Modernes Personalrecruiting

Personalrecruiting

Fachkräfte finden 4.0

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Im Recruiting von Personal gibt es etliche neue Ansätze, um die Suche nach geeigneten Mitarbeitern zu vereinfachen. Entscheidend sind die richtigen Algorithmen. Bild: Tierney/Fotolia
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Der Fachkräftemangel in der Industrie nimmt zu. Laut einer DHIK-Umfrage sehen mittlerweile sechs von zehn Unternehmen hierin eine Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung. Dass laut Befragungen etwa 80 % aller Berufstätigen in Deutschland sich scheuen, Aufwand in eine Bewerbung zu stecken, erschwert die Personalsuche zusätzlich. Immer mehr Unternehmen nutzen deshalb neben Headhuntern auch KI und Algorithmen, um digital nach passenden Kandidaten zu fischen.

Silke Blumenröder
Journalistin und Kommunikationsberaterin aus Schorndorf

Die Personalsuche ist derzeit an einem Wendepunkt. Analysen zeigen, dass Stellenanzeigen nicht mehr die gewünschten Erfolge haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Stellenangebote gedruckt sind oder auf einem Karriereportal online stehen. Die meisten Beschäftigten sind entweder zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz und damit passiv – oder nur latent suchend. Schätzungen gehen davon aus, dass bundesweit mehr als 300.000 Stellen schwer zu besetzen sind. Für Arbeitnehmer, die zwischen 60.000 und 120.000 Euro Jahresgehalt beziehen, ist das Stellenangebot am größten – die Nachfrage jedoch am geringsten. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen kämpfen häufig um Fachkräfte.

KI hilft bei der Personalsuche

Weil klassische Stellenanzeigen oft nicht den gewünschten Erfolg brachten, nutzt ein süddeutscher Dienstleister mit knapp 50 Mitarbeitern inzwischen künstliche Intelligenz bei der Personalsuche: „Früher habe ich selbst stundenlang auf Webseiten wie Xing oder LinkedIn nach passenden Kandidaten gesucht“, sagt Personalleiterin Lisa B.; heute lädt sie das Stellenprofil für den IT-Spezialisten, den das Unternehmen dringend braucht, bei der Matching-Plattform instaffo hoch, die Zugang zu mehr als 30.000 geprüften Kandidaten des verdeckten Bewerbermarktes hat. „Wir suchen Mitarbeiter, die offen, verantwortungsvoll und unkonventionell sind“, beschreibt die 29-Jährige Soft Skills, die zur Firmenkultur passen müssen. Deshalb sei wichtig, dass bei der digitalen Suche neben der Fachkompetenz auch weiche Fakten abgeglichen werden. Lisa B. war mit dem automatisierten Rekrutieren erfolgreich: „Bereits der zweite, vorgeschlagene Kandidat war ein Volltreffer.“ Seit Frühjahr ist der neue Kollege im Team.

Neue wissenschaftliche Ansätze könnten Bewerbungsprozess ändern

Die Digitalisierung im Personalwesen befürwortet drei Viertel von 1.000 befragten Unternehmen, bezogen auf IT-Firmen sind es sogar acht von zehn. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Bamberg. Die Forscher sehen weitere Instrumente, mithilfe derer Firmen und Fachkräfte einander begegnen könnten. Anforderungen und Fähigkeiten lassen sich etwa spielerisch abgleichen – Gamification nennt sich diese Art der Rekrutierung. Dabei klicken sich Bewerber durch Computerspiele, während ein dahinterliegender Algorithmus die Risikofreude oder das strategische Denken des Spielers prüft. Das System kann außerdem die Daten mit denen bestehender Mitarbeiter vergleichen und auswerten. Das hilft Personalern einzuschätzen, wie gut ein Kandidat ins Team und zum Unternehmen passt.

Mitarbeiter nach dem Prinzip von Dating-Apps finden

„Klassische Mittel greifen bei der Personalsuche oft nicht mehr“, weiß auch Daniel Schäfer. Sein Heidelberger Start-up bringt deshalb – ganz nach dem Prinzip von Dating-Apps – Firmen mit potentiellen, neuen Mitarbeitern zusammen. Konkret funktioniert das so: Führungskräfte und Experten aus IT, Finance, Sales und Marketing registrieren sich auf seinem Portal, etwa indem sie ihr Xing- oder LinkedIn-Profil verknüpfen. Mit der kostenlosen Anmeldung erhalten die Fachkräfte dann eine Art digitalen Headhunter, der sie über passende Jobs informiert und diese auch vermitteln kann. Ein komplexer Algorithmus matched hinterlegte Profile mit Stellenanforderungen und schlägt registrierten Unternehmen passende Kandidaten vor. Dabei bleibt ein Profil so lange anonym, bis der Suchende es frei gibt. Im Erfolgsfall zahlt ein Personalsuchender eine Vermittlungsprovision von maximal 6.500 Euro. „Das sind in etwa 30 % von dem, was klassische Headhunter in der Regel verlangen“, so Schäfer. Mehr als 500 Unternehmen zählen inzwischen zu seinen Kunden.

Dazu passt das Ergebnis, zu dem die Universität Bamberg gekommen ist: Von 2.800 befragten Teilnehmern, die aktiv auf Stellensuche oder an etwaigen Karrieremöglichkeiten interessiert sind, nutzen bereits mehr als 45 % Systeme, die ihnen aufgrund ihres Profils geeignete Unternehmen oder offene Stellen automatisiert vorschlagen. Weitere 12,5 % planen die Nutzung.

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