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Der Lapp-Umsatz hat weiter zugelegt. Doch angesichts der Coronakrise und wirtschaftlichen Verwerfungen sind Rückgänge unausweichlich.

Verbindungstechnikspezialist verzeichnet Umsatzplus
Lapp sieht sich gut aufgestellt

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Lapp-Vorstandschef Andreas Lapp setzt auf Wachstumsschancen in Afrika. Bild: Industrieanzeiger
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Die Lapp-Gruppe hat beim Umsatz im vorigen Geschäftsjahr weiter zugelegt. Doch angesichts der Corona-Krise und wirtschaftlichen Verwerfungen sind jetzt Rückgänge unausweichlich.

Mit 25 Werken weltweit, die auch Produkte für lokale Märkte produzieren, globalen Entwicklungs- und Logistikzentren sowie zahlreichen Zulieferanten rund um den Globus sieht die Lapp-Gruppe ihre Lieferketten in einem robusten Zustand. „Stand heute können wir jedes Kundenbedürfnis weltweit befriedigen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Lapp-Holding AG Andreas Lapp mit Blick auf die Lieferfähigkeit. Gleichwohl kann sich das auf Kabel- und Verbindungstechnik spezialisierte Stuttgarter Unternehmen vom wirtschaftlichen Abschwung und der Corona-Krise nicht abkoppeln.

Zum Zeitpunkt der Bilanzvorlage habe es innerhalb der Gruppe mit ihren weltweit 4650 Beschäftigten „keinen bestätigten Fall einer Erkrankung mit dem Corona-Virus gegeben“, betonte Personalvorstand Dr. Hilmar Döring. Selbst die großen Produktionseinheiten in China, Südkorea und die norditalienische Tochter Ceam hätten die Planvorgaben erreicht. Ein von einer Task Force ausgearbeiteter vierstufiger Pandemieplan soll Mitarbeiter schützen und den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.

Bremsspuren durch wirtschaftliche Abschwächung

Während die Auswirkungen durch die Corona-Verbreitung auch für Lapp nicht abzuschätzen wären, wie Döring anmerkte, hat die wirtschaftliche Abschwächung seit Mitte des Vorjahres auch bei Lapp „Bremsspuren hinterlassen“, so der Vorstandschef Andreas Lapp. Dies traf vor allem auf das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 zu, das Lapp im September beendete.

Trotz der konjunkturellen Eintrübung kletterte der Umsatz im Gesamtjahr um 6 % auf 1,222 Mrd. Euro. Allerdings reduzierte sich das Vorsteuerergebnis um 10,3 Mio. auf 48,3 Mio. Euro. Laut Finanzvorstand Dr. Ralf Zander entspricht dies einer Umsatzrendite von 4 %. Der weitaus größte Ergebnisanteil mit 73 % entfällt auf Europa, das 889,9 Mio. Euro (+8 %) beisteuerte. Deutschland trägt mit 359,8 Mio. Euro (+3,4 %) dazu bei. Um 4 % zugelegt hat der Absatzmarkt Amerika (118,9 Mio. Euro). Hingegen leicht hinter den Erwartungen zurück blieb die Region Asien/Pazifik mit einem Plus von 1 % auf 213,2 Mio. Euro.

Projektgeschäft kurbelt Wachstum an

Als Wachstumsmotoren erwiesen sich vor allem das weiterentwickelte Projektgeschäft sowie das Marktsegment Industrielle Kommunikation. Gleichzeitig treibt Lapp sein Geschäft mit der Eleoktromobilität voran und hat diese im vorigen September in der Lapp Mobility (LMD) GmbH verselbstständigt. Aktuell werden zwei Kabelversionen für das Laden von Elektroautos angeboten. Neuentwicklungen zielen auf Wandladestationen, sogenannten Wallboxen.

Investitionen in Zukunftsthemen

Aufwendungen, um damit in Vorlauf zu gehen, schlagen sich auf der Ergebnisseite wieder, so Finanzchef Zander, der die Gruppe nachhaltig gut aufgestellt sieht. Demnach hat sich das Eigenkapital um 5,7 % auf 338,5 Mio. Euro erhöht. Damit beträgt die Eigenkapitalquote nunmehr 48 %. Nachhaltigkeit zeigt sich laut Zander auch an den Investitionen in Zukunftsthemen in Höhe von 44 Mio. Euro (+42 %). Daran beteiligt waren neben der Elektromobilität vor allem die Digitalisierung im Unternehmen, die Erweiterung eines Logistikzentrums in Polen, einer Produktionslinie in Frankreich sowie erweiterte Kapazitäten in Frankreich.

Qualifizierungsoffensive bei Mitarbeitern

Zugelegt im Vorjahr hat auch die Mitarbeiterzahl um 9,5 % auf 4650 Beschäftigte. Schwerpunkt war eine weltweite Qualifizierungsoffensive zum Thema Industrielle Kommunikation. Die modularen E-Learnings gibt es in zehn Sprachen. Zu diesem Thema wurde auch ein globales Experten-Programm aufgelegt. Experten bei Lapp können sich damit qualifiziert und zertifiziert weiterbilden.

Afrika lockt mit Wachstum

Investieren will Lapp auch zunehmend in Afrika. Dort habe sich der Lapp-Umsatz in den letzten drei Jahren verdreifacht, sagte der Vorstandsvorsitzende. Seit 2010 ist das Unternehmen in Südafrika mit einer eigenen Landesgesellschaft aktiv. Damit will es Andreas Lapp aber nicht belassen. Viele Länder Afrikas würden seit Jahren zweistellig wachsen. Dies werde hierzulande kaum registriert. Sein Unternehmen habe ein Programm ausgearbeitet, um auf den kommenden Märkten des Kontinents präsent zu sein. Derzeit werde der Vertrieb im Norden und Westen Afrikas noch über die portugiesische Landesgesellschaft von Lapp abgewickelt. Doch schon bald will der Firmenchef eine eigene Landesgesellschaft im Westen Afrikas eröffnen.

Schulgründung in Elfenbeinküste

Auch den Osten des Kontinents hat er bereits im Visier. Im Herbst letzten Jahres wurde in Galebre/Elfenbeinküste das „Collège Andreas Lapp“ eröffnet. Ein einheimischer Lapp-Mitarbeiter hat die Schulgründung initiiert. Dèsirè Kope ist seit 20 Jahren bei Lapp beschäftigt und arbeitet im Ludwigsburger Logistik- und Dienstleistungszentrum des Unternehmens. Mit über viele Jahre angesammelten Ersparnissen gründete Kope in seiner Heimat in Elfenbeinküste diese Schule. Weil Andreas Lapp ihn finanziell unterstützt, konnte er seinen Traum nun verwirklichen.

Sein Arbeitgeber stellt sich gesamtwirtschaftlich indes auf raueres Fahrwasser ein. Der Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres 2019/2020 dürfte eher „schwierig werden“, betonte Finanzvorstand Dr. Ralf Zander. Bereits die Umsätze im ersten Quartal, das im vorigen Dezember endete, „lagen deutlich hinter unseren Erwartungen zurück“, so Zander.

Rückläufige Umsatz- und Ertragsprognosen

Er geht in diesem Jahr – angesichts von Corona-Krise, Brexit sowie genereller wirtschaftlicher Verlangsamung – von rückläufigen Umsätzen aus, beim Ergebnis erwartet er „einen zweistelligen Millionenrückgang“. Kosteneffizienz sei nun angesagt und Investitionsvorhaben würden genauer geprüft. Zander: „Wir fahren auf Sicht, stecken den Kopf aber nicht in den Sand.“ Für Andreas Lapp war es „zu erwarten, dass nach sechs Jahren Wachstum die Konjunkturkurve auch mal wieder nach unten zeigt“. Er sei aber optimistisch, dass die Talsohle bald erreicht sei. (dk)

Kontakt:

U.I. Lapp GmbH

Schulze-Delitzsch-Str. 25

70565 Stuttgart

Tel. +49 711 7838-0

www.lappkabel.de

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