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Bilanz: Phoenix Contact zeigt sich im Krisenjahr zufrieden

Jahresbilanz Phoenix-Contact-Gruppe
Phoenix Contact zeigt sich im Krisenjahr zufrieden

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Trotz der Corona-Pandemie investierte Phoenix Contact weiterhin in das Unternehmen und Ulrich Leidecker, COO bei Phoenix Contact, zeigt sich mit dem Umsatz relativ zufrieden. Bild: Phoenix Contact

Trotz des Corona-geplagten und weltweit schwierigen Jahres 2020 blickt der Komponenten- und Lösungsanbieter für Elektrotechnik, Elektronik und Automation, Phoenix Contact, relativ positiv auf das Geschäftsjahr zurück. Nach einer aktuellen Schätzung wird das Blomberger Unternehmen 2,37 Mrd. Euro Umsatz in 2020 erwirtschaften. Im Vorjahr lag das Umsatzergebnis bei 2,47 Mrd. Euro. Laut Ulrich Leidecker, Chief Operation Officer (COO) bei Phoenix Contact, war das Unternehmensergebnis im ersten Quartal 2020 von einem Wachstum gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum geprägt, gefolgt von einer recht deutlichen Abschwächung im zweiten Quartal, die zu einer zweimonatigen Phase von Kurzarbeit in fast allen Unternehmensbereichen geführt hat.

Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich bei Phoenix Contact

„Zurzeit hat die Geschäftsentwicklung einen stabilen Punkt erreicht. September und Oktober waren im Vergleich zu den Vormonaten sehr gut und lassen auf eine allmähliche Erholung im vierten Quartal hoffen“, prognostizierte Leidecker: „Aus heutiger Sicht wird Phoenix Contact das Geschäftsjahr 2020 mit einem moderaten Umsatzrückgang von -4 bis -5 % abschließen, ohne Währungseffekte mit -3 bis -4 %“, zeigt er sich zufrieden. Die Zahl der Mitarbeitenden weltweit ist mit 17.500 im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

Auswirkungen hatte die globale Pandemie auch auf die Lieferfähigkeit von Produkten. „Unsere weltweite Aufstellung mit Produktionswerken in verschiedenen Ländern kam uns hier zugute. Dennoch war die Situation komplex durch Shutdowns in verschiedenen Ländern. Eine Herausforderung war es, valide Informationen aus den Ländern zu Produktion und Vertrieb zu erhalten. Wir haben praktisch über Nacht eine globale Kooperations-Plattform entwickelt“, erläutert Leidecker: „Dieses Netzwerk aus Einkauf, Logistik, Produktion und Landesgesellschaften hat hervorragend zusammengearbeitet und wird Bestandteil unseres zukünftigen Arbeitens bleiben.“

Einberufung von Dr. Frank Possel-Dölken als erster CDO für Phoenix Contact

Einen Meilenstein für die Unternehmensgruppe stellte laut Leidecker die Implementierung der neuen Geschäftsführung sowie die Einberufung eines Chief Digital Officer (CDO) zum August dieses Jahres dar. Neben Frank Stührenberg (CEO) und Axel Wachholz (CFO) zählen jetzt die Präsidenten der drei Geschäftsbereiche zur neuen Geschäftsführung: Dirk Görlitzer, Torsten Janwlecke und Ulrich Leidecker. Als COO tragen sie Verantwortung für zentrale Unternehmensbereiche sowie weiterhin für ihre jeweiligen Geschäftsbereiche. Mit Dr. Frank Possel-Dölken wurde erstmalig ein Chief Digital Officer (CDO) in die Geschäftsführung berufen. Neben seinem bisherigen Verantwortungsbereich Corporate Technology & Value Chain ist er jetzt auch für den Unternehmensbereich IT sowie alle Themen der digitalen Transformation zuständig. Damit rücke die Digitalisierung in den zentralen Fokus der Technologie- und Prozessentwicklung im Unternehmen. „Diese Erweiterung gibt unserer Unternehmensgruppe einen Rahmen, um Führung und Struktur ganzheitlich weiterzuentwickeln. Dabei ist die digitale Transformation von entscheidender Bedeutung. Innovationsfähigkeit sowie Innovationsstrategien als auch die IT-Fähigkeit eines Unternehmens sind erfolgsbestimmende Faktoren für das neue Jahrzehnt“, erklärte Dr. Frank Possel-Dölken. Roland Bent wird bis zu seinem planmäßigen Ausscheiden im Februar 2021 der Geschäftsführung angehören. Danach wird er weiterhin als Chief Representative für das Unternehmen tätig sein.

Investitionen in Strukturen und Innovationen

Zudem hat das Unternehmen laut eigenen Angaben weiter signifikant mit rund 150 Mio. Euro in neue Strukturen und den Bereich F&E investiert. Am Standort in Blomberg wurde die Logistik bei laufendem Betrieb erweitert. Neun weitere Regalgassen bieten dort 64.000 neue Stellplätze. Durch die zusätzlichen Workstations wird die Kommissionsleistung bis zu 40 % gesteigert, so Leidecker. Die Investition belief sich hier auf 15 Mio. Euro. Mit einem Invest von 6 Mio. Euro wurde im ersten Quartal 2020 das neue Gebäude für die Logistik in Herrenberg, Baden-Württemberg, fertiggestellt. Auch der E-Mobility-Bereich wurde mit einer neuen 15.000 m² großen Produktionsfläche in Polen erweitert.

Die angespannte weltwirtschaftliche Lage mache eine eindeutige Prognose für 2021 jedoch schwierig. „Wir gehen davon aus, dass wir ein mittleres einstelliges Wachstum erreichen können und einen Gruppenumsatz erzielen, der leicht über dem Niveau von 2019 liegt“, erwartet COO Leidecker.

PLCnext als offenes Ökosystem

Mit PLCnext hat Phoenix Contact bereits vor einer Weile ein offenes Ökosystem für industrielle Automatisierung aufgebaut. Diesen September haben Yaskawa, Hersteller für Industrie-Robotik und Mechatronik, und Phoenix Contact eine Partnerschaft für die offene Automatisierungsplattform PLCnext Technology vereinbart. Das gemeinsame Ziel ist es, den Wandel von proprietären Lösungen hin zu einem offenen und zukunftssicheren Ecosystem für die industrielle Automatisierung voranzutreiben. Mit Yaskawa setze ein führendes Unternehmen der Branche auf PLCnext Technology. In diesem Zuge lizensiert Phoenix Contact seine PLCnext-Laufzeitumgebung an Yaskawa und vereinbart die gemeinsame Weiterentwicklung. Yaskawa plant den Einsatz des PLCnext Runtime Systems in den Bereichen Motion Controls und Robotics, zunächst in Europa und den USA.

KI und PLCnext Technology

Mit dem Ecosystem PLCnext Technology sollen künftig skalierbare Lösungen von der Feldebene über die Controller- und Edge-Ebene bis hin zur Cloud möglich werden. So könne eine KI-Lösung bedarfsgerecht und passend auf Umgebung und Einsatzziel angepasst werden, maschinennah oder für maschinen- und anlagenübergreifende Lösungen. Der erste wichtige Schritt zur Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in die Automatisierungswelt wird das neue PLCnext-Extension-Modul AXC F XT ML 1000 sein, das voraussichtlich ab Mitte 2021 das Phoenix-eigene Ökosystem erweitern wird. Das Erweiterungsmodul ermöglicht es, Machine-Learning-Algorithmen direkt an der SPS anzuwenden.

Um die zunehmende Vernetzung aller am Prozess beteiligten Systeme und den damit einhergehenden erhöhten Datenaustausch in der digitalisierten Welt zu ermöglichen, treibt der Anbieter die Entwicklung neuer Kommunikationsstandards voran. Sie sind die Basis für eine durchgängige und leistungsfähige Netzwerkinfrastruktur. Für die Nutzung von 5G in der Industrie stellten Phoenix Contact, Quectel und Ericsson gemeinsam den ersten industriellen 5G-Router für private Netzwerke vor. Auch Phoenix Contact hat eine 5G-Lizenz für ein Campusnetzwerk erhalten. Dabei setzt das Unternehmen auf eine direkte Herstellerbeziehung und nicht auf einen Provider, um das Netz in eigener Regie betreiben zu können. Es ist wichtig, die Funktionsweisen und das Zusammenspiel zwischen der 5G-Netzwerkinfrastruktur und den industriellen Anwendungen zu verstehen und Schritt für Schritt zu optimieren.

Industrie 4.0 und Digital Twin

Die Bereitstellung bedarfsgerechter Produktdaten in hoher Qualität ist ein wesentlicher Enabler, weshalb sich das Blomberher Unternehmen in der Industrial Digital Twin Association (IDTA) engagiert. Diese wurde am 23. September 2020 als Gemeinschaftsinitiative von VDMA und ZVEI als Hafen für den digitalen Zwilling für Industrie 4.0 gegründet. Die Zusammenarbeit von VDMA und ZVEI vermittelt ein klares Bekenntnis der Verbände zur „Asset Administration Shell“ und liefert damit Investitionssicherheit für Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektroindustrie und letztlich für die Endanwender aus der Automobil-, Pharma- oder Chemieindustrie. Um die Überführung von Industrie 4.0 Technologien und Standards in die Praxis zu forcieren, ist Phoenix Contact 2020 der Open Industry 4.0 Alliance beigetreten. Diese Allianz aus Herstellern der IT, Automatisierungstechnik und Maschinenbau hat sich zum Ziel gesetzt, auf Basis der vorliegenden Standards und Konzepte interoperable Lösungsbausteine zu entwickeln, um es Anwendern zu erleichtern, Nutzenpotenziale von Industrie 4.0einfacher und schneller zu erschließen. (nu)

Kontakt:

Phoenix Contact GmbH & Co.KG
Flachsmarktstr. 8
32825 Blomberg
www.phoenixcontact.com

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