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Spitzenreiter bei europäischen Patenten

Spitzenreiter bei europäischen Patenten
Deutschland führt im 3D-Druck

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Nirgendwo sonst in Europa werden so viele Patente im Bereich 3D-Druck angemeldet wie in Deutschland. Bild: EPA
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Europa ist insgesamt stark bei Innovationen im 3D-Druck, wie eine Analyse des Europäischen Patentamts zeigt. Deutschland führt die Liste der Patentanmeldungen auf Platz 2 hinter den USA an.

Deutschland ist weit vorne bei Innovationen in additiver Fertigung („additive manufacturing“, AM), besser bekannt als 3D-Druck. Das legt die am 13. Juli 2020 veröffentlichte Studie „Patente und additive Fertigung – Trends bei 3D-Druck-Technologien“ des Europäischen Patentamts (EPA) offen. Deutsche Unternehmen und Erfinder reichten demnach 3155 Patentanmeldungen zwischen 2010 und 2018 beim EPA ein. Das sind im Europavergleich 40 % und weltweit 19 % der europäischen Patentanmeldungen auf diesem Gebiet. Deutschland liegt damit auf dem zweiten Platz nach dem anmeldestärksten Land USA (5747 Anmeldungen, 35%).

Deutsche Innovatoren tragen somit maßgeblich zur Spitzenposition bei, die Europa mit nahezu der Hälfte aller beim EPA eingereichten AM-Patentanmeldungen innehat. Die führenden Anmelder im deutschen Unternehmensranking – Siemens und BASF – sind gleichzeitig auch Europas größte AM-Patentanmelder.

Insgesamt nahmen die AM-Patentanmeldungen beim EPA zwischen 2015 und 2018 mit einem Plus von durchschnittlich 36 % pro Jahr besonders rasant zu – zehnmal schneller als die Gesamtzahl der Patentanmeldungen jährlich (3,5 %).

Die Digitalisierung boomt – der 3D-Druck zeigt es

„Der Anmeldezuwachs in der additiven Fertigung ist Teil des Booms digitaler Technologien insgesamt und bestätigt, dass sich die digitale Transformation der Wirtschaft unverkennbar in den beim EPA eingereichten Patentanmeldungen widerspiegelt,“ sagte EPA-Präsident António Campinos. „Europa hat sich zu einem globalen Innovationshub im wachstumsstarken Digitalbereich entwickelt, zu dem auch additive Fertigungstechnologien zählen.“

Wie die Studie zeigt, entstammen 47 % (7863) aller 3D-Druck-Erfindungen, für die zwischen 2010 und 2018 europäische Patente beim EPA eingereicht wurden, aus europäischen Ländern. Neben Deutschland zeigen auch Spanien, Belgien, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und die Niederlande eine starke Spezialisierung auf diesem Gebiet.

Unter den Top 5 Deutschlands – Siemens, BASF, MTU Aero Engines, Evonik und EOS – weisen zwei Anmelder eine breite Spezialisierung in mehreren AM-Bereichen auf: So belegt Siemens (645 AM-Patentanmeldungen) in den Feldern Digitale Technologien sowie Maschinen und Verfahren jeweils den zweiten Platz und bei Anwendungsgebieten den dritten Rang. BASF (363 AM-Patentanmeldungen) ist bei Materialien führend und liegt bei Maschinen und Verfahren an fünfter Stelle. Evonik belegt im Sektor Materialien den dritten Platz.

KMU unter den Patentanmeldern

Zudem befinden sich unter den deutschen Anmeldern viele wachstumsstarke deutsche KMU, wie Bego und FIT AG, aber auch patentaktive öffentliche Forschungszentren wie die Fraunhofer-Gesellschaft (86 AM-Patentanmeldungen) und das Max-Planck-Institut (16 AM-Patentanmeldungen), und Universitäten wie die TU München.

Zwei Drittel der Patentanmeldungen für 3D-Druck-Technologien wurden von sehr großen Unternehmen eingereicht. 10 % (2148) stammten laut EPA-Studie aus Unternehmen mit 15 bis 1000 Beschäftigten, 12 % (2584) von Einzelerfindern und kleinen Unternehmen mit weniger als 15 Beschäftigten sowie 11 % (2448) von Universitäten, Krankenhäusern und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Diese drei Kategorien mit kleineren Marktteilnehmern sind somit ebenfalls als wichtige Akteure der AM-Innovationslandschaft anzusehen.

Gesundheitswesen ist Spitzenreiter bei neuen 3D-Druck-Anwendungen

3D-Druck kommt der Studie zufolge in zahlreichen Industriezweigen zum Einsatz. Der Gesundheitssektor verzeichnet die größte Nachfrage nach Patenten für additive Fertigungsverfahren (4018 Anmeldungen) seit 2010, gefolgt von Energie und Verkehr (2001 und 961 Anmeldungen). Ein stark steigendes Anmeldeaufkommen beobachtet das EPA ferner bei Industriewerkzeugen, in der Elektronik, im Bauwesen, bei Konsumgütern und sogar in der Lebensmittelbranche.

US-Mischkonzerne sind bei Patenten vorne, Siemens auf Platz 3

Die Analyse zeigt ferner, dass 25 Unternehmen zwischen 2000 und 2018 rund 30 % aller AM-Patentanmeldungen (6548) beim EPA eingereicht haben. Angeführt wird das weltweite Ranking von Unternehmen so unterschiedlicher Branchen wie Transport, Chemie und Pharma, IT, Elektronik, Bildverarbeitung und Konsumgüter sowie der 3D-Druck-Branche selbst (Stratasys, 3D Systems, EOS). Vorne liegen die US-Mischkonzerne General Electric und United Technologies. Siemens liegt auf dem dritten Platz. Auch insgesamt dominieren bei den 25 führenden Anmeldern die USA und Europa mit jeweils elf beziehungsweise acht Unternehmen, fünf davon stammen aus Deutschland.

Kontakt:

Europäisches Patentamt (EPA)
Bob-van-Benthem-Platz 1
80469 München

Tel.: +49 (0)89 2399–0
www.epo.org

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