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Restrukturierung: Zurück zu Ordnung und Erfolg

Restrukturierung
Zulieferer kehrt zurück auf die Erfolgsspur

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Ein breites Produktspektrum, schwankende Nachfrage, technologische Herausforderungen – die Sorgen vieler Zulieferbetriebe ähneln einander. Steigende Komplexität und Dynamik machen es dem Management schwer, den Überblick zu behalten. Die Dinge geraten in Unordnung. Erst eine Restrukturierung bringt das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur.

» Dr. Jochen Hanselmann, geschäftsführender Gesellschafter der Murrplastik Produktionstechnik GmbH (MP-P)

Wenn in einem Zulieferbetrieb die Ordnung verloren geht, hat das zur unmittelbaren Folge, dass die Kapazitäten der Fertigung nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden können und die Qualität der Produkte leidet. Immer häufiger werden Lieferziele verfehlt, die Kunden beginnen zu murren. Man versucht, das Schlimmste durch ungeplante „Hauruck-Aktionen“ zu verhindern – und verschlimmert dadurch das Chaos. Lieferversäumnisse schaukeln sich zu großen Rückständen auf, die Zahlungen der Kunden verzögern sich, der Druck steigt weiter.

So erging es auch der Murrplastik Produktionstechnik GmbH (MP-P) in Oppenweiler, die wirtschaftlich auf die schiefe Bahn geriet und einen Abschwung erlebte. Mit dem Einstieg der Hanselmann-Gruppe begann die Sanierung des Unternehmens.

Zufriedene Kunden als wichtigstes Ziel

Es gibt gute Gründe, mit einer Restrukturierung dort zu beginnen, wo der größte Schaden entstanden ist: An der Schnittstelle zum Kunden. Kunden erwarten von ihren Lieferanten eine Belieferung mit Leistungen und Produkten, die hinsichtlich Kosten, Menge, Termin und Qualität zu 100 % den Erwartungen entsprechen. Das muss von Zulieferbetrieben auch unter erschwerten Bedingungen sichergestellt werden. Bezogen auf die Situation bei Murrplastik bedeutete das in erster Linie, dass die Kapazitäten der Fertigung besser genutzt und die Qualität der Produkte sichergestellt werden mussten. Operativ sollte vor allem die Ausbringung erhöht sowie das Qualitätsbewusstsein wieder geschärft werden. Und es galt, Rückstände aufzuholen.

Stabile Produktionsprozesse setzen ein hohes Maß an Ordnung voraus. Das bezieht sich auf Themen wie Planung, Materialfluss, Laufzeit und Verfügbarkeit der Anlagen gleichermaßen. Das eingesetzte Restrukturierungs-Team begann damit, diese Ordnung wieder herzustellen, das Layout wurde optimiert, die Sauberkeit in den Werkhallen verbessert. Die Basis war damit gelegt.

Das wichtigste Produktionsverfahren bei MP-P ist der Spritzguss, ergänzt durch teilweise automatisierte Montageprozesse. In diesem Kontext haben die hochwertigen und empfindlichen Werkzeuge sowie das entsprechende Werkzeugmanagement besondere Bedeutung.

Werkzeugmanagement als Erfolgsfaktor

Stichwort Ordnung: Vor Beginn der Restrukturierung waren Werkzeugwechsel teilweise mit langen Such- und Reinigungsvorgängen verbunden und führten so zu vermeidbaren Stillständen. Heute ist das Werkzeugmanagement fast vollständig in die Fertigung integriert, die Werkzeuge werden produktionsnah, sachgerecht und in standardisierter Ordnung gelagert. Werkzeugwechsel sind mittlerweile eine Frage von Minuten, nicht mehr von Stunden. Ein Muss in einer Fabrik, die Rückstände aufholen soll und deshalb unter Volllast arbeitet. In 21 Schichten pro Woche. Werkzeugmanagement wird zum Erfolgsfaktor für Verfügbarkeit, Auslastung und Ausbringung der Anlagen.

Neben Ordnung und Sauberkeit lautet ein weiteres Gebot der Stunde, Transparenz zu schaffen. Es geht darum, die Maschinen- und Werkzeugdaten zu erfassen und auszuwerten. Hier wurde begonnen, die Möglichkeiten der Digitalisierung besser zu nutzen. Einfache Tools werden sukzessive implementiert und für die Visualisierung oder Überwachung der Fertigung eingesetzt. Aktuell ist das zuständige Team aus Beratern und Mitarbeitern dabei, die Tools zu einem digitalen Shopfloor-Management zu verknüpfen. Anders gesagt: Die Restrukturierung führt Schritt für Schritt zur Digitalisierung der Produktion.

Weitere Handlungsfelder

Ordnung, Sauberkeit und Transparenz sind Basiszustände einer Fabrik. Eine Restrukturierung sollte damit beginnen, darf aber nicht hier verharren. Deshalb lautet das Ziel, MP-P auf dem Wege der Restrukturierung in ein nachhaltig leistungsfähiges Fertigungsunternehmen zu verändern. Das betrifft neben den produktionstechnischen Themen vor allem Felder wie Strategie, Unternehmenskultur, Organisation und die digitale Infrastruktur.

Nachhaltige Veränderung kann nur gelingen, wenn sie von allen Menschen im Unternehmen getragen wird. Aus diesem Grund wird größter Wert auf intensive Kommunikation (intern und extern) sowie eine offene Feedback-Kultur gelegt. Hinzu kommen Programme für Recruiting, Entwicklung und Qualifikation des Personals. Nur hoch motivierte, gut qualifizierte Mitarbeiter werden in der Lage sein, den ehrgeizigen Prozess des Aufholens und Sanierens zu bewältigen.

Bereits wenige Monate nach Beginn der Restrukturierung konnten erste Erfolge verbucht werden. Der größte Kunde vergab bei seinem regelmäßigen Lieferanten-Rating für die Murrplastik Produktionstechnik GmbH die volle Punktzahl. Die Kunden sind wieder zufrieden, die Richtung stimmt.

Kontakt:

Hanselmann & Compagnie GmbH
Dornierstraße 17

70469 Stuttgart

Tel. 0711 80609000

www.hcie-consulting.de


Buchtipp

Re-Strukturierung
Unternehmen wieder erfolgreich machen,
Herausgegeben von Jochen Hanselmann,
LOG_X Verlag GmbH, Ludwigsburg
EPUB 978-3-932298-81-3
PDF 978-3-932298-82-0

9,99 Euro


Die Murrplastik Produktionstechnik GmbH

Sitz: Oppenweiler, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg

Umsatz: circa 18 Mio. Euro

Mitarbeiter: rund 170

Produkte: Präzisionsteile im Hybrid-Spritzguss für Automotive, Motormanagement und Thermo-/Fluidmanagement

Gründungsjahr: 1963

Beginn der Restrukturierung: 2020

www.mp-pt.de

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