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Produktpräsentation der Zukunft - in VR und AR

AR/VR in Sales und Marketing
Produktpräsentation der Zukunft – in VR und AR

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Augmented und Virtual Reality können Firmen auch in den Bereichen Sales und Marketing unterstützen: Produkte werden so erlebbar und lassen sich via AR und VR leichter mit Emotionen verknüpfen. Aber es bedarf auch neuer integrativer Konzepte.

Torsten Fell
Leiter Institute for Immersive Learning in Werdum

Gerade Messen und Veranstaltungen leiden unter der aktuellen Situation der Corona-Pandemie: Reihenweise werden Events wie eine Hannover Messe, eine Automatica oder Technologietage von Unternehmen verschoben oder final abgesagt. (Wir berichteten, alles nachzulesen unter: www.industrie.de/arbeitswelt/coronavirus-messen) Technologien wie Virtual – (VR) und Augmented Reality (AR) kommen hier wie gerufen. VR- und AR-Brillen bieten Kunden und Partnern die Möglichkeit, Produkte und Lösungen in der virtuellen Welt gemeinsam mit Beratern und Experten in Echtgröße zu begehen und zu erleben. Hierfür benötigt der Referierende einer virtuellen Veranstaltung ein VR-Headset oder je nach Machart ein geeignetes Smartphone. Damit steht dann ein unendlich großer interaktiver Beratungsraum zur Verfügung, in dem alle Produkte, Varianten und Lösungen präsentiert werden können.

Virtual Reality als Messestand – Das Event kommt ins Homeoffice oder an den Arbeitsplatz

Solch eine Lösung könnte, sobald wieder Live-Treffen möglich sind, sogar in einen physischen Messestand oder ein Kundenevent eingebaut werden. So könnten in Zukunft begrenzte physische Messestände virtuell unendlich erweitert werden und Firmen können noch stärker auf eigene Leistungsangebote aufmerksam machen, ohne etwa mehr Geld für mehr Platz auf einer Messe auszugeben. Dabei lassen sich auch sachliche und emotionale Kommunikation spielerisch miteinander kombinieren. In VR steht das Erlebnis im Mittelpunkt des Geschehens. Die Produkte sind nicht nur statisch, sondern können in Anwendungen interaktiv gezeigt werden.

Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen setzen diese Technologien bereits ein, ein Beispiel ist auch die Coca Cola Company für ihr gleichnamiges Süßgetränk. Mit einer AR-Brille können Kinder beispielsweise in die zauberhafte Weihnachtswelt des Produzenten eintauchen. Einen Einblick sehen Sie auf dem Youtube-Kanal des Herstellers: www.youtu.be/fFL2Dk2HYro?t=5

VR im Einsatz zur Projektplanung

Mit sogenannten VR-Kollaboarations-Lösungen ist es auch möglich, sich virtuell mit einem Kunden zu treffen und das nächste Projekt zu planen oder gemeinsam das Produkt nach den Kundenwünschen zu konfigurieren. Dies kann so weit gehen, dass die individuelle Konfiguration gemeinsam erarbeitet werden können oder Produkte interaktiv vorgestellt werden.

Virtuelle Showrooms

Auch die Möglichkeit einen virtuellen Showroom anzubieten und so Produktpräsentation und den Bereich Sales zu unterstützen wird zunehmend umgesetzt. So hat zum Beispiel der Baumaschinenhersteller Liebherr einen Showroom mit virtuellen Produkten umgesetzt, der gemeinsam von Kunde und Berater über den Browser in 3D begehbar ist und so zur Produktpräsentation in virtuellen Verkaufssituationen genutzt werden kann. Auch kann der Kunde über das Internet selbständig die Produktwelt eines Unternehmens erkunden und so einen ersten Eindruck bekommen. Auch der Automobilist VW hat so etwa eine komplette virtuelle Motor-Show umgesetzt, um so den ausgefallenen Auftritt des Genfer Auto-Salons zu kompensieren.

Für eine virtuelle Show wird meist technologisch eine 360 °-Ansicht oder VR eingesetzt, in noch seltener Fällen kommt auch AR zum Einsatz, um Produkte als Hologramm auf den Tisch zu stellen oder in die reale Welt einzublenden und diese zu erweitern.

Verkaufschancen mit AR-Brille nutzen

Im Gegensatz zu VR hat AR den Vorteil, nicht auf teure Headsets angewiesen zu sein. Die Technologie lässt sich mit verschiedenen mobilen Ausgabegeräten wie Tablet-PCs und Smartphones aus jeder Hosentasche heraus konsumieren. Auf dem Smartphone oder Tablet-PC ergänzt AR-Software das Live-Bild der Kamera um virtuelle und digitale interaktive Elemente, die auf dem Display sichtbar werden (Hologramme).

Mit AR können Konsumgüter, genauso wie Industrieprodukte in ganzheitliche Marketingkonzepte eingebunden werden. Die bestehenden Produktflyer können genutzt werden und beispielsweise mit AR interaktiv und digital erweitert werden. Dabei dienen bestehende Grafiken oder Produktabbildungen als sogenannte Marker, die mithilfe einer App über das mobile Gerät zum Leben erweckt werden können. Auch interaktive 3D-Modelle können damit auf das bestehende Print-Material positioniert werden. Der Kunde oder Berater kann das Produkt so neuartig darstellen und erläutern. Dabei sind einmal hinterlegte Marker in verschiedenen Unterlagen nutzbar. Auch kann so die Visitenkarte zu einem digitalen Erlebnis werden, wenn etwa der eigene Avatar oder Zusatzinformationen auf der Karte platziert wird.

Mit AR in die Welt der Produktion

Selbst bei Aufmaß von individuellen Lösungen können mithilfe der AR-Funktionen interessante Verkaufsmomente geschaffen werden. Ein Beispiel: Auf einer Baustelle geht es um die Fensterfront. Mit dem Tablet-PC wird das Aufmaß gemacht, im Online-Store mit dem Kunden die gewünschte Fassade ausgewählt und über die AR-Funktion lebensgroß in die echte Welt projiziert.

Selbst bestehende physische Produkte können über sogenannte AR-Objekterkennung mit zusätzlichen Marketinginformationen ergänzt und erweitert werden. Ein prägnantes Beispiel mit AR ein Kundenerlebnis zu schaffen, hat etwa Thyssenkrupp: Eine AR-Brille direkt beim Kunden erlaubt neben der Aufnahme der individuellen Kundenbedürfnisse, auch die direkte Verzahnung mit der Produktion.

Online einzusehen unter: www.youtube.com/watch?v=w4Pxfp7PQm0

Online-Shop der Zukunft – AR über Google-Search

Künftig werden wir allerdings keine gesonderten Software-Lösungen mehr benötigen. Google hat bereits in einer ersten Beta-Version die Möglichkeit umgesetzt, über die Standardsuche im Browser 3D-Objekte zu finden und als AR-Objekt darzustellen. Diese können direkt mit zwei Gesten als AR-Objekt auf dem mobilen Gerät in Lebensgröße in einen Raum platziert werden. Konkret bedeutet dies: Ein potenzieller Kunde sucht nach einem Produkt aus dem Leistungsangebot und erhält wie bisher zum Beispiel die Treffermenge Website, Youtube-Video und Social-Media-Einträge.

Nun steht auch ein 3D-Objekt vom eigenen Produkt in der Suche. Der Kunde kann dieses nun aus der digitalen Welt als AR-Objekt ohne Marker in seine physische Umgebung holen und von allen Seiten her anschauen, drehen und vergrößern oder verkleinern. Dies kann etwa mit Tieren bereits heute selber ausprobiert werden. Probieren Sie es mal aus: Geben Sie einen der Begriffe Hai, Hund oder Schlange aus der Tierwelt in die Google-Suchmaske ein und lassen Sie sich diese ins Wohnzimmer katapultieren. Bisher war hierzu eine eigene App notwendig. Ein bekanntes Beispiel um den Kaufprozess zu unterstützen, ist etwa die Ikea Place App mit der es möglich ist, aus einem virtuellen Shop Möbel zu Hause zu platzieren und zu bewerten, ob diese von Form, Farbe und Größe zum Rest passen. Um sich dies anzusehen ist nur ein Mobile Device notwendig.

AR und VR mit Emotionen verknüpfen

Neben vielfältigen Umsetzungen und Einsatzszenarien von 360 °-Darstellungen, VR und AR muss aber auch über die intelligente Aufbereitung der Inhalte nachgedacht werden. Neben Cross-Device-Ansätzen ist auch die neue Rolle der Berater im virtuellen Raum ein Thema. Neue Funktionen, Interaktionsvarianten mit dem Kunden und ein fehlendes non-verbales Feedback der Kunden sind als Herausforderungen zu nennen. Es muss ein Gesamtkonzept erstellt werden, bei dem alle bestehende digitalen Kanäle und die neuen Chancen von VR/AR einfließen und verzahnt werden. Wenn Kunden keine VR-Headsets besitzen, sollten diese mit der entsprechenden Technik ausgestattet werden. Hier kann zusätzlich bei der Verpackung mit AR ein Markenerlebnis geschaffen und Zusatzinformationen untergebracht werden. Die Verbindung zwischen Konsumenten und Marke kann so einfach emotionalisiert und erlebbar gemacht werden.


Serie Virtual und Augmented Reality

Mit unserer Serie beleuchten wir die Einsatzmöglichkeiten von Virtual und Augmented Reality in der produzierenden Industrie. Die bisher erschienenen Beiträge finden Sie auch online auf unserer Website.

Dies ist der letzte Teil der Serie.

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