KI-Systeme Kooperation Forschung und Industrie als Entwicklungsprojekt

KI-Systeme

Kooperation Forschung und Industrie als Entwicklungsprojekt

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Prof. Dr.-Ing. Martin Ruskowski ist seit 1. Juni 2017 Leiter des Forschungsbereichs Innovative Fabriksysteme am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Er weist kleinen und mittleren Unternehmen Wege in Richtung KI.

Das Interview führte Michael Grupp

Ist KI ein Thema für KMU, Herr Professor?

Ja, natürlich! Auch kleine Unternehmen sollen vom Expertensystem der KI profitieren. Ein Beispiel: Im Bereich der Maschinenwartung kann der Betreiber mit Hilfe der KI seine Diagnosedaten aufnehmen, analysieren und mit den Daten derselben Maschine in anderen Unternehmen vergleichen. Beim Einsatz von Algorithmen geht es genau um solche Datenerfassung und -auswertung. Anhand des gelernten Wissens können Entscheidungsbäume aufgebaut werden. KMU mit KI-Systemen können damit künftig bei Entscheidungen unterstützt werden, für die sie keine eigenen Experten vorhalten können oder müssen. Dieses Wissen stammt aus der Zusammenschau von vielen Daten aus vielen Unternehmen – kleinen, mittleren und großen.

Sind die Forschungsergebnisse des DFKI für KMU direkt umsetzbar?

Das DFKI leistet bereits seit über 30 Jahren Grundlagenforschung im Bereich der KI, wodurch wir heute anwendungsnahe Methoden zur Verfügung haben. Wir arbeiten mit Erfahrungswerten und können Unternehmen Algorithmen über die aktuell entstehenden Cloud-Plattformen zur Verfügung stellen. Unser Ziel ist es, mit KMU konkrete Anwendungsfälle zu bearbeiten: zum Beispiel innerhalb von Forschungsprojekten, bei denen ein KMU als direkter Anwendungspartner gefragt ist. In solchen Konstellationen aus Forschung und Industrie können beide Parteien gemeinsam voneinander lernen und sinnvoll vorankommen.

Welche Themen beschäftigen KMU derzeit am meisten?

Im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern geht es in Bezug auf KI vor allem um die vertikale Integration – also um die Frage, wie man den Maschinenpark in einer Cloud-Plattform abbildet, um mit den gewonnenen Daten dann die Produktion zu optimieren. Kurz gesagt: Die Unternehmer wollen ihre Maschinen und das, was sie tun, digital abgebildet sehen.

Wie einfach ist die Umsetzung?

Die große Herausforderung besteht darin, dass man erst mal in der Lage sein muss, Daten überhaupt generieren zu können. Denn diese Daten sind die Voraussetzung dafür, dass Algorithmen angewendet und Auswertungen gefahren werden können. Die Realität in der Produktion heute ist, dass man aus den meisten Maschinen im laufenden Betrieb kaum Daten herausziehen kann. Teilweise besitzen die Maschinen zwar bereits die notwendigen Sensoren, diese sind aber nicht von außen zugänglich. Mit den neu am Markt verfügbaren Edge Gateways verschiedener Hersteller ist es möglich, diese Daten herauszufiltern und in den neu entstandenen, cloudbasierten IIoT-Plattformen abzuspeichern. Auf die gleiche Weise lassen sich auch weitere Sensoren in die Datenerfassung integrieren.

Was ist die Aufgabe der Cloud-Plattformen?

Bei diesen neuen Produktionsplattformen oder auch Industrial Internet of Things-Plattformen (IIoT) handelt es sich um neue Lösungen, wie sie beispielsweise von Adamos, Axoom, Connyun, IBM oder Siemens angeboten werden. Diese digitalen Geschäftsplattformen unterstützen produzierende Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Für welche Branchen ist KI besonders relevant?

Am interessantesten sind die Lösungen für prozessorientierte Produktionsschritte und die Optimierung von Produktionsprozessen. Die reine Stückgutanalyse ist deutlich komplexer, weil die Logistik mit ins Spiel kommt. Momentan funktioniert der Einsatz von Algorithmen vor allem noch bezogen auf Einzelmaschinen. Da die praktische Anwendung erst noch am Anfang steht, fehlt bisher der große Überblick.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit von DFKI mit KMU?

Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit und die grundlegende Richtung geben üblicherweise wir als DFKI vor, aber die konkrete Anwendung definieren wir zusammen mit unseren Partnerunternehmen. Wir führen gemeinsam einzelne Entwicklungsprojekte bis hin zu gemeinsamen Forschungsprojekten auf EU-Ebene durch. Wenn wir Anfragen aus der Industrie erhalten, prüfen wir immer, ob sich diese mit den Inhalten eines unserer Forschungsprojekte decken. Alle Formen der Zusammenarbeit sind möglich. Firmen sind eingeladen, sich mit Fragen und Ideen bei uns zu melden!

Welche Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit gibt es?

Hierbei gibt es keine formalen Voraussetzungen in Bezug auf Branche oder beispielsweise Firmengröße. Aber es ist wichtig, ein Projekt rund um KI nicht als Konstruktionsprojekt zu verstehen, sondern als Versuchsballon mit offenem Ausgang. Ein Unternehmen sollte deshalb Experimentierfreude und Offenheit mitbringen und seinen Mitarbeitern ausreichend Freiraum geben, um sich intensiv mit dem Projekt beschäftigen zu können. Letztlich muss die Unternehmensleitung uneingeschränkt hinter dem jeweiligen Thema stehen.

Wie sieht der Einstieg in eine Zusammenarbeit aus?

Dem Mittelstand bieten wir Unterstützung rund um die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 über das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern an. Hier agiert das DFKI als Projektpartner in den Forschungsbereichen Innovative Fabriksysteme und Wirtschaftsinformatik. Kleine und mittlere Unternehmen sind eingeladen, sich bei unserem Info-Center zu melden.

www.kompetenzzentrum-kaiserslautern.digital, Kontakt: Nina Obreschkova, E-Mail nina.obreschkova@komz-kl.de

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