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Hannover Messe 2018: Mexiko als Industrieland im Aufschwung

Hannover Messe 2018
Mexiko als Industrieland im Aufschwung

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Mexiko ist als Industrieland im Aufschwung. Bild: JEGAS RA/Fotolia
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Mexiko ist der Partner der diesjährigen Hannover Messe und vor allem in der Automobilbranche führend. Von der Zusammenarbeit verspricht sich nicht nur Mexiko Vorteile.

Die diesjährige Hannover Messe findet vom 23. bis 27. April statt und hat mit Mexiko erstmals ein lateinamerikanisches sowie ebenfalls zum ersten Mal ein spanischsprechendes Partnerland. Diese Zusammenarbeit gibt Mexiko die Chance, sich als wettbewerbsfähiger Industriestandort zu zeigen. Dass es inzwischen als solcher angesehen werden kann, liegt nicht nur an der konstanten Wirtschaftslage, den zahlreichen Partnerschaften und Handelsabkommen, der modernen logistischen und digitalen Infrastruktur, sondern auch am steigenden Bildungsniveau der Mexikaner. Um letzteres bemüht sich die Regierung durch die Einführung dualer Berufsausbildungen im mittleren Bildungsweg, was durch zahlreiche staatliche Stellen, Privatinitiativen und bisher 300 Firmen in 15 Bundesstaaten unterstützt wird.

Auch die geographische Lage von Mexiko ist aufgrund der Nähe zu Südamerika und den USA ein Erfolgsgrund. Nicht zuletzt deshalb gibt es dort viele Produktionsstandorte amerikanischer und europäischer Unternehmen. Auch einige renommierte deutsche Firmen haben in Mexiko Standorte. Dazu zählen beispielsweise Festo, SAP, Siemens, T-Systems, ABB, HPE, Dassault Systèmes und General Electrics. Auch Bosch ist bereits seit 1982 in Mexiko vertreten und Continental gibt an, dass sie 19 Werke und vier weitere Zentren für beispielsweise Forschung und Finanzen mit 24 000 Mitarbeitern aufgebaut haben. Somit sind deutsche Unternehmen auch wichtige Arbeitgeber für die mexikanische Bevölkerung und nach Aussage der Unternehmen können die von Kunden gestellte Leistungs- und Qualitätsanforderungen auch mit Standorten in Mexiko bedient werden.

Die Bedeutung der deutsch-mexikanischen Wirtschaftsbeziehung betont auch Mexikos Botschafter in Deutschland, Rogelio Granguillhome: „Der Handel zwischen Mexiko und Deutschland macht 40 % vom mexikanischen Handel mit der EU aus.“

Industrie hat 30 % Anteil am Volkseinkommen

Das südamerikanische Land hat sich in den letzten Jahrzehnten so stark entwickelt, dass der Industrieanteil am Volkseinkommen bei fast 30 % liegt und das Land laut VDMA „wichtigster Absatzmarkt für die deutsche Maschinenbauindustrie in Lateinamerika“ ist. Ebenso gilt es weltweit als sehr aktiv im Bereich erneuerbare Energien, da inzwischen Wasserkraftwerke mehr als 18 % des Strombedarfs abdecken.

Aufgrund dieser rasanten Entwicklung befindet sich Mexiko inzwischen auf Platz 24 des „Atlas Economic Complexity“, der von der Harvard University und dem MIT herausgegeben wird und produktives Know-how, Hersteller und Export hochentwickelter Produkte für den Weltmarkt beurteilt. Das spiegelt sich auch im aktuellen Platz 15 der Exportnationen wieder. Mexikos Exportrate liegt höher als die Brasiliens und laut VDMA nur knapp unter der von Kanada. Gemessen am BIP ist die Exportquote daher knapp 36 %. Im Vergleich dazu liegen die Werte der USA bei 8 % und die von Deutschland bei 38,6 %. Weitere Ränge, die Mexiko belegt, sind Platz 12 der Importnationen und dass sich Mexiko unter den Top 10-Nation bei genehmigten Patentanmeldung befindet.

Führende Rolle in der Automobil-Branche

Der mexikanische Markt für Maschinenbau hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Inzwischen belegt das Land Platz 4 der größten Automobil-Exporteure. Das liegt auch an den Investitionen deutscher Firmen wie zum Beispiel Continental, die dazu folgende Information geben: „Das Unternehmen hat in den vergangenen fünf Jahren einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in seine mexikanischen Standorte investiert. Für die kommenden fünf Jahre bewegt sich die Investitionssumme auf vergleichbarer Höhe.“

Daher sind Mexikos industrielle Hauptbereiche neben Luft- und Raumfahrt, Elektro, Öl und Chemie vor allem Automobil und Autoteile.

Mexiko auf der Hannover Messe

Unter dem Motto „México excede expectativas“ (auf deutsch: Mexiko übertrifft Erwartungen) will sich das Land auf der deutschen Messe innovativ, voller Tatendrang und selbstbewusst präsentieren. In Hannover werden 150 mexikanische Aussteller von Unternehmen, Institutionen und Wirtschafts-/Politikvertretern erwartet. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Industrie 4.0, Energie und Umwelttechnologien, Berufsausbildung, Start-ups und Investitionen aus dem Ausland.

Da Mexiko immer noch als „Schwellenland“ gilt, das hinter Italien und Frankreich zurückliegt und über eine schwache IT-Infrastruktur sowie wenig Ingenieure mit 4.0-Kompetenz verfügt, erhoffen sich die Landesvertreter viel von der Hannover Messe. Botschafter Granguillhome sieht die Industriemesse als Startpunkt für eine neue Ära beidseitigen Handels und Investitionen. 2018 könnte ein entscheidendes Jahr für die mexikanische Wirtschaft werden, weshalb das südamerikanische Partnerland neue Bündnispartner und Investoren sowie das Voranbringen des Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union ersucht. Aktuell bestehen laut des Verbands VDMA bereits mit 46 Ländern Freihandelsabkommen. Von der Zusammenarbeit während und nach der Messe verspricht sich nicht nur das Land selbst Vorteile, da auch das südamerikanische Umland von Fortschritten in Mexiko profitiert und Mexiko als Impulsgeber für die Region bezeichnet werden kann. Somit kann die diesjährige Partnerschaft von Mexiko und der Hannover Messe als wichtig beurteilt werden. Der mexikanische Botschafter in Deutschland Granguillhome fasst die Messezusammenarbeit folgendermaßen zusammen: „Für Mexiko handelt es sich um eine Maßnahme von wirtschaftspolitischer Bedeutung und wir freuen uns schon sehr darauf, unsere Beziehungen zu Deutschland, der Europäischen Union und der ganzen Welt vertiefen und voranbringen zu können.“ (lc)


Mexikanische Messestände 2018:

  • Hauptstand in Halle 27: strategische Partner aus Politik,
  • Wirtschaft, Bildung
  • Weitere Stände finden Sie in:
  • Forschungshalle 2 (Forschung- und Entwicklungszentren)
  • Halle 5 (Werkstoffe und Metallverarbeitung),
  • Halle 6 (Industrie 4.0, Digitalisierung, Automatisierung),
  • Halle 13 (Energie),
  • Halle 17 (Start-ups, IT-Lösungen in der Industrie),
  • Halle 21 (Logistik)
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