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VDMA: Export wächst zweistellig – Lieferketten bleiben angespannt

Ausfuhren von Maschinen und Anlagen
VDMA: Export wächst zweistellig – Lieferketten bleiben angespannt

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Die Ausfuhren von Maschinen und Anlagen steigen im 2. Quartal 2021 um 23,5 %. Bild: Lukas Gojda/stock.adobe.com

Die Maschinenexporte aus Deutschland haben im 2. Quartal 2021 weiter an Fahrt gewonnen: Sie stiegen im Vorjahresvergleich um 23,5 % auf 44,5 Mrd. Euro, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen mitteilte. Im ersten Quartal lagen die Ausfuhren lediglich um 0,8 % über dem Vorjahr.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Maschinenexporte im 2. Quartal 2020 – dem Höhepunkt der Corona-Pandemie – um 21,5 % zurückgingen. Im ersten Quartal 2020 lag der Rückgang nur bei 5 %. Insofern ist der starke Anstieg im zweiten Quartal des laufenden Jahres auch auf eine niedrigere Vorjahresbasis zurückzuführen. Unterm Strich lagen die Maschinenausfuhren im ersten Halbjahr dieses Jahres 11,2 % über denen des Vorjahres.

Materialmangel erschwert deutlich den Aufschwung im Maschinenbau

Die Versorgung mit Vorprodukten wird zum Engpass. „Das kräftige Comeback der Maschinenexporte in nahezu alle Regionen der Welt ist sehr erfreulich“, sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. „Doch das positive Bild darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der weitere Aufschwung im Maschinenbau aufgrund von Materialmangel deutlich erschwert wird“, fügt Wortmann hinzu.

VDMA zum Materialmangel in Deutschland

Besonders die Versorgung mit Vorprodukten aus der Elektronik- und Stahlindustrie ist problematisch und sorgt für angespannte Lieferketten, wie aus einer Umfrage unter VDMA-Mitgliedern Anfang April hervorging.

Engpässe in der Logistik erhöhen den Druck auf Lieferketten

„Und die Situation hat sich seitdem weiter verschlechtert. Der Druck auf die Lieferketten ist hoch und wird zusätzlich durch Logistikengpässe verschärft. So sorgte ein einzelner Corona-Fall bei einem Hafenmitarbeiter in China im Juni bei Shenzhen und im August in Ningbo für eine Teilsperrung des viert- beziehungsweise drittgrößten Hafens der Welt. Das wiederum sorgt für eine hohe Beeinträchtigung des internationalen Warenverkehrs, erhöhte Lieferzeiten und einen Anstieg der Frachtkosten“, erläutert der VDMA-Konjunkturexperte. „Die Frachtraten zwischen China und Europa haben sich im bisherigen Jahresverlauf ohnehin schon mehr als versechsfacht“, sagt Wortmann.

Exportwachstum nach China hält an

Die Maschinenexporte in die beiden wichtigsten Einzelmärkte USA und China wiesen zuletzt eine gegenläufige Dynamik auf: Im 2. Quartal wurden 32,4 % mehr Maschinen und Anlagen aus Deutschland in die USA exportiert, während das Vorjahresergebnis im 1. Quartal noch um 6,6 % verfehlt wurde. In China lagen die Maschinenexporte aus Deutschland im zweiten Quartal 9,9 % und im ersten Quartal sogar 20,4 % über dem Vorjahreswert.

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„Die USA und China waren vor einem Jahr unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen. Nach einem kurzen Dämpfer zu Beginn des vergangenen Jahres sorgte das schnelle Hochfahren der Industrieproduktion für eine rasche Erholung der Maschinenexporte dorthin. Bereits im 1. Quartal 2021 wurde das Vorkrisenniveau übertroffen“, sagt Wortmann. „Das Abflachen der Wachstumsdynamik war auf diesem Niveau zu erwarten.“

In den USA dagegen setzte die Pandemie etwas später ein. Hier wurde der stärkste Rückgang im 2. Quartal 2020 mit -22,6 % verzeichnet. Doch auch die Maschinenexporte in die USA dürften in naher Zukunft ihr Vorkrisenniveau übertreffen, denn das milliardenschwere Konjunkturpaket sorgt für Schwung in der amerikanischen Volkswirtschaft.

Erfolgreiche Impfkampagne in Großbritannien beflügelt Exporte

Im zweiten Quartal lagen die gesamten Maschinenexporte aus Deutschland in die EU-27 um 26,1 % über ihrem Vorjahresniveau. Das Exportgeschäft mit den drei wichtigsten Abnehmern aus der EU-27, Frankreich (+28,8 %), Italien (+39,3 %) und den Niederlanden (+14,0 %) wuchs jeweils zweistellig – teilweise auch bedingt durch hohe Rückgänge im vergangenen Jahr.

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Ein hohes Exportwachstum verzeichneten ebenfalls die Türkei (+46,6 %) und das Vereinigte Königreich (+68,1 %). „In der Türkei entlädt sich der angelaufene Investitionsstau, der sich durch die Währungskrise aus 2018 und die Corona-Krise aufgebaut hat. Wie lange die positive Entwicklung anhält, bleibt abzuwarten, denn die Lira befindet sich weiter im Abwärtstrend, wodurch die Importe für die Türkei teurer werden. Im Vereinigten Königreich ist das öffentliche Leben zuletzt fast zum Normalzustand zurückgekehrt, was einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung begünstigt. Davon profitieren letztlich auch Maschinenexporteure“, sagt Wortmann.

Südkorea ist das einzige Land unter den Top-20-Absatzländern mit einem Rückgang der Maschinenexporte aus Deutschland (-6,1 %). (bec)

Kontakt:
VDMA e. V.
Lyoner Straße 18
60528 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 6603–1157
E-Mail: serviceteam@vdma.org
Website: www.vdma.org

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