mitarbeitern noch sehr gut heraus, was zu den entsprechenden Buchungen geführt hat. Spätestens nach einer Woche werde es dann jedoch ungleich schwieriger, die Gründe für eine Planabweichung noch rekonstruieren zu können.

ERP-Lösung kalkuliert laufend mit

„Ursachen für Abweichungen können ganz profane Dinge sein, wie etwa, dass ein Bohrer abgebrochen ist oder dass eine Arbeitsunterbrechung schlicht und ergreifend nicht gebucht wurde“, erklärt Kretzschmar-Hagelstein. „Was uns aber viel stärker interessiert, sind all diejenigen Arbeitsgänge, bei denen die kalkulierten Zeiten bereits aus rein prozessbezogenen Gründen nicht gereicht haben.“ Auch bei Standardventilen seien solche Ist-Informationen extrem wichtig. Nur dann könne man fortgesetzt beurteilen, inwiefern sich die unterschiedlichen Artikel tatsächlich kostendeckend fertigen lassen.

Treten Diskrepanzen auf, so prüfe man, an welchen Stellen der Prozesskette sich die Kosten gegebenenfalls noch senken lassen oder ob sich unter Umständen auch eine konstruktive Überarbeitung der jeweiligen Baureihe lohnt. Vor diesem Hintergrund hält der Fertigungsleiter fest: „Für uns ist die mitlaufende Kalkulation ein außerordentlich wichtiges Werkzeug, um herauszufinden: Wo genau verdienen wir unser Geld? Und wo nicht?“ Außerordentlich wichtig sei dies gerade auch bei der Beurteilung von Sonderlösungen. Vor allem dann, wenn Lösungen verkauft werden, für die zum Zeitpunkt des Auftragseingangs keinerlei Zeichnungen und Stücklisten vorliegen. Hier helfe das integrierte Auftragsmanagementsystem, die Risiken eines solchen Projektes auf ein handhabbares Maß zu begrenzen.

Einsatz von Dashboards

Ungeachtet seiner bereits sechzehnjährigen Erfahrung mit der ERP-Lösung treibt Mankenberg den Ausbau der Lösung weiter voran. Eine der wichtigsten Neuerungen der jüngeren Vergangenheit war die Einführung von Controlling-Dashboards, die projektübergreifend auf die Auftragsinformationen in ams.erp zugreifen und wichtige Geschäftskennzahlen in Echtzeit aufbereiten. Die Kennzahlen dienen der Überwachung wichtiger Meilensteine in den Projekten, dem unternehmensweiten Kapazitäts- und Materialmanagement sowie der Budgetüberwachung und der Prognoserechnung. Mankenberg nutzt die Informationen als Gesprächs- und Entscheidungsgrundlage der Steuerungsrunden, zu denen sich die Geschäftsführung und die Bereichsleiter einmal in der Woche zusammensetzen.

Die Dashboards seien ein besonders gutes Beispiel dafür, welchen Mehrwert das integrierte Auftragsmanagement für das laufende Projektgeschäft bringt, hebt Geschäftsführer Axel Weidner abschließend hervor und erläutert dies am Beispiel der Termintreue in den Projekten: „Im Umgang mit unseren Kunden spielen unsere Lieferzusagen eine zentrale Rolle. Durch das ERP-System haben wir eine unternehmensweite Lieferübersicht, mit der wir unsere Termintreue sichern. Gleichzeitig bekommen wir fortgesetzt Hinweise darauf, wo in unserer Wertschöpfungskette Prozessoptimierungen möglich sind. Mit diesen Informationen etablieren wir einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit als Spezialist für selbsttätige Regelventile.“


Der Anwender

Der Armaturenhersteller Mankenberg ist nach eigener Aussage deutscher Marktführer für selbsttätige Regelventile aus tiefgezogenem Edelstahl, die in nahezu allen Industriezweigen Druck und Niveau regeln. Mit einer Fertigungstiefe von nahezu 100 % wickeln die Lübecker rund 7200 Aufträge pro Jahr ab. Während Standardventile innerhalb von 48 Stunden geliefert werden, kommen Engineering-intensive Investitionsaufträge auf Laufzeiten von bis zu einem Jahr und länger. Das Unternehmen beschäftigt derzeit fast 200 Mitarbeiter. Die Ausbildungsquote liegt bei rund 11 %. Seit Jahren erzielt der Zulieferer ein solides einstelliges Geschäftswachstum. 2018 lag der Umsatz bei 18,6 Mio. Euro.



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