Standort Italien wird für Unternehmer immer attraktiver

Lokale Besonderheiten von entscheidender Bedeutung

Die Risiken für Investitionen in Mailand sind völlig andere als in Neapel. Daraus einen Durchschnittswert abzuleiten, wie in vielen Länderrankings, bringt keine Erkenntnis. (Bild: Oliver Weber/Pixelio)
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Weit über das bekannte Nord-Süd-Gefälle hinaus bietet Italien ein sehr differenziertes Bild. So sind bereits die Unterschiede von Stadt zu Stadt enorm. Wer genau hinsieht, findet attraktive Standorte.

Robert Scheid Germany Trade & Invest (gtai), Repräsentant Italien/Mailand

Generalisierende Urteile über Italien führen unweigerlich zu Fehleinschätzungen. Italien als amorphe Einheit zu definieren, führt dazu, dass dieses uneinheitliche Land bei Länderrankings in der Regel schlechter abschneidet als angemessen. Es wird auf eine Stufe mit Ländern gestellt, die in Wirklichkeit weit hinter Italien rangieren müssten. So hat Italien seine Position im Doing-Business-Report der Weltbank um 8 Plätze auf Platz 65 verbessert. Im OECD-Vergleich liegt das Land indes vor Griechenland an vorletzter Stelle. Die schwerfällige Bürokratie, das komplizierte Steuersystem und eine ineffiziente Justiz bleiben Hürden.
Jedes Ranking von Italien im Ganzen muss deshalb mit Skepsis betrachtet werden. Der Mittelwert von Indikatoren für Bozen in Südtirol und Palermo in Sizilien hat keinen Aussagewert. Die Risiken für Investitionen in Mailand sind vollkommen andere als in Neapel, daraus einen Durchschnittswert abzuleiten, bringt keine Erkenntnis.
Die Vielfalt Italiens spiegelt sich nicht nur im Nord-Süd-Gefälle von Einkommen und Arbeitsmoral wider, sondern zeigt sich auch von Kommune zu Kommune in der unterschiedlichen Auslegung von Rechtsvorschriften. Das Land wird geprägt von typischen, patriarchalisch geführten Familienbetrieben.
Länderrankings sind in hohem Maß Grundlage für unternehmerische Entscheidungen geworden, für Italien sollten sie aber einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden –
zumindest in Bezug auf die betroffene Region innerhalb des Landes und empfehlenswert auch auf kommunaler Ebene.
Vor diesem Hintergrund hat die Weltbank Ende 2012 zum ersten Mal verschiedene Städte in Italien unter die Lupe genommen und einen ausführlichen Bericht mit dem Titel „Subnational Doing Business“ herausgebracht ( www.doingbusiness.org/reports/subnational-reports/italy). Hierin werden die erheblichen regionalen Unterschiede im Land durch die Untersuchung von 13 Städten von Norden nach Süden berücksichtigt und ein Vergleich innerhalb des Landes hergestellt. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend.
Die Kernaussagen des Berichts zeigen ein sehr differenziertes Bild, das weit über das bekannte Nord-Süd Gefälle hinausreicht. So ist es laut der Studie in Bologna (Emilia-Romagna) am einfachsten, Baugenehmigungen zu erhalten und Grundeigentum zu registrieren, während die Rechtssicherheit in Turin (Piemont) am höchsten ist. Padua (Venetien) und Catanzaro (Kalabrien) sind danach die besten Standorte für Unternehmensgründungen.
Die Unterschiede von Stadt zu Stadt sind zum Teil enorm. Eine Baugenehmigung in Catanzaro oder Palermo (Sizilien) zu erhalten, dauert durchschnittlich sechs Monate. In Neapel (Kampanien) und Campobasso (Molise) muss ein Unternehmen drei Monate warten, während ein Genehmigungsverfahren in Mailand lediglich einen Monat benötigt.
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