Erfolgsredner und Buchautor Ilja Grzeskowitz zur inneren Haltung, die den Erfolg bestimmt „Stimmt die Attitüde, kommt der Rest (fast) von allein“

Erfolgsredner und Buchautor Ilja Grzeskowitz zur inneren Haltung, die den Erfolg bestimmt

„Stimmt die Attitüde, kommt der Rest (fast) von allein“

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Über Erfolg und Misserfolg entscheidet die innere Haltung. Den Weg zu einem Leben voller Chancen beschreibt Toptrainer Ilja Grzeskowitz im Interview.

Gerät ein Redner und Motivationstrainer mit den Themen Erfolg und Potenzialentfaltung nicht schnell in den Vergleich mit US-Ratgeberautoren à la Dale Carnegie? Was machen Sie anders?

Ich bin ja kein klassischer Motivationstrainer. Ich glaube nämlich fest daran, dass es nicht möglich ist, andere Menschen langfristig zu motivieren. Der Antrieb zur Veränderung muss immer von Innen heraus kommen. Und ich glaube es gibt einen großen Unterschied zur Riege der Redner, deren Botschaft es ist, man muss sich etwas nur fest genug wünschen, und schon tritt es ein. Ich glaube zwar an einfache Lösungen, vor allem aber an Eigenverantwortung und Machen. In meine Bücher und Vorträge fließen daher vor allem auch Erfahrung ein, die ich selber gemacht habe. Veränderung ist der rote Faden in meinem Leben.
Ihre im Buch genannten Tipps und Tricks wecken die Zuversicht, sein Schicksal selbst bestimmen zu können. Aber schon der Volksmund sagt, dass wo ein Wille, auch ein Weg ist. Braucht es eines bestimmten Vokabulars, um träge Menschen aus ihrer Komfortzone zu locken?
Vor allem braucht es ein Bewusstsein dafür. Viele sind in ihrer eigenen Bequemlichkeit gefangen und behaupten: „Wäre ja ganz nett und ich würde ganz gerne, aber…“ Wortreich wird begründet, warum es dennoch nicht geht. Häufig muss ich daher in Gesprächen den Spiegel vorhalten, damit man erkennt, dass man selber für die eigenen Ergebnisse verantwortlich ist. Niemand anders. Die meisten machen es viel zu kompliziert und verbringen den Großteil mit der Planung. Wer erst mal ins Handeln kommt und den ersten Schritt gemacht hat, stellt irgendwann fest, dass es gar nicht so schwer war. Dem ersten Schritt folgt oft der nächste. Der Trick besteht darin, große Herausforderungen in möglichst viele Einzelschritte zu unterteilen. Das macht den Weg überschaubar und auch einfacher zu gehen.
Haben Sie einen schnellen Motivationstipp parat, um aus der Komfortzone zu kommen?
Sie sollten sich regelmäßig hinterfragen, ob Ihr Leben noch so verläuft, wie Sie es sich vorstellen. Ob Sie Ihre Ziele und Träume leben, oder die von anderen Menschen. Sie müssen wissen, warum Sie etwas sein, tun, oder haben wollen. Dieses „warum“ ist der größte Antrieb überhaupt. Wenn dieses Motiv groß und stark genug ist, dann brauchen Sie nämlich keine Motivationstipps. Sie kommen von ganz alleine ins Machen, einfach weil es Ihnen wichtig ist.
Was genau verstehen Sie unter dem Begriff „Attitüde“, der Ihr Buch betitelt?
Attitüde ist für mich mehr als nur die Einstellung. Es ist die Kombination aus der inneren Haltung. Aus unseren Werten, die uns wichtig sind und antreiben. Und den eigenen Überzeugungen, all dem, an das wir tief und fest glauben.
Warum ist die Attitüde ein so zentrales Element auf dem Weg hin zu mehr Erfolg und Lebensqualität?
Im Rückblick habe ich bei mir festgestellt: Ich war weder der Beste, noch der Klügste und schon gar nicht der Talentierteste… Dennoch war ich in vielem sehr erfolgreich, weil ich Aufgaben mit einer bestimmten Herangehensweise gelöst habe. Genau das konnte ich auch bei anderen feststellen: Macht man sich mit der richtigen Attitüde an eine Sache, dann kommt in 99 Prozent der Fälle etwas Gutes heraus. Deshalb ist es eine zentrale These in meinem Leben: Stimmt die Attitüde, kommt der Rest (fast) von allein.
Sie versprechen damit eine Strategie, die jeden Tag zu einem besonderen macht. Ist es nicht zu weit gegriffen, dass allein die innere Haltung zum Erfolg führt?
Ja und nein. Wer sich darauf beschränkt, er müsse nur ein bisschen die richtige Haltung haben, den lieben langen Tag zuhause auf der Couch sitzt und mit dieser Einstellung gegen die Wand blickt, führt kein erfülltes Leben. Zugleich löst aber eine bestimmte innere Haltung vieles andere aus. Geht man mit einem bestimmten Fokus durchs Leben, erkennt man plötzlich die schönen kleinen Dinge, die einem passieren. Man gerät ins Handeln, trifft andere Menschen und öffnet Türen, für die man vorher blind war. So entsteht eine kaskadierende Kette und eines fügt sich ans andere.
Sie zitieren in Ihrem Buch den Multi-Unternehmer Richard Branson, Franz Beckenbauer, Dali und viele weitere Erfolgreiche. Lässt sich nur mit Top-Performern, die stets 100 Prozent und mehr geben, beweisen, was mit innerer Haltung möglich ist?
Natürlich nicht. Ich könnte Ihnen auch viele Beispiele von Menschen aus meinem persönlichen Umfeld nennen. Von der Supermarktkassiererin, der Kindergartenerzieherin, oder dem Start-up-Gründer um die Ecke. Branson, Beckenbauer und Co. sind einfach wesentlich bekannter. Jeder kennt sie. Vor allem aber sind sie gute Vorbilder mit einem erkennbar roten Faden in ihrer Biografie. Obgleich sie so unterschiedlich sind, haben sie alle die gleichen einfachen Prinzipien angewendet, um in ihrem jeweiligen Bereich erfolgreich zu sein.
Diese einfachen Prinzipien sind also der große Fixpunkt aller Erfolgsmenschen?
Definitiv, für das Buch habe ich hunderte von erfolgreichen Menschen studiert und analysiert. Sportler, Musiker, Unternehmer oder Künstler. Bei allen Erfolgreichen fand ich die Kombination von sieben Erfolgsschlüsseln, die ich in den einzelnen Kapiteln beschreibe. Und es gab noch eine große Gemeinsamkeit: Alle diese Menschen besitzen eine ausgeprägte Umsetzungskompetenz. Sie sitzen nicht nur zuhause auf der Couch, sondern probieren viel, setzen viel um, machen aber auch viele Fehler. Da sie jedoch viel anpacken, kommt am Ende auch viel heraus.
Wozu die Gier auf Siege führen kann, lässt sich am Formel-1-Piloten Sebastian Vettel ablesen. Aber ist ein ständiges „Schneller, höher, weiter“ als Richtung im Leben denn erstrebenswert?
Das kommt darauf an, was Erfolg für Sie konkret bedeutet. Alles im Leben hat seine Zeit. Schneller, höher, weiter genau so wie die Entspannungs- und Genussphasen. Aber eines ist sicher: Eine gewisse Unzufriedenheit sollte man sich immer bewahren, um nicht zu bequem zu werden. Die gedankliche Bereitschaft, wachsen zu wollen, ist sehr wichtig. Aber grundsätzlich muss jeder für sich selbst bestimmen, wo er hinwill. Für den einen ist die Karriere wichtig, für den anderen das familiäre Umfeld. Der eine strebt nach finanzieller Freiheit, der andere will lieber um die Welt reisen.
Für die besondere innere Grundeinstellung, die Sie A+-Attitüde nennen, muss man für sich 101 Prozent Verantwortung übernehmen und alles geben, sagen Sie, um die gewünschten Erfolge erzielen zu können. Ist die Botschaft dahinter: Wenn ich den Aufwand erhöhe, habe ich Erfolg!?
Auf keinen Fall. Wenn ich mit erhöhtem Aufwand das Falsche tue, dann kommt ja genau das Gegenteil heraus. Die Botschaft ist eher: Wenn Du etwas tust, tu es zu 100 Prozent – oder lass es. Nur wenn Sie bereit sind, die kleinen Dinge mit großer Sorgfalt zu erledigen, sind Sie auch bereit, die großen Erfolge zu feiern. Es ist immer eine Frage der Prioritäten. Was ist mir wichtiger? Mit dem Nachwuchs spielen und dabei auf dem Handy E-Mails checken bedeutet, weder 100 Prozent beim Kind zu sein noch 100 Prozent bei der Arbeit. Beide haben nichts davon. Deshalb die Botschaft: Tue das, was Du tust, immer mit 100 Prozent Aufmerksamkeit oder gar nicht.
Ihren Zuhörern und Lesern raten Sie, sich diese erfolgsversprechende innere Haltung bewusst anzueignen, und zwar heute noch. Was ist mit jenen, denen gute Laune auf Befehl nicht liegt? Kann man sich das antrainieren?
Nein, das sollte man auch nicht. Sie sollen sich nur für die richtige Einstellung entscheiden, mit der sie das erreichen können, von dem sie träumen. Nicht jeder ist extrovertiert. Auch viele leise Menschen sind sehr erfolgreich. Die meisten Menschen gehen jedoch mit einer Einstellung durchs Leben, die ihnen nicht bewusst ist. Diese jeden Tag aufs Neue zu wählen, ist viel wichtiger, als immer lustig sein zu müssen.
Und was ist das Leitbild Ihres eigenen Lebens?
Für mich habe ich klare Prioritäten festgelegt, was mir im Leben wichtig ist. Ganz vorn steht die Familie, gefolgt vom Business, dann kommt der Rest. Ich glaube an die Selbstverantwortung und dass jeder Mensch die Verpflichtung hat, zur besten Version von sich selbst zu werden. Mein Unternehmensclaim ist daher auch mein Leitbild: Veränderung einfach machen.
Überfordert es nicht, den Fokus ständig auf Chancen und Möglichkeiten auszurichten?
Gewiss, aber man kann und muss dies trainieren. Viele Menschen sehen nur, was alles nicht funktionieren kann. Der Dortmunder Fußballtrainer Jürgen Klopp sagte einmal: „Bei uns ist die Gier auf Siege viel größer als die Angst vor dem Verlieren.“ Dennoch stellen sich viele Fußballmannschaften nur hinten rein, weil sie Angst haben zu verlieren. So gehen auch viele Menschen durchs Leben. Sie haben das so häufig trainiert, dass sie nur sehen, was schiefgehen könnte. Natürlich, jeder Mensch hat Probleme. Doch wenn man den Fokus ausschließlich darauf richtet, kann man nicht gleichzeitig an einer Lösung arbeiten. Meine Maxime lautet: Problem erkennen. Lösung finden. Weitermachen.
Und wenn einen das Tagesgeschäft, das man mit Begeisterung und Leidenschaft verrichtet, so im Griff hat, dass man nicht mehr darüber hinaus denken kann?
Es geht immer mit dem Bewusstsein los. Nur wenn Sie mitbekommen, dass Sie vom Tagesgeschäft zu sehr gefangen sind, können Sie auch etwas verändern. Es hilft, regelmäßig einen Schritt zur Seite zu machen und sich selbst zu betrachten. Wenn Sie dann feststellen, dass Sie keine Zeit mehr für die wichtigen Dinge haben, dann gilt es, Entscheidungen zu treffen. Was wollen Sie delegieren, was komplett loslassen?
Sie schreiben, man solle die Fähigkeit trainieren, seine Zustände jederzeit managen zu können. Schaffen Sie es, sich jederzeit in einen guten Zustand zu bringen?
Ganz klares Nein, aber ich arbeite hart daran. Mittlerweile bekomme ich es mit, wenn ich in einem schlechten Zustand bin. Dann weiß ich, dass ich ins Handeln kommen muss. Mittlerweile habe ich Wege gefunden, wie ich es einigermaßen hinbekomme. Ich nehme mir zehn Minuten Zeit für mich, mähe den Rasen oder mache einen Spaziergang. Wichtig ist, sich nicht vom schlechten Zustand dominieren zu lassen, sondern etwas anders zu machen.
Was kann der bereits erfolgreiche Top-Manager von Ihnen noch lernen?
Erstaunlicherweise bekomme ich das meiste Feedback von Menschen, die es in ihrem Bereich schon sehr weit gebracht haben. Es sind immer die Menschen, die schon sehr erfolgreich sind, welche die meisten Impulse umsetzen. Weil sie das Konzept des lebenslangen Lernens verinnerlicht haben. Jeder der bereits erfolgreich ist, kann nämlich noch erfolgreicher werden und die nächste Stufe seiner persönlichen Entwicklung in Angriff nehmen. Die richtige Attitüde ist dabei ein treuer Begleiter, weil sie den Erfolgshunger hochhält und zum Umsetzen anregt.
Buchtipp: Attitüde – Erfolg durch die richtige innere Haltung, Ilja Grzeskowitz, 2. Auflage, Gabal Verlag 2013, 256 Seiten, 24,90 Euro, ISBN 978-3-86936-475-9. Auch als E-Book erhältlich, im März 2014 zudem als Audio-CD

Von Experten profitieren

Spannende Vorträge, unter anderem mit Topspeaker Ilja Grzeskowitz, erleben die Teilnehmer des Industrieanzeiger-Fachforums „Energieeffizienz – Druckluft mit Sparpotenzial“ am 21. Mai 2014 in Leinfelden-Echterdingen. Auf diesem Expertentreff entdecken Sie sowohl die Potenziale, um die Kosten in allen Bereichen der Druckluftanlage zu optimieren, als auch Ihre eigenen, um mit dem richtigen Denken das Tor zu persönlichem und beruflichem Erfolg zu öffnen.
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