Werkzeugbau: Festo Polymer ist Werkzeugbau des Jahres

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Festo Polymer ist Werkzeugbau des Jahres

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Die Vertreter der Festo Polymer GmbH freuen sich über den Gesamtsieg im Wettbeweerb „Excellence in Production“. Bild: IPT
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Die Festo Polymer GmbH ist neuer Gewinner des Wettbewerbs „Excellence in Production“ und damit „Werkzeugbau des Jahres 2017“.

Alle Finalisten des Wettbewerbs „Excellence in Production“ achteten besonders auf ihre vor- und nachgelagerten Prozesse und alle hätten überzeugende Digitalisierungskonzepte eingeführt und umgesetzt, sagte Dr. Christof Bönsch als Laudator der beiden Kategorien für den internen Werkzeugbau. Dass in dieser Gruppe bei den Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern nur zwei Unternehmen fürs Finale nominiert worden seien, so der Geschäftsführer der Komet Group weiter, habe nicht daran gelegen, dass es zu wenige gute Kandidaten gegeben habe, sondern vielmehr daran, dass der Abstand der beiden Besten zu den restlichen Bewerbern recht groß gewesen sei. Auch die Tatsache, dass der Gesamtsieger des Wettbewerbs aus dieser Gruppe kommt, zeigt das hohe Niveau.

Festo überzeugt Jury

Bereits 2015 und 2016 hatte es die Festo Polymer GmbH bis ins Finale geschafft. In diesem Jahr durfte sich das Unternehmen aus St. Ingbert im Saarland nun Gesamtsieger feiern lassen. Dr. Sven Holsten, Leiter Werkzeugbau des Vorjahressiegers Phoenix Contact GmbH & Co. KG, übergab den begehrten Pokal an die Vertreter Festo Polymer GmbH. Holsten hob in seiner Laudation hervor, dass Automation in allen Kategorien innerhalb der letzten drei Jahre zum Standard geworden sei.

Zu den herausragenden Stärken des internen Werkzeugbaus der Festo-Unternehmensgruppe mit seinen 42 Mitarbeitern und vier Auszubildenden zählte die Jury das schlüssige Automatisierungskonzept. Großes Lob erhielt auch das weiterentwickelte Geschäftsmodell, das durch die Einrichtung eines „Polymer-Offices“ und die Fertigung von Rapid Tools eine frühe Integration des Werkzeugbaus in den Prozess der Produktentwicklung sicherstellt. Tadellose Ordnung, Sauberkeit und Ergonomie des vollklimatisierten Shopfloors ließen keinen Zweifel am ohnehin hervorragenden Gesamtbild, so die Jury.

Der Werkzeugbau in St. Ingbert besteht seit 1970. Sein Ziel ist es, die Kompetenzen in der Kunststoff- und Elastomerverarbeitung am Standort zu bündeln und weiter auszubauen, um so dem wachsenden Anteil an Kunststoffartikeln im Festo-Programm Rechnung zu tragen. Der Werkzeugbau hat sich auf die Herstellung formgebender Werkzeugteile spezialisiert, die in einer automatisierten Fertigungszelle hergestellt werden. 2015 wurde der Werkzeugbau in einer neuen Halle vollständig reorganisiert. Neben der Herstellung neuer Werkzeuge und der Reparatur von Serienwerkzeugen unterstützt der Betrieb auch die Produktion bei der Prozessoptimierung. 23 Werkzeugmacher arbeiten im Zweischichtbetrieb auf einer Fläche von rund 1080 m². Fünf Werkzeugkonstrukteure erstellen CAD-Modelle und werden bei der Bauteiloptimierung durch Spritzgießsimulationen unterstützt.

Die Sieger der Kategorien

Neben dem Gesamtsieg ging auch die Auszeichnung in der Kategorie „Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ an die Festo Polymer GmbH. Als weiteren Finalisten dieser Kategorie zeichnete die Jury außerdem die FWB Kunststofftechnik GmbH aus Pirmasens mit einer Urkunde aus.

Gewinner in der Kategorie „Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter“ ist die Takata AG in Aschaffenburg. Die Jury würdigte hier vor allem die Reduktion des Konstruktionsaufwands um bis zu 30 % durch definierte Standardwerkzeugtypen, die hohe Datendurchgängigkeit zwischen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und mechanischer Fertigung im Sinne einer „Single Source of Truth“ sowie den konsequenten Aufbau der internen Ausbildung für Mitarbeiter am Standort in Rumänien.

Als weitere Finalisten in der Kategorie „Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter“ wurden die Gealan Fenster-Systeme GmbH aus dem oberfränkischen Oberkotzau bei Hof, die Sona AutoComp Germany GmbH aus Remscheid sowie die TE Connectivity Germany GmbH aus dem schwäbischen Wört bei Dinkelsbühl ausgezeichnet.

Beste externer Werkzeugbauten

Der Sieg in der Kategorie „Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ ging erneut an W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau aus Bobingen bei Augsburg. Das Unternehmen ist langjähriger erfolgreicher Teilnehmer des Wettbewerbs, stand jetzt zum siebten Mal im Finale, davon viermal als Kategoriesieger, und 2007 sogar als Gesamtsieger. Die Jury lobte bei Faßnacht besonders die große Umsicht in Bezug auf das Unternehmenswachstum: Obwohl der Werkzeugbaubetrieb ausgesprochen erfolgreich am Markt agiert, achtet Faßnacht bis heute auf eine familiäre Unternehmenskultur, die in keinerlei Gegensatz zum hohen Automatisierungsgrad der Fertigung mit verfahrensgemischten Automationszellen steht. Die Mitarbeiter tragen hohe Eigenverantwortung für die fristgerechte Auftragsabwicklung und nutzen dazu moderne Werkzeuge zur Fernüberwachung wie Tablets. Das Unternehmen wurde 1990 vom Inhaber Wolfgang Faßnacht gegründet und stellt heute mit 19 Mitarbeitern und drei Auszubildenden hochkomplexe Spritzgießformen für Kunden aus der Automobil- und Medizinbranche, aus der Verpackungs- und Haushaltstechnik sowie für die Bau- und Elektroindustrie her.

Als weitere Teilnehmer haben es die Hanns Engl Werkzeugbau O.H.G. aus Bozen in Südtirol, die Lotec Loh GmbH & Co. KG aus dem sauerländischen Arnsberg und die Wefa Inotec GmbH aus Singen bis ins Finale geschafft.

Neue Geschäftsmodelle

Bester „Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter“ wurde die Haidlmair GmbH aus dem oberösterreichischen Nußbach, die in der Vergangenheit ebenfalls bereits zweimal im Finale stand, einmal davon als Kategoriesieger. Auch zu den Stärken von Haidlmair zählt der hohe Automatisierungsgrad, hier vor allem in der Fräsbearbeitung für die Kleinteilfertigung, die durch den Einsatz von Handling-, Werkzeug- und Werkstückspeichersystemen erzielt wird. Indem Haidlmair auch weitere Partner aus der Werkzeugbaubranche und Softwaredienstleister in seine Geschäftstätigkeiten einbezieht, kann das Unternehmen seine Kapazitäten und Kompetenzen strategisch erweitern. Außerdem bietet Haidlmair seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsumfeld, Freizeitangebote, eigene Wohnungen und gemeinsame Reisen, um den Teamgeist zu stärken.

Die Haidlmair GmbH ging 1979 aus einer Schmiede hervor, die vom Großvater des heutigen Inhabers gegründet wurde. Das Unternehmen zählt heute 220 Mitarbeiter und 40 Auszubildende. Der Werkzeugbau hat sich auf die Erstellung von Spritzgießformen für Getränkekästen und Klappkisten spezialisiert und ist in diesem Bereich Weltmarktführer. Außerdem fertigt das Unternehmen auch Großwerkzeuge mit einem Gesamtgewicht bis zu 80 t sowie Druckgussformen.

Weitere Finalisten in dieser Kategorie waren die Summerer Technologies GmbH & Co. KG aus Schechen bei Rosenheim, die weba Werkzeugbau Betriebs GmbH aus dem österreichischen Dietach und die Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH aus Lichtenfels in Oberfranken.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen veranstaltete den Wettbewerb „Excellence in Production“ bereits zum 14 Mal. Gemeinsam ermittelten mit einer fachkundigen Jury aus Industrie, Politik und Wissenschaft ermitteln die Aachener Forscher die besten Werkzeug- und Formenbauten. Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 292 Betriebe beteiligt.

Auch im kommenden Jahr werden sich die besten Werkzugbau-Unternehmen wieder untereinander messen. Interessenten können sich schon jetzt unter www.excellence-in-production.de detailliert über den Wettbewerb informieren und sich registrieren. Alle Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten eine individuelle Auswertung über Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale.

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