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Ventilatoren: EBM-Papst rüstet sich mit digitalen Services für die Zukunft

Gruppenumsatz 2019/20 auf Vorjahresniveau
EBM-Papst wappnet sich mit digitalen Services für die Zukunft

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In der Verbindung energieeffizienter Produkte mit digitalen Services sieht der Ventilatoren- und Antriebstechnikspezialist ein wichtiges Zukunftsfeld. Bild: EBM-Papst
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Digitale Geschäftsmodelle stehen ganz oben auf der Agenda des Ventilatoren- und Antriebstechnikherstellers EBM-Papst. Zugleich werden Entwicklung und Produktion vor Ort für die jeweiligen Märkte weiter ausgebaut.

In der zukünftigen Ausrichtung des Ventilatoren- und Antriebslösungsspezialisten EBM-Papst ist die Digitalisierung „ein ganz wichtiger Ankerpunkt“, sagt Geschäftsführer Stefan Brandl. Um schnell marktfähige Lösungen bieten zu können, die die Energiebilanz und die Raumluftqualität in Gebäuden digital überwachen und optimieren, haben sich die Mulfinger im Vorjahr nicht nur an drei Start-ups für den schnellen Technologietransfer beteiligt. Ihr im Umfeld der Uni Dortmund angesiedelter Think Tank EBM-Papst Neo wurde diesen April in eine firmeneigene Gesellschaft umgewandelt. „Wir definieren mit Hochdruck neue Geschäftsmodelle in Verbindung mit IoT-Technologien, die wesentlich zum zukünftigen Gruppenumsatz beitragen sollen“, begründet Brandl den weiteren Schritt.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie steht das Thema Raumluftqualität obenan. Nirgends ist die Luft so verschmutzt wie in vielen Metropolen Asiens. Aber nicht nur dort will der von EBM-Papst gewählte digitale Ansatz Abhilfe schaffen. In digitalen Services in Verbindung mit energieeffizienten Ventilatoren sieht Brandl ein starkes Wachstumsfeld.

Auswirkungen des Virus auf die Unternehmensgruppe minimiert

Mit dem Ausbruch von Covid-19 in China konnten sich die Mulfinger zu einem frühen Zeitpunkt bei den Maßnahmen an den Erfahrungen bei der dortigen Tochtergesellschaft orientieren. Dadurch seien die Auswirkungen des Virus auf die Gruppe minimiert worden. So wurden schnell Maßnahmen für den Schutz der Mitarbeiter hochgefahren und auch die Belieferung der Kunden sichergestellt.

Sprunghafte Nachfrage nach Medizintechnik

Priorität hat Brandl zufolge auch die Sicherung der Liquidität. Während einerseits Märkte im Lockdown komplett weggebrochen wären, verzeichneten Bereiche wie die Medizintechnik „eine sprunghafte Nachfrage“, so der CEO. Bei Komponenten für Beatmungsgeräte sei die Nachfrage um das 15-fache auf 1,5 Mio. Einheiten pro Jahr gestiegen. Der Umsatz schnellte hier auf rund 60 Mio. Euro.

Insgesamt sei die Gruppe wieder „auf ein normales Maß zurückgekehrt“, so Brandl, auch wenn die Situation noch nicht entspannt sei. Gleichwohl sei man auf alle Eventualitäten eingestellt, um gut durch die Krise zu kommen. In Teilbereichen wie in China läuft das Geschäft demnach wieder sehr gut. Allerdings wurde durch die Coronakrise das gesteckte Umsatzziel von über 2,2 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2019/20, das am 31. März endete, verfehlt. Mit 2,185 Mrd. Euro (+0,2 %) stagnierte der Umsatz. Angesichts des Gegenwinds zeigt sich der Firmenchef dennoch „zufrieden mit dem Umsatz“.

Energieeffiziente Produkte treiben Wachstum in der Region USA

Als Wachstumsmotor erwies sich Nordamerika, das um 5,8 % auf 286 Mio. Euro zugelegt hat – getrieben durch energieeffiziente Produkte im Bereich der Luft- und Klimatechnik. Auch in der Region USA will EBM-Papst seine Internationalisierungsstrategie „local for local“ ausbauen. Mit Johnson City in Tennessee wurde im Vorjahr der zweite Standort in Betrieb genommen. Brandl will den Standort erheblich vergrößern. Mit dem Ansatz, in den Regionen für die Regionen zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben sollen Risiken aus handelspolitischen Konflikten und Währungsschwankungen reduziert werden.

Region Asien stagniert, Heimatmarkt enttäuscht

Auf Vorjahresniveau blieben die Umsätze in der Region Asien (+ 0,1 % auf 399 Mio. Euro). Die Investitionen in China werden weiter ausgebaut. Der dritte Produktionsstandort wurde im Vorjahr in Xi‘An fertiggestellt. Hingegen verzeichnete Deutschland einen Rückgang von 6 % auf 462 Mio. Euro. Auslöser war vor allem der Shutdown der Automobilindustrie, der sich massiv auf den Maschinenbau und die Ausrüsterindustrie ausgewirkt hat. Die Region Europa ohne Deutschland erzielte ein Plus von 1,7 % auf 1.042 Mrd. Euro.

Unter den Geschäftsbereichen verspürten die in Landsberg angesiedelten Segmente Hausgeräte und Heiztechnik im letzten Geschäftsjahr erheblich Gegenwind. Intensive Wettbewerbsumfelder hätten zu Rückgängen von 4,9 % auf 321 Mio. Euro geführt. Bei der für Automotive und Antriebstechnik zuständigen Tochter in St. Georgen stieg der Umsatz von 5,1 % auf 527 Mio. Euro. Viele neue Produkte befanden sich im Anlauf und auf Seiten der Antriebstechnik hätten insbesondere fahrerlose Transportsystemen gute Perspektiven, nennt Brandl den Grund. Die industrielle Lufttechnik in Mulfingen als das klassische EBM-Papst-Feld ist für das Unternehmen nach wie vor die tragende Säule. Der Umsatz stieg hier um 1,6 % auf 1,107 Mrd. Euro.

Bei künftigen Investitionen wird auf Sicht gefahren

Wie in den Regionen Asien und den USA, will das Hohenloher Unternehmen auch in Europa als Standort mit den meisten Produktionsstätten weiter investieren. 2019 lagen die Investitionen mit 134 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Laut Finanz-Geschäftsführer Hans Peter Fuchs beträgt die Investitionsquote 6 %. Deutlich würden die Investitionen immer noch über den Abschreibungen liegen. Der Kapazitätsaufbau kam im Vorjahr insbesondere den verlängerten Werkbänken Rumänien und Ungarn zugute, aber auch China und den USA. Bei den diesjährigen Investitionen würde die Gruppe „auf Sicht fahren“, sagte Fuchs, und bei Bedarf anpassen. Denn die Liquiditätssicherung habe derzeit den größten Fokus.

F&E-Ausgaben nahezu auf Vorjahresniveau

Derzeit, so Fuchs, bleibe alles variabel und werde mehr im Stand-by-Modus gefahren. Durch die wieder zunehmenden Auftragseingänge rechnet Stefan Brandl für das laufende Jahr mit einem einstelligen Umsatzrückgang. Mit einem breiten Spektrum an Aktivitäten sieht er das Unternehmen aber gut aufgestellt. „Bei Innovationen lassen wir keinen Millimeter nach“, so der CEO. In Forschung und Entwicklung flossen im Vorjahr 114,3 Mio. Euro (+5,9 %) mit Schwerpunkten bei Digitalisierung und IoT, Aerodynamik und -akustik, ressourceneffizienten Produktkonzepten sowie dem Ausbau der Systemfähigkeit. Im neuen Geschäftsjahr ist ein F&E-Budget von 110,1 Mio. Euro (-3,7 %) geplant.

Alle Strukturen und Prozesse würden betrachtet, „um uns auf das neue Normal einzustellen“, sagt Brandl. So steht etwa aufgrund des starken Wettbewerbs, unter dem die Hausgerätekunden leiden, das Geschäft in Landshut vor einem strukturellen Wandel. Ein Personalabbau sei hier unumgänglich. Im vorigen Geschäftsjahr beschäftigte die Gruppe weltweit 14.638 Mitarbeiter, 420 weniger als im Vorjahr. Zurückgefahren wurde vorwiegend die Leiharbeit. In Deutschland sind 6680 Menschen beschäftigt, im Ausland 8378. (dk)

Kontakt:

EBM-Papst GmbH & Co. KG
Bachmühle 2
74673 Mulfingen

Tel.+ 49 7938 81-0
www.ebmpapst.com

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