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Bosch erzielte vier Milliarden Euro Umsatz mit Industrie-4.0-Lösungen

Rückblick auf 10 Jahre I4.0
Bosch: 4 Milliarden Euro Umsatz mit Industrie-4.0-Lösungen seit 2011

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In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen Bosch mehr als 4 Mrd. Euro Umsatz mit Industrie-4.0-Lösungen erzielt. Allein 2020 erwirtschaftete es über 700 Mio. Euro mit vernetzten Lösungen für die Fertigung. „Wir haben das Industrie 4.0-Potential früh erkannt und sind Vorreiter. Wir ernten jetzt, was wir gesät haben“, sagt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork, zuständig für die Industrietechnik. Auch der Einsatz von Industrie 4.0 in den eigenen Werken rechnet sich. Bosch bündelt in einer eigenen Fertigungsplattform intelligente Software zur Produktionssteuerung, -überwachung und Logistikplanung. Damit verbunden ist eine größere Datenbasis, die beispielsweise KI-Analysen zur Fehlererkennung vereinfacht und verbessert. Der Roll-out der neuen Bosch Manufacturing und Logistics Platform beginnt Ende 2021. „Wir bieten unseren rund 240 Werken einen standardisierten ‚Industrie 4.0-Werkzeugkasten‘, der sich individuell erweitern und einsetzen lässt“, erklärt Najork. In den nächsten fünf Jahren will Bosch so eine knappe Milliarde Euro einsparen. Dem steht ein Investment von rund 400 Mio. Euro gegenüber.

10 Jahre Industrie 4.0 auf der Hannover Messe

Industrie 4.0 wird erwachsen. Was 2011 als „deutsches Zukunftsprojekt“ auf der Hannover Messe begann, ist mittlerweile in der Welt angekommen. Das Ziel: Die vernetzte Produktion, die sich selbstständig optimiert und individualisierte Produkte wirtschaftlich in Kleinstserien bis hin zur Losgröße 1 ermöglicht. Seit 2012 führt Bosch Fabriken systematisch in dieses neue industrielle Zeitalter – die eigenen und die seiner Kunden: Auf der digitalen Hannover Messe (12. – 16. April 2021) zeichnet Bosch die Entwicklung von „10 Jahre Industrie 4.0“ nach und stellt die Fabrik der Zukunft vor: technisch flexibel intelligent vernetzt, ökologisch nachhaltig – und wirtschaftlich erfolgreich.

Bosch bringt Industrie 4.0 in die Fläche

Noch richten sich allerdings zu wenige Unternehmen konsequent auf Industrie 4.0 aus: „Pilotprojekte sind ein guter Ansatz, sich auszuprobieren und Ideen bekannt zu machen. Jetzt gilt es, einen Zahn zuzulegen: Wir müssen Industrie 4.0 in die Fläche bringen“, sagt Najork. Mit eigenen Akademien und Lehrgängen schult Bosch Mitarbeiter für Industrie 4.0 und macht dieses Angebot auch Kunden zugänglich. Najork ist überzeugt: „Industrie 4.0 ist kein Selbstzweck, sondern erhält die Wettbewerbsfähigkeit. Ohne Digitalisierung wird es künftig nicht mehr gehen.“

Ein Beispiel: Mit ctrlX Automation von Bosch Rexroth zeigt das Unternehmen auf der Hannover Messe seine offene, 5G-fähige Steuerungstechnik, die auf App-Technologie und Web-Engineering basiert und Co-Creation ermöglicht. Das Prinzip: Anwender können Apps von Bosch Rexroth und Drittanbietern nutzen oder Applikationen selbst entwickeln und innerhalb eines Ökosystems mit anderen Unternehmen teilen.

Industrie-4.0-Lösungen mit anderen Technologien in Kombination

Auf der Hannover Messe zeigt Bosch zudem mit dem Balancing Energy Network ein KI-basiertes Energiemanagement. Mithilfe einer intelligenten Software lassen sich die Energieflüsse in Fabriken steuern und optimieren. Ursprünglich für die Produktion entwickelt, hat die Software das Potential, den ökologischen Fußabdruck aller Arten von größeren Gebäudekomplexen wie Krankenhäusern, Einkaufszentren oder Sportarenen zu verkleinern. Basierend auf Erfahrungen der eigenen Klimaneutralstellung berät Bosch mit einer neuen Geschäftseinheit produzierende Unternehmen dabei, ihren CO2-Ausstoß zu verringern.

Zu einer ressourcenschonenden Produktion trägt flexible Robotik in Verbindung mit lernender Bildverarbeitung bei: Der Apas Inspector übernimmt die optische Inspektion von Werkstücken und prüft die Produkte vollautomatisch. Durch Flexibilität und Präzision besticht auch das Smart Item Picking. Das Robotiksystem kommissioniert verschiedene Produkte, die von Transportfahrzeugen angeliefert werden. Mithilfe intelligenter Bilderkennung greift das System ohne „Einlernphase“ unterschiedliche Komponenten und sortiert diese zuverlässig für die weitere Bearbeitung oder den Versand.

5G-Lösungen

Dank neuer Technologien wird das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine künftig sicherer und effizienter: 5G verspricht einen drahtlosen zuverlässigen Datenaustausch nahezu in Echtzeit. Bosch hat Ende 2020 sein erstes Campusnetz im Industrie 4.0-Leitwerk in Stuttgart-Feuerbach in Betrieb genommen. Weltweit erprobt das Unternehmen derzeit 5G-Anwendungen in rund 10 Werken. Zudem macht es Produkte 5G-fähig. Progressive Ansätze und Geschäftsideen, Entwicklungen mit Kunden und Partnern, daran arbeitet Bosch Rexroth künftig im neuen Innovationszentrum in Ulm – die Standorterweiterung ist für Sommer 2021 geplant.

Ausblick

Die Entwicklung zeigt: „Die Fabrik wird wieder zur Quelle von Innovationen“, so Najork. Für die Zukunft sind seiner Auffassung nach drei Grundsätze entscheidend: „Wir müssen erstens Industrie 4.0 ganzheitlich denken und auf durchgängige Fabriklösungen setzen. Zweitens benötigen wir eine offene Architektur, um sowohl in den Werken selbst als auch gegenüber Kunden und Zulieferern kompatibel und nutzerfreundlich zu sein. Und drittens bedarf es der Flexibilität: Kunden wollen in Zukunft immer stärker individualisierte Produkte. Wenn wir diese Prinzipien ausbalancieren, gehen von der Industrie Ideen aus, die die Welt zum Positiven verändern.“ (eve)

Kontakt:
Robert Bosch GmbH
Robert-Bosch-Platz 1
70839 Gerlingen-Schillerhöhe
E-Mail: kontakt@bosch.de
www.bosch.de


Pionierarbeit für Industrie-4.0-Lösungen

Auf der Hannover Messe 2011 präsentieren Wissenschaftler folgende Idee: Nicht mehr der Mensch richtet sich nach der Maschine, der Impuls kehrt sich um. Und diese Vision: Produkte, die gefertigt werden, bringen sich aktiv ein, navigieren sich selbst durch den Produktionsprozess, kommunizieren mit Mensch und Maschine. Die Geburtsstunde von Industrie 4.0. Zu den Gründungsvätern zählt Bosch – ein Ausschnitt des Engagements:

  • 2012: Das Unternehmen übernimmt den Vorsitz des neu gegründeten Arbeitskreises Industrie 4.0, um die Strategie der Bundesregierung weiterzuentwickeln.
  • Es wird Leitanwender und -Anbieter für Industrie-4.0-Lösungen, erprobt diese moderne Form der Produktion nicht nur in eigenen Werken, sondern bringt Lösungen auf den Markt.
  • Die Werke Blaichach in Deutschland, Anderson in den USA, Wuxi und Suzhou in China werden mehrfach für ihre neuen Konzepte ausgezeichnet.
  • Gemeinsam mit weiteren Unternehmen legt Bosch mit OPC Unified Architecture (OPC UA) eine „Maschinensprache“ für Industrie 4.0 aus, die Zugriff auf Geräte und Systeme standardisiert und herstellerunabhängigen Datenaustausch ermöglicht.
  • Auch Organisationen wie die „Plattform Industrie 4.0“ und das „Industrial Internet Consortium“, in denen das Unternehmen in der Leitung aktiv ist, vertiefen ihre Zusammenarbeit.
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