Mit neuem Testverfahren MySkills Mitarbeiter finden

Berufliche Fähigkeiten entdecken und nutzen

Anzeige
Der von Arbeitsagentur und Bertelsmann Stiftung entwickelte Test „MySkills“ soll versteckte Qualifikationen offenlegen. Mit dem Test für den Beruf „Fachkraft für Metalltechnik“ etwa stellen Produktionsbetriebe die Fähigkeiten eines Menschen schnell fest. Das kann jemand aus Deutschland ohne Abschluss sein wie auch der syrische Flüchtling, dessen Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt wird.

„Die Fachkräfteknappheit ist mittlerweile die mit Abstand größte Sorge der Betriebe in Deutschland“, bringt Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse einer DIHK-Umfrage auf den Punkt. Fast jede zweite Firma beklagt demnach, dass Arbeitskräfte fehlen. Grade auch im Bereich der Metalltechnik ist der Mangel an fähigen Mitarbeitern zu einem echten Problem geworden.

Suche nach voll ausgebildeten Fachkräften wird immer schwerer

Viele Unternehmen suchen voll ausgebildete Alleskönner. Aber die sind immer schwerer zu finden. Dabei erledigen heute schon 70 % der sogenannten „Ungelernten“ Aufgaben und Standardtätigen von Fachkräften. Mitarbeiter, die über langjährige Erfahrung verfügen, aber eben nicht über einen Ausbildungsabschluss.

Neuer Test zeigt, was Menschen mit Berufserfahrung können

Das Testverfahren MySkills zeigt, welches berufliche Handlungswissen sich Arbeitnehmer am Arbeitsplatz angeeignet haben, die keinen formalen oder in Deutschland anerkannten Berufsabschluss haben. Das können Flüchtlinge aus Syrien sein, aber auch viele Deutsche, die heute nicht mehr in ihrem ursprünglichen Ausbildungsberuf arbeiten.

So funktioniert MySkills

MySkills ist ein computergestützter, videobasierter Test, der vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur durchgeführt wird. Um Sprachbarrieren zu verringern, ist der Test in sechs Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Türkisch. Er dauert ungefähr vier Stunden. Den Teilnehmer werden rund 120 Fragen zu konkreten beruflichen Handlungssituationen gestellt. Derzeit gibt es den Test auch für den Beruf des Metalltechnikers. Im Jahresverlauf werden Tests für 30 Berufe zur Verfügung stehen.

Ausgangspunkte: Ausbildungsordnung und betriebliche Anforderungen

„Der MySkills-Test ist in unterschiedliche Handlungsfelder aufgeteilt, die an der tatsächlichen beruflichen Praxis und am aktuellen deutschen Ausbildungsstandard ausgerichtet sind“, sagt Eugen Haferstein, Metalltechnik-Ausbildungsmeister an der Fortbildungs-Akademie Reckenberg-Ems und einer der MySkills-Testentwickler für den Beruf Metalltechniker.

„Die Testfragen wurden so zusammengestellt, dass man wirklich sehen kann, ob jemand praktische Berufserfahrung in den verschiedenen Handlungsfeldern hat oder nicht“, betont Frank Menge, dort ebenfalls leitender Ausbildungsmeister und MySkills-Testentwickler. „Das geht von der Herstellung von Bauteilen mit handgeführten Werkzeugen und Maschinen über das Drehen und Fräsen von Einzelteilen, das Montieren und Demontieren von Baugruppen und Metallkonstruktionen, das Umformen und Trennen von Blechen und Rohren bis hin zum Schweißen von Bauteilen und Baugruppen aller Art.“ Neben Haferstein und Menge haben zahlreiche Vertreter der Innungen, Kammern, Ausbildungsmeister, Betriebsinhaber und Unternehmensvertreter aus Handwerk und Industrie an den konkreten Fragestellungen und Testanforderungen mitgearbeitet.

„Wichtig ist, die Ergebnisse des Tests richtig zu interpretieren“, sagt Menge. „Denn der Test ist schwer. Wenn jemand mit einem Testergebnis von zwei Punkten in einem Handlungsfeld kommt, dann können Arbeitgeber diesen Kandidaten unter Anleitung schon in diesem Gebiet einsetzen. Bei drei Punkten in einzelnen Handlungsfeldern ist da jemand, der wirklich etwas kann und direkt eigenständig einsetzbar ist. Für so jemanden ist der Weg zur Fachkraft nicht mehr weit. Vier Punkte erreicht nur ein Spitzen-Facharbeiter oder vielleicht ein Einserkandidat von der Berufsschule.“

Geringeres Investment bei der Arbeitnehmersuche

„Für Arbeitgeber erhöht der MySkills-Test die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bewerber bereits anschlussfähige Fähigkeiten in bestimmten Handlungsfeldern hat“, so Menge. „Jeder Arbeitgeber kann in Zukunft auch gezielt bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter nachfragen, wenn er jemanden mit bestimmten Fähigkeiten sucht. Dadurch hat er ein geringeres Investment bei der Arbeitnehmersuche, das Risiko einer Fehlbesetzung sinkt und er kann einsetzbare Talente finden, die er aufgrund der Sprachbarriere sonst nie gefunden hätte.“

Über das Jobcenter gefördert weiterbilden

„Und wenn sich jemand gut anstellt, gibt es immer die Möglichkeit, diesen Menschen intern oder über das Jobcenter gefördert weiterzubilden, damit er eine Qualifikation bekommt“, ergänzt Haferstein. „Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Über MySkills öffnet sich einfach ein neuer Weg, um mittelfristig an Fachkräfte zu kommen.“ dk

Mehr Informationen zu MySkills unter

www.myskills.de und

https://www.arbeitsagentur.de/myskills

Hier klicken zum Video der Deutschen Welle

Beispiele erfolgreicher Vermittlungsfälle für den Test-Beruf Kfz-Mechatroniker in die Lkw-Produktion von MAN in München:

MySkills im Einsatz: Hossein Kowsaris Chance bei MAN Truck & Bus: Hier klicken!

MySkills im Einsatz: Mahmod Ahmadi Zaman bekommt einen Job bei MAN Truck & Bus. Hier klicken!

Ergebnisübersicht MySkills für den Beruf „Fachkraft Metalltechnik“. Bild: Bundesagentur für Arbeit
Anzeige

Industrieanzeiger

Titelbild Industrieanzeiger 16
Ausgabe
16.2019
LESEN
ABO

E.ON: Energie für Unternehmen

E.ON für Unternehmen

Energielösungen für Unternehmen

Video aktuell

Greiferintegration leicht gemacht: Die Zimmer Group zeigt, wie es geht.

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Tipps der Redaktion

Unsere Technik-Empfehlungen für Sie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Unsere Partner

Starke Zeitschrift – starke Partner

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de