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Umfrage: Jedes fünfte Unternehmen ist nicht auf Krisen vorbereitet

Was steht auf dem Notfallplan?
Krisenzeiten: So wappnen sich KMU vor Umsatzausfällen

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So machen sich KMU fit für das „Zeitalter der Krisen“. Bild: Romolo Tavani/stock.adobe.com

Erst die Pandemie, jetzt der Ukraine-Krieg: Die aktuellen Krisen stellen die Belastbarkeit der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland auf eine harte Probe. Nicht alle Unternehmen sind gleich gut darauf vorbereitet, wie der B2B-Plattformbetreiber Visable in einer Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut You-Gov herausgefunden hat. KMU nutzen generell eine breite Palette an Maßnahmen zur Erhöhung ihrer Krisenfestigkeit. Der am weitesten verbreitete Ansatz: 20 % der Unternehmen haben einen betrieblichen Notfallplan für Krisenfälle in der Schublade. Gleichzeitig hat aber jedes fünfte Unternehmen (21 %) bisher gar keine Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Umsatzausfälle durch Krisen implementiert.

Deutsche Unternehmen besser vorbereitet

Insgesamt scheinen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich aber noch recht systematisch an die Absicherung gegen Krisen heranzugehen. In den weiteren Kernmärkten von Visable in Österreich und der Schweiz liegt der Anteil von Unternehmen mit einem betrieblichen Notfallplan mit 18 und 16 % schon etwas niedriger. Besonders signifikant ist der Kontrast zu Frankreich: Dort sorgen mit 11 % nur etwa halb so viele Unternehmen wie in Deutschland mit einem Notfallplan vor. 

Hinter betrieblichen Notfallplänen folgen bei deutschen KMU auf Platz 2 und 3 der Maßnahmen-Rangliste mit der Bevorratung von Materialien (18 %) und vermehrten Rückstellungen (16 %) eher konservative Methoden zur Erhöhung der Krisenfestigkeit im Unternehmen. Proaktiv ausgerichtet sind dafür die Plätze 4 und 5: Investitionen in IT-Kompetenz (16 %) und Diversifizierung des Einkaufs (15 %).

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KMU nutzen bereits einige Maßnahmen zur Erhöhung ihrer Krisenfestigkeit.
Bild: Visable

Kurzarbeitsregelung als deutsche Erfolgsgeschichte

Im internationalen Vergleich gibt es eine weitere Besonderheit: Kurzarbeit und Kostensenkungen durch Personalabbau oder Lohnkürzungen landen mit jeweils 14 % in Deutschland nicht einmal in den Top 5 des Maßnahmenkatalogs. Im Durchschnitt aller an der Umfrage beteiligten Länder belegen sie aber Platz 1 und 2, teilweise mit deutlich höheren Werten: 23 % der Schweizer KMU setzen auf Kostensenkungen beim Personal, ein gleich hoher Anteil der österreichischen Unternehmen auf Kurzarbeit. Hintergrund: Die Kurzarbeitsregelung stand den Unternehmen in Deutschland zu Beginn der Pandemie sofort zur Verfügung und konnte ohne große Hürden breitflächig angewandt werden. Das hat viele KMU vor dem Schlimmsten bewahrt und zu einer schnellen Erholung der wirtschaftlichen Situation beigetragen. Jetzt können deutsche KMU schon früher als in anderen Ländern wieder Richtung Zukunft denken und agieren. Man könnte sagen: Die Kurzarbeitsregelung ist eine deutsche Erfolgsgeschichte.

Kaum Vertrauen in Versicherungen 

Bei der Betrachtung klassischer – für viele wohl sogar „typisch deutscher“ – Vorsorgemaßnahmen fällt auf: Versicherungen genießen kein großes Vertrauen bei deutschen KMU, denn nur 9 % nutzen sie zur Vorbeugung gegen Umsatzausfälle im Krisenfall.

Jobperspektive: Krisenbeauftragter

Während der Versicherungsmakler bei KMU eventuell auch in Zukunft nicht so gerne gesehen ist, könnte ein neuer Job im Unternehmen perspektivisch interessant werden: Einen unternehmenseigenen Krisenbeauftragten als Antwort auf das heraufziehende „Zeitalter der Krisen“ leisten sich derzeit zwar erst wenige deutsche KMU (7 %). Doch jüngere Entscheider (18–44 Jahre) agieren hier schon mit einem anderen Mindset als ihre älteren Kollegen: Fast dreimal so viele (11 % gegenüber 4 %) sehen diese Position als wichtigen Beitrag zur Resilienz des eigenen Unternehmens.

Details zur Umfrage

Die Online-Umfragen wurden vom 5.-10. April vom Marktforschungsinstitut You-Gov durchgeführt. In Deutschland nahmen 508 Personen mit Entscheidungsbefugnis in kleinen und mittleren Unternehmen teil, in Frankreich 530 Personen, in der Schweiz und in Österreich wurden jeweils 217 Menschen befragt. (kf)

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