Qualifizierungsprogramm für Industrie 4.0

Online lernen und gezielt vertiefen

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Die von Lapp angebotenen Lernmodule zur industriel- len Datenkommunikation sind online frei zugänglich. Bild: Lapp
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Der Trend zur vernetzten smarten Fabrik stellt Kunden und Partner des Verbindungstechnikspezialisten Lapp vor einen Dschungel an Möglichkeiten. Orientierung bringt ein Qualifikationsangebot für Mitarbeiter, Partner und Kunden weltweit.

Dr. Matthias Ernst
Redakteur bei Storymaker in Tübingen

Die smarte Fabrik der Zukunft ist vor allem eins: vernetzt. Die Vorteile, wie Predictive Maintenance und der umfassende Überblick über alle Prozesse, liegen auf der Hand. Dementsprechend groß ist das Interesse an Lösungen für industrielle Datenkommunikation wie denen von Lapp. Beim Anbieter für integrierte Verbindungssysteme wachsen die Umsätze mit Industrial-Ethernet-Lösungen um etwa 27 % jährlich.

Fabrikplaner und -betreiber erleben jedoch schnell die hohe Komplexität der industriellen Datenkommunikation. One-size-fits-all-Pakete gibt es nicht, die Industrie 4.0 ist immer eine maßgeschneiderte. Das stellt insbesondere die Vertriebsmitarbeiter von Lapp vor die anspruchsvolle Aufgabe, den Kundenbedarf treffsicher zu analysieren und ihn mit ganzheitlichen, konsistenten Lösungen zu decken – was ein hohes Maß an technologischem und systemischem Fachwissen erfordert.

„Viele unserer Kunden sprechen uns auf das Thema industrielle Datenkommunikation und die damit verbundenen Herausforderungen an. Unsere Mitarbeiter in der Thematik kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten, ist daher essenziell“, sagt dazu Georg Stawowy, Vorstand für Technik und Innovation der Lapp Holding. Wie aber lassen sich tausende von Mitarbeitern weltweit in solch einer komplexen Thematik schulen? Die Antwort besteht in einer umfassenden Qualifizierungsoffensive mit diversen, zielgruppengerecht zugeschnittenen Lernangeboten sowohl für die eigenen Mitarbeiter als auch für Kunden und Partner.

Grundlagenwissen für alle über E-Learnings

Das Grundlagenwissen zur industriellen Datenkommunikation vermittelt ein E-Learning-Angebot, das Lapp zusammen mit dem Münchener Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik entwickelt hat. Zugriff darauf haben alle Interessierten, das Online-Training ist öffentlich im Web verfügbar. Enthalten sind Lernmodule zu Grundlagen der Automatisierung, Komponenten der Automatisierung, Feldbus sowie Ethernet. Die Module liegen in zehn Sprachen vor, um einen internationalen Zugang zu ermöglichen. Sie stellen übersichtlich die wichtigsten Aspekte der industriellen Datenkommunikation vor und erklären die Zusammenhänge. Eine Abfrage am Ende jedes Lernmoduls hilft den Lernenden dabei, sich zu vergewissern, dass sie die Inhalte verinnerlicht haben.

In erster Linie richten sich die Inhalte an die eigenen Mitarbeiter, die mit Kunden in Kontakt stehen. Sie sollen eine Hilfe dabei sein, die Herausforderungen der Kunden zu verstehen und möglichst früh professionell beraten zu können. Auf Grund der Zahl an relevanten Mitarbeitern entschied man sich für das E-Learning-Format: „Präsenzkurse mit Frontalunterricht für tausende von Mitarbeitern auf diversen Kontinenten abzuhalten, ist keine Lösung“, sagt Dr. Hilmar Döring, Vorstand für Personal und Organisationsentwicklung. „Das entspricht nicht unseren Vorstellungen, wie Wissen heute vermittelt werden soll.“ Zudem lässt sich das Online-Training jenseits der eigenen Mitarbeiter auch weiteren interessierten Zielgruppen wie Kunden und Partnern einfach zugänglich machen

Vertiefung durch Webinare, Bootcamps und Expertenprogramm

Über die E-Learning-Angebote hinaus bietet Lapp Webinare an: Experten aus dem Produktmanagement geben detaillierte Einblicke in einzelne Themen, wodurch Partner und Mitarbeiter ihr erlangtes Wissen gezielt vertiefen können. Auch Präsenzveranstaltungen in der Form von Bootcamps sind Teil der Initiative. Lapp-Experten machen den Teilnehmern Themen der industriellen Datenkommunikation hier auf praktische und interaktive Weise anschaulich.

Spezifisch an eigene Mitarbeiter richtet sich ein zertifiziertes globales Expertenprogramm. Aus 15 Ländern können hierfür Mitarbeiter nominiert werden, die dann gezielt als Experten ausgebildet werden, um Kunden mit ihrer Expertise bei Aufgaben helfen, die das entsprechende Spezialwissen erfordern. Die Inhalte dieses Expertenprogramms hat das Unternehmen zusammen mit dem Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen der Universität Stuttgart erarbeitet.

Großes Interesse an lebenslangem Lernen

„Unsere Welt wird immer komplexer und verändert sich konstant, die Digitalisierung ist dabei ein wesentlicher Treiber. Uns ist es wichtig, unsere Mitarbeiter zu befähigen, mit diesen Entwicklungen in ihrem Wissen und ihren Kompetenzen schrittzuhalten“, so Dr. Hilmar Döring. „So geben wir ihnen auch ein Verständnis für das große Ganze, an dem wir alle arbeiten. Genauso wichtig ist es uns, dieses Wissen auch mit unseren Kunden zu teilen.“

Eva Martinez, Leiterin Globale Personalentwicklung und Auslandsentsendungen bei Lapp, ergänzt: „Komplexe Sachverhalte lassen sich heute nicht mehr selbstverständlich über vorhandenes Wissen lösen. Der Mitarbeiter muss bereit sein, sein Wissen kontinuierlich zu erweitern. Und das ist eine Unternehmenskulturfrage. Lebenslanges Lernen wird uns nicht mehr loslassen. Auf diese Reise müssen wir unsere Mitarbeiter begleiten. Die Qualifizierungsoffensive zur industriellen Datenkommunikation ist nur der Anfang.“

Georg Stawowy ist überzeugt, dass dieses Vorgehen das richtige war: „Die Rückmeldungen zu unseren Lernangeboten sind sehr gut. Wir haben eine Abschlussquote von über 85 Prozent bei den E-Learnings, die Webinare werden sehr gut angenommen und etablieren sich als Lernmedium im Unternehmen. Unsere Bootcamps kommen besonders gut an, da sie einen großen Praxisbezug haben und immer auch eine Gamification-Komponente beinhalten.“ Das zeige, so Stawowy weiter, „dass wir den richtigen Ton getroffen haben und dass unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter bereit sind, sich auf neue Wege und Inhalte einzulassen“.



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