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MES trifft Fertigungsplattform

IT-Lösungen
MES trifft Fertigungsplattform

MES trifft Fertigungsplattform
IT-Anbieter geben ihren Usern schon heute die Möglichkeit, ihre MES-Services individuell in ihre eigene Systemlandschaft zu integrieren. Bild: panuwat/stock.adobe.com
MES-Lösungen bilden die stabile Basis für die Abwicklung digitaler Produktionsprozesse. Integrative Fertigungspattformen gewinnen als Bestandteil einer Smart Factory ebenfalls weiter an Bedeutung. Mit dem Ziel, vertikale und horizontale Integrationen für die Unternehmen ressourcenschonend zu realisieren, schaffen sie Optimierungspotenziale im Bereich einer digitalisierten Produktion.

» Johannes Kienesberger, Team Leader Presales Industrie Informatik, Linz/Österreich

Für die Experten des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist klar: Ein verschärfter Wettbewerb erfordert auf internationalem Parkett eine kontinuierliche Optimierung der Wertschöpfungsprozesse. MES-Lösungen seien dabei wichtige Werkzeuge auf dem Weg zu einer Smart Factory, heißt es im VDMA-Papier „Mehrwert durch Software“. Ausgestattet mit umfangreichen Funktionalitäten, werden die Systeme zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt in der Fertigung und können so gesamtheitliche Prozesse abbilden und optimieren. Fakt ist auch: Softwaresysteme, Technologien und Anwendungen kämpfen um ihren Platz in der Wertschöpfungskette. Der Anwender selbst sei mit all dem schnell überfordert und suche nach standardisierten Lösungen, die eine zeitnahe Integration unterstützen. An dieser Stelle kommt die Fertigungsplattform ins Spiel.

Fertigungsplattform orchestriert MES-Services

Vorweg gilt es zu sagen, dass sich an der zentralen Rolle des MES-Systems nichts ändert. Eine Öffnung nach außen ist allerdings notwendig, da die Prozesse einer Smart Factory immer flexibler werden. Die Anzahl an Geräten für das industrielle Internet der Dinge wächst und der Austausch über Schnittstellen ist nicht mehr zu bewältigen. Anbieter geben ihren Usern daher schon heute die Möglichkeit, ihre MES-Services mittels moderner Kommunikationstechnologien individuell in die eigene Systemlandschaft zu integrieren. Eine zukunftsfähige Fertigungsplattform stellt sich diesen Aufgaben, um all die nötigen (Einzel-)Komponenten zusammenzuführen und zu orchestrieren.

In der Studie „Plattformökonomie im Maschinenbau“ des VDMA, der Deutschen Messe und der Beratungsgesellschaft Roland Berger heißt es weiter: „In Verbindung mit IoT-Technologien bieten digitale Plattformen die Möglichkeit, Maschinen und Anlagen zu vernetzen und digitale Services mit Skaleneffekten zu nutzen.“ Wichtig ist hierbei, dass Unternehmen darauf achten, möglichst viel Standard-Software und -technologien einzusetzen, damit einerseits die Zeit bis zur reifen Lösung verkürzt werden kann und andererseits einzelne Komponenten austauschbar bleiben. Einer Vendor-Lock-in-Situation – also der Abhängigkeit von einzelnen Anbietern – könne somit vorgebeugt werden.

Vollständige Integration als oberstes Ziel einer Fertigungsplattform

Eine Fertigungsplattform muss immer das Ziel verfolgen, vertikale und horizontale Integrationen für die Unternehmen ressourcenschonend zu ermöglichen. Optimierungspotenziale, die sich daraus ableiten lassen, sind vielseitig. Ein Beispiel ist etwa Realtime Integration, also die Echtzeitintegration von Daten und Funktionen. Eine Fertigungsplattform wie Cronetworld von Industrie Informatik ermöglicht die Zusammenführung aller produktionsrelevanten Softwaresysteme, Technologien und Anwendungen zu einem homogenen Ganzen. Voraussetzung dafür ist ein einheitliches, systemübergreifendes User Interface und eine offene Schnittstellen- und Kommunikationsebene des zentral angesiedelten MES, um die einfache Anbindung peripherer und fremder Systeme zu ermöglichen.

Verbesserte Nachvollziehbarkeit von Prozessen in einer Fertigungsplattform

Eine Grundlage für den Erfolg einer Fertigungsplattform sind die angewandten Basistechnologien. Während das MES mit seinen Standard-Funktionalitäten und bewährten Datenstrukturen die notwendige Stabilität liefert, braucht es auf dem Weg zur Smart Factory neue Technologien, um die uneingeschränkte Systemintegration zu ermöglichen. So schafft beispielsweise ein leistungsstarker Service-Bus die Basis für Realtime Integration und somit ein System zur Nutzung von Daten und Funktionen aller Shopfloor-Anwendungen. Daraus entsteht eine verbesserte Nachvollziehbarkeit von Prozessen über mehrere Systeme hinweg – inklusive Steuerungs- und Monitoring-Möglichkeiten. Ein weiterer Vorteil der Service-Bus-Technologie ist die Tatsache, dass sie sowohl für die horizontale Integration (etwa die Kommunikation mit PLM) als auch für die vertikale Integration (zum Beispiel OPC-UA, S7, MQTT, M2M – und Edge-Funktionen) geeignet ist.

Unter Anwendung leistungsstarker Kernsysteme (MES) und geeigneter Integrations- und Kommunikationstechnologien kann eine Fertigungsplattform wie Cronetworld ihre Muskeln spielen lassen. Indem Standard-Funktionen in einzelne Services zerlegt werden, die sich wiederum mit anderen Services kombinieren lassen, schafft man die Grundlage für individuelle Lösungen. Beispielhaft sind hier die Bestrebungen der Fertigungsindustrie rund um das Thema Low-Code-Development. Diese Technologie erlaubt trotz geringerer Entwickler-Skills qualitative, unternehmensspezifische Applikationen schnell und einfach zu entwickeln.

„Mit Low Code Digitalisierung praxisnah realisieren“

„Unsere VisionX-Low-Code-Plattform ermöglicht die flexible Erweiterung, Individualisierung und Integration der Fertigungsplattform ‚cronetworld’ in einer bestehenden Systemlandschaft“, sagt Roland Hörmann, CEO des Low-Code-Anbieters SIB Visions. „User können Web- und native mobile Applikationen erstellen, welche Excel-Sheets, manuelle Prozesse und Dateneingaben ersetzen oder bestehende Systeme standortübergreifend verbinden, Dashboards erstellen oder Use-Case-spezifische Formulare statt komplexer ERP-System-Masken bereitstellen. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. All das kann von IT-affinen Mitarbeitern erledigt werden, ohne auf erfahrene Softwareentwickler zurückgreifen zu müssen“, so Hörmann weiter. Ob Low-Code- und No-Code-Lösungen für den Kundennutzen von Bedeutung sind, ist von deren Bedürfnissen sowie von der Herangehensweise und dem Personal abhängig. Wenn sich individuelle Anforderungen per No Code lösen lassen, ist dies hinsichtlich der Transparenz der Lösung und der Implementierungsgeschwindigkeit ein Vorteil.

Low- und No-Code versus klassische Softwarelösungen

„Low Code ist immer eine Lösung, um Digitalisierung praxisnah durch die im Unternehmen handelnden Personen zu realisieren – statt endloser Diskussionen am grünen Tisch mit wenig greifbaren Ergebnissen“, meint Hörmann. „Damit verlieren Unternehmen nicht den Anschluss in der agilen und digitalen Welt und können zudem die Wettbewerbsvorteile ausbauen.“

Die Vorteile von Low Code liegen für Hörmann in der Geschwindigkeit und Flexibilität der Digitalisierung und in der Prozess-Automatisierung durch Web- und mobile Applikationen. Dass Low-Code-Lösungen in Zukunft die traditionelle Softwareentwicklung ersetzen können, glaubt er nicht: „Die klassische Softwareentwicklung wird immer notwendig sein, um komplexe oder spezifische Anforderungen umsetzen zu können.“

Fazit: MES und Fertigungsplattform

Ein leistungsstarkes MES im Kern, zukunftsfähige und integrative Technologien als Brückenbauer und Anbieter, die wissen wovon sie reden: Die Fertigungsplattform der Zukunft ist bereits in der Realität angekommen und somit der wesentliche Erfolgsfaktor einer Smart Factory.

Kontakt:
Industrie Informatik GmbH
Wankmüllerhofstraße 58
4020 Linz, Österreich
www.industrieinformatik.com


Im Überblick

Low-Code-Lösungen ermöglichen zwar Geschwindigkeit und Flexibilität der Digitalisierung. Sie werden die traditionelle Softwareentwicklung aber nicht ersetzen.



Hier finden Sie mehr über:
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 9
Ausgabe
9.2022
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