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Mit Reformen aus der Krise

Deutsche Unternehmen investieren in Portugal
Mit Reformen aus der Krise

VW investiert rund 770 Mio. Euro in das Montagewerk in Quinta do Anjo, rund 30 km südlich von Lissabon. (Foto: VW)
Auslandsmarkt | Langsam arbeitet sich Portugal aus der Wirtschaftskrise. Der Stau aus Rezessionsjahren, die positive Nachfrageentwicklung und wachsende Zuversicht haben die Unternehmen 2014 verstärkt investieren lassen. Ein Überblick. §

Autor: Alexander Gölz

Portugal hat die vergangenen drei Jahre genutzt, um über 100 umfangreiche Strukturreformen durchzuführen. Unter anderem wurde das Haushaltsdefizit deutlich zurückgeführt, der Arbeitsmarkt flexibilisiert und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gestärkt. Das Land will sich so attraktiver gestalten und die wirtschaftliche Wende schaffen. Laut Experten der staatlichen Agentur für Investitionen und Außenhandel Portugals, die für Exportförderung, Internationalisierung der portugiesischen Unternehmen sowie ausländische Investitionen zuständig ist, bietet Portugal ausländischen Investoren eine Reihe von Wettbewerbsvorteilen. Außerdem wurden seit 2013 folgende Reformen durchgeführt:

  • vier Feiertage weniger
  • drei Tage Sonderurlaub wurden abgeschafft
  • Stundenkontosystem
  • Bezahlung von Überstunden um 50 % gesenkt
  • Abfindungen bei Kündigung auf EU-Durchschnitt gesenkt und Grenzwert festgesetzt
  • Neuregelung verkürzt Kündigungsfristen.
Nur geringe Marktregulierungen
Portugal stieg im OECD-Ranking der „Product Market Regulation“, und belegt momentan Platz 7 in der Liste der am wenigsten restriktiven Länder in der EU-28. Die Arbeitslosigkeit im Land ist von 18 % (2013) auf aktuell 13 % gesunken. Deutschland ist nach Spanien der zweitwichtigste Handelspartner Portugals. So wurden 2014 Waren im Wert von 7,5 Mrd. Euro nach Deutschland exportiert. Immer wichtiger für die Exportwirtschaft Portugals wird auch der Handel mit Schwellenländern wie Indien, China oder Russland. Die Schwerpunktcluster Portugals: Automobilindustrie, Flugzeugbau, Maschinen- und Werkzeugbau, Petrochemie und Chemie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie.
Vor allem im Automobil- und Maschinenbausektor sind deutsche Unternehmen aktiv und haben eigene Standorte und Tochtergesellschaften in Portugal. Von den großen Automobilisten sind Toyota, VW, Isuzu und die französische PSA-Gruppe in Portugal aktiv. VW beschäftigt in Portugal rund 3600 Mitarbeiter und erzielte in 2014 einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro. Vor Ort gibt es rund 670 Zulieferer, der Local Content beläuft sich auf rund 62 %. Die Wolfsburger investieren rund 770 Mio. Euro in das Montagewerk in Quinta do Anjo, 30 km südlich von Lissabon. Bosch ist bereits seit 1911 in Portugal und unterhält heute drei Standorte, in denen rund 3300 Mitarbeiter arbeiten. Das Stuttgarter Unternehmen fertigt in seinen drei Dependancen Automotive Systeme wie beispielsweise Infotainment-Lösungen, Thermo-Solutions, Sicherheitssysteme, Power Tools sowie Teile für den Automotive Aftermarket. Bosch investiert in Portugal pro Jahr rund 5 Mrd. Euro F+E.
Die Auslandsnachfrage brachte weiteren Auftrieb für Portugals Maschinenbau, der von Januar bis September 2014 2,3 Mrd. Euro exportierte. Das sind 2,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Maschinen und elektrische Ausrüstungen sind die wichtigsten Exportprodukte. Das Land bietet allerdings noch einen absoluten Exportschlager: die Korkeiche. Portugiesische Naturkorken haben einen Weltmarktanteil von über 50 %. •
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