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Mitarbeitergeführte Prozesse besetzen Schlüsselrolle

Digitalisierung
Mitarbeitergeführte Prozesse besetzen Schlüsselrolle

Mitarbeitergeführte Prozesse besetzen Schlüsselrolle
Die Vernetzung und Unterstützung der operativen Mitarbeiter sorgt dafür, dass diese zufriedener und erfüllter arbeiten. Bild: Gorodenkoff / stock.adobe.com
Industrieunternehmen und Fabriken befinden sich in einer Zeit des stetigen Wandels. Sie müssen sich noch stärker als andere Konzerne Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel und zunehmend komplexeren Produktionsabläufen stellen und benötigen mehr denn je eine größere Widerstandsfähigkeit ihrer Produktion. Mitarbeitergeführten Prozessen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Denn die Mitarbeiter sind in der Produktion unersetzlich und wichtiger als jemals zuvor – gerade in der Ära der zunehmenden Digitalisierung. Mitarbeiter ohne eine entsprechende digitale Unterstützung können kaum die benötigte Widerstandsfähigkeit und Flexibilität erreichen.

» Benjamin Brockmann, Co-Founder und CEO, Operations 1

In der Produktion finden sich heute immer noch viele komplett papierbasierte Abläufe. Doch die Konsequenz von Papierdokumentation ist eine geringe Transparenz (in den Abläufen) und das Errichten enormer Einstiegs- oder Umsetzungshürden für die Mitarbeiter: Denn gerade jüngere, noch unerfahrene oder anderssprachige Mitarbeiter benötigen einfache und intuitive Unterstützungen ihrer Arbeitsweisen und eingängige Handreichungen. Es braucht neue Mittel und Wege, die dabei helfen, sich auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren zu können, wie zum Beispiel die Prüfung und Abnahme oder Reparatur einer Maschine in der Instandhaltung. Auch die Suche nach Informationen, die manuelle Dokumentation von Prozessen oder das Kopieren von Daten kosten zu viel Zeit, langweilen oder nerven die meisten Mitarbeiter, was zu einer hohen Unzufriedenheit führen kann. Unterstützt man jedoch Mitarbeiter bei der effizienten und sicheren Durchführung von operativen Prozessen und kümmert sich um nachhaltige Problemlösungen, trägt man damit gleichzeitig auch Sorge für zufriedenere, erfülltere Mitarbeiter.

Digitale Teilhabe – aber für Wissensarbeiter UND die Operativen

Die Mission muss es sein, alle Mitarbeiter zu stärken, die operative Exzellenz von Unternehmen zu steigern und die Zukunftsfähigkeit der Produktion zu sichern.

Diskutiert man Nachhaltigkeit, geht es längst nicht mehr nur um kurzfristige Herausforderungen wie Rohstoffengpässe oder Lieferkettenprobleme, sondern um mitarbeiterzentrierte Digitalisierung, sinnvolle Automatisierung und eine Werteorientierung, die die Lebens- und Arbeitswelt für alle Beteiligten nachhaltiger und wertvoller gestaltet. Heute sind glücklicherweise Themen wie die Defossilisierung von Fabriksystemen, CO2-neutrale Produktion oder Zirkularwirtschaft längst auf der Tagesagenda. Im Fokus steht auch der intensive Austausch mit Führungskräften der innovativsten Fabriken des Landes. Der immer bedrohlicher anwachsende Fachkräftemangel macht uns klar, wie wichtig es ist, in Weiterbildung und Work Experience zu investieren, gleichzeitig muss ein Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen werden, das Mitarbeiter nachhaltig motiviert und hält. Gemeinsam erfolgreich zu sein, kann ein Schlüsselelement hierfür sein.

Mit Bedacht statt Big Bang

Große Disruptionen haben vielleicht in anderen Bereichen ihren Platz, bei kontinuierlichen Verbesserungsprozessen empfiehlt es sich jedoch, mit Bedacht und Ausdauer vorzugehen.

Die Diskrepanz zwischen der Vernetzung von Maschinen und Menschen liegt auf der Hand. Selbst zehn Jahre nach der Prägung des Begriffs ‚Industrie 4.0‘ arbeiten viele operative Mitarbeiter immer noch mit einer Vielzahl an analogen und komplexen Systemen. Es ist bedauerlicherweise zum schlimmen Standard geworden, dass sich Mitarbeiter in zehn Tools gleichzeitig zurechtfinden müssen: Stift und Papier, Handbücher, implizites Wissen, Drucker, Referenzdokumente, komplexe ERP-Interfaces, manuelle Sensordaten-Übertragungen, manuelle Datenbankeinträge, entkoppeltes Task Management, physisches Archiv und so weiter. Hier ist es meiner Ansicht nach essenziell, Informationsflüsse zu vereinen und die Mitarbeiter fundiert zu vernetzen. Es bringt nämlich tatsächlich viele unmittelbare betriebswirtschaftliche Vorteile mit sich, Mitarbeiter in eine digitale Organisation einzubinden und ihnen kontextbasierte Informationen bereitzustellen.

Plädoyer für mehr Support für den Shopfloor

Laut einer McKinsey-Studie weisen kollaborative Prozesse immer noch 30 % Effizienzverluste auf. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels können diese schmerzlich sein. Welche Rolle spielt das heute für die großen Herausforderungen produzierender Unternehmen?

Durch die kontextbasierte Informationsbereitstellung und Vernetzung der Mitarbeiter steigt die Flexibilität von Unternehmen enorm. Es hat sich gezeigt, dass neue Mitarbeiter deutlich schneller produktiv sind, diese flexibler für unterschiedliche Tätigkeiten eingesetzt werden können und Prozesswissen nachhaltig gesichert wird. Die vermeintliche Eliminierung der „typischen Papierdokumentation“ geht also weit über die Effizienzgewinne durch weniger Dokumentenbearbeitung sowie Vermeidung manueller Datentransfers und Wegezeiten hinaus. Die Vernetzung der operativen Mitarbeiter steigert die Resilienz des gesamten Produktionsbetriebs.

Die unmittelbar messbaren betriebswirtschaftlichen Vorteile liefern jedoch auch starke Argumente, sich mit dem Thema der vernetzten Arbeit intensiv zu befassen. Bei den Kunden von Operations 1 wurden beispielsweise Reduktionen von 60 % im Bereich Maschinenstillstandzeiten gemessen, siebenstellige Einsparungen durch Insourcing von Instandhaltungsdienstleistungen, einen Rückgang von Fehlerraten um 55 % und allein Kosteneinsparungen im sechsstelligen Bereich durch Eliminierung der Papierdokumentation. Es lohnt sich also.

Trotz großer Innovationsoffensiven der führenden Fabriken Deutschlands besteht häufig noch eine Diskrepanz, wie dynamisch und „mitarbeitergerecht“ die Systeme vor Ort wirklich sind. Zwar ist der Digitalisierungsgrad häufig schon sehr hoch, es ist jedoch ein massiver Unterschied, ob PDFs auf einem vertikalen Touchscreen angezeigt werden und der Mitarbeiter durchscrollt, oder ob eine interaktive, dynamische Lösung im Einsatz ist, über die der Mitarbeiter kommunizieren sowie Informationen rückmelden kann und wo er durch mediale Inhalte wie Videos reichhaltige Informationen bereitgestellt bekommt.

Mitarbeiterzentrierung ist das A und O

Nachhaltigkeit ist zu Recht eines der wichtigsten Themen der gesamten Wirtschaftswelt geworden. Gleichzeitig ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass auch die Vernetzung und Unterstützung der operativen Mitarbeiter ein großes Tätigkeitsfeld ist und auch bleiben wird. Wichtig ist hier das Credo: Immer pragmatisch Schritt für Schritt vorgehen, die Mitarbeiter mitnehmen, statt sie abzuhängen. Kurz: Jeder Handlungsschritt, jede Entscheidung sollte mitarbeiterzentriert vorgenommen und geteilt werden.

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