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Bibliothek mit Grips

„Smart Library“ soll bis zu 45 %Energie einsparen
Bibliothek mit Grips

Künftig wird das komplette Energiemanagement der Universitätsbibliothek Hildesheim „intelligent“ gesteuert. Ziel ist es, den Energieverbrauch technisch um bis zu 45 % zu senken. Damit will die Hochschule zu einem Modell für weitere öffentliche Gebäude werden.

„Die Energiewende in Deutschland wird nur gelingen, wenn zwei Wege gleichzeitig mit Erfolg beschritten werden: neue, regenerative Energien und effiziente Energienutzung. Das Projekt ‚Smart Library‘ ist ein innovativer Beitrag zur effizienten Energienutzung“, unterstreicht Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Universität Hildesheim.

Kern des Systems sind „Smart-Home-Technologien“, die in einem Netzwerk die Gebäudetechnik effizient zusammenführen und steuern. Das zweigeschossige, alleinstehende Bibliotheksgebäude wurde dafür in mehrere „Energie-Bereiche“ unterteilt: Sensoren erfassen zum Beispiel den Lichteinfall im Raum und regeln bereichsspezifisch die Beleuchtung in den öffentlichen Arbeitsbereichen. Die Außenjalousien reagieren segmentbezogen auf Licht und Wärme. Alte Heizkörper-Thermostate wurden durch neue Regler ersetzt, die über Funksensoren gesteuert werden. Bei Sommerhitze werden die Räume nachts „durchgespült“ (Luftwechsel). Per Funktechnologie sind alle Sensoren und Aktoren vernetzt. Über eine Software werden sie intelligent gesteuert.
Die „Smart Library“ der Universität Hildesheim zählt bundesweit zu den ersten Lehr- und Forschungsprojekten dieser Art. „Am Anfang stand die Frage, wie wir die Kosten und den Energieverbrauch in einem öffentlichen Gebäude, das täglich von 7:00 bis 21:00 Uhr genutzt wird, senken können“, berichtet Dr. Ewald Brahms, Direktor der Universitätsbibliothek Hildesheim. Die Universität rechnet mit hohen Energieeinsparungen und einer Kostensenkung von bis zu 35 %. Dabei soll der Stromverbrauch um bis zu 45 % und die Heizungskosten bis 30 % gesenkt werden. „Wir messen in den nächsten Monaten die Energieverbrauchsdaten und analysieren sie“, erklärt Prof. Dr. Helmut Lessing vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik. „Wenn die Erwartungen erfüllt werden, könnte unsere Universitätsbibliothek zu einem Modell für weitere öffentliche Gebäude werden.“
Die Universitätsbibliothek Hildesheim ist Lern- und Arbeitsort für 6000 Studierende und rund 400 Lehrende. 1990 wurde das Gebäude in Betrieb genommen. Vor der Modernisierung zur „Smart Library“ war die Gebäudetechnik veraltet; nur eine großräumige manuelle Beleuchtung, Beheizung und Belüftung möglich. Studierende der Bachelor- und Master-Studiengänge „Umweltsicherung“ und „Umweltwissenschaft und Naturschutz“, Wissenschaftler und Mitarbeiter aus dem Baudezernat der Universität haben seit Anfang 2011 gemeinsam mit den Firmen Ben Said Elektrotechnik und der Ingenieursgesellschaft für Gebäudeautomation (INGA) die technologische Umrüstung entwickelt und im laufenden Betrieb implementiert. Das Investitionsvolumen beträgt etwa 70.000 Euro.
Quelle: Universität Hildesheim
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
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19.2021
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