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Absatz im eigenen Land liegt am Boden

Italienische Werkzeugmaschinen-Industrie
Absatz im eigenen Land liegt am Boden

Das Überleben der italienischen Werkzeugmaschinenindustrie könne nicht für alle Zeiten vom Export gesichert werden. Es gelte auch, den Inlandsmarkt zu stärken, sagt Ucimu-Präsident Luigi Galdabini Bild: Ucimu
Im ersten Quartal 2013 verzeichnete der Index der Werkzeugmaschinen-Bestellaufträge, ermittelt vom Zentrum für Studien & Unternehmenskultur des italienischen Werkzeugmaschinenverbands Ucimu Sistemi per Produrre einen Rückgang um 9,8 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf einen absoluten Wert von 112,5. Insbesondere zeigt sich darin laut Ucimu ein Rückgang der Inlandsaufträge um 35,9 % gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres. Der absolute Wert sei mit 44,4 der niedrigste je registrierte und bestätige dramatisch die Schwäche des italienischen Binnenmarkts.

Auf Auslandsebene verzeichnet der Index der Bestellaufträge einen Rückgang um 4,6 %. Der absolute Index liegt zwar noch über dem Mittelwert, doch genügt das nicht, um die italienischen Hersteller zu beruhigen, die sich kontinuierlich sinkenden Auftragszahlen gegenübersehen – und das seit nunmehr vier Quartalen in Folge.
Ucimu-Präsident Luigi Galdabini zeigte sich tief besorgt: „Diese jüngste Erhebung macht es augenscheinlich klar, dass der Mangel an Wettbewerbsfähigkeit, zu dem die Politik gegenwärtig die gesamte Volkswirtschaft zwingt, sich in der Industrie niederschlägt. Die ständige Unsicherheit, in der wir uns seit Monaten befinden, macht jeden Investitionsgedanken seitens der italienischen Unternehmen zunichte.“
Der Stillstand der Investitionen in Werkzeugmaschinen, sei ein Zeichen des unaufhaltsam fortschreitenden Verlusts der Wettbewerbsfähigkeit des ganzen Landes, sagt der Ucimu-Präsident. „Ohne den Neuerwerb und Austausch von Produktionsmaschinen werden die Anwenderbranchen ihren ausländischen Mitbewerbern nicht Paroli bieten können. Deren ständige – wenn auch leicht rückläufigen – Investitionen in moderne Technologien werden schon auf kurze Sicht zu einer Angleichung ihrer Produktionskapazität und der Qualität ihrer Produkte an die unseren führen.” Das schwäche das herstellende Gewerbe Italiens zusätzlich und verschärfe die Rezession noch weiter.
„Wir konnten bis heute stets eine hervorragende Exportsituation beobachten. Sie war das Ergebnis einer hellsichtigen, wenn auch mit organisatorischen und ökonomischen Opfern verbundenen Strategie unserer Klein- und Mittelbetriebe, die keinerlei Unterstützung durch die öffentliche Hand genießen“, sagt Galdabini.
Das Überleben der Unternehmen kann allerdings nicht für alle Zeiten von der Exportaktivität abhängen. Die Betriebe müssten in einen starken und aufnahmefähigen Markt eingebettet sein, der von einer angemessenen Wirtschaftspolitik getragen werde, die sie in die Lage versetzt, sich im Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz zu behaupten. „Ein gesundes Unternehmen, das auf einem gesunden Markt auftritt, sichert Beschäftigung und Einkommen für alle, die Teil davon sind“, sagt Luigi Galdabini. Deshalb sei es notwendig, kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen. In diesem Zusammenhang fordert der Ucimu-Präsident investitions- und konsumfördernde Maßnahmen und einen reduzierten Steuerdruck. Das käme Unternehmen und Arbeitnehmern gleichermaßen zugute.
„Zu guter Letzt“, schloss Galdabini, „wünschen wir uns die Einführung von Anreizen zur Stärkung der finanziellen Ausstattung der Unternehmen, etwa die Möglichkeit für Klein- und Mittelbetriebe, Mini-Bonds zu emittieren. Dieses Instrument, richtig eingesetzt, ließe die Geldinstitute zu ihrer eigentlichen Aufgabe zurückkehren.“
Industrieanzeiger
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