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Studie 2022 des VDMA: Maßnahmen gegen Produktpiraterie im Maschinenbau zahlen sich aus

Aktuelle Studie des VDMA
Maßnahmen gegen Produktpiraterie im Maschinenbau zahlen sich aus

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Produktpiraterie: Die meisten Fälschungen stammen aus China, Indien rückt auf Platz zwei vor.
Bild: Olivier Le Moal/
stock.adobe.com

Die Maschinen- und Anlagenbauer sind in der Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie in den vergangenen beiden Jahren einen guten Schritt vorangekommen. Während die jährliche Schadenssumme in der Dekade von 2010 bis 2020 auf einem hohen Niveau von mehr als 7 Milliarden Euro verharrte, ist sie nun auf 6,4 Milliarden Euro deutlich gefallen.

Laut der aktuellen VDMA-Studie „Produktpiraterie 2022“ lag der durch Plagiatoren angerichtete Schaden damit um 1,2 Milliarden Euro niedriger als der zuletzt im Jahr 2020 ermittelte Wert.

„Das ist zwar immer noch eine enorme Summe, die im Maschinen- und Anlagenbau umgerechnet knapp 29.000 Arbeitsplätze bedeuten würde. Aber wir sehen eine deutliche Zunahme von Maßnahmen, die nach Entdeckung eines Plagiatsfalls eingeleitet werden und das scheint sich auszuzahlen“, erläutert Steffen Zimmermann, Leiter des VDMA-Competence-Center Industrial Security.

72 Prozent aller Firmen betroffen

Alle zwei Jahre befragt der VDMA seine Mitgliedsfirmen zu den Bedrohungen und Auswirkungen von Fälschungen. In der aktuellen Studie, die vom Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit Aisec im Auftrag des VDMA erstellt wurde, gaben 72 Prozent (2020: 74 Prozent) der befragten Unternehmen an, von Produktpiraterie betroffen zu sein.

Nach wie vor stammen die meisten Fälschungen dabei aus China. Die Volksrepublik führt mit 87 Prozent deutlich die Liste der Herkunftsländer von Plagiaten an. Auf Platz zwei folgt erstmalig Indien mit 26 Prozent, vor Deutschland auf Platz drei (19 Prozent).

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„Die Bedrohung, die von Fälschungen ausgeht, ist gewaltig: Plagiate stellen nachweisbar ein Sicherheitsrisiko dar“, sagt VDMA-Experte Zimmermann. „41 Prozent der Unternehmen berichten von Fälschungen, die eine Gefahr für Bediener oder Anwender mit sich bringen. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) sehen bei den von ihnen entdeckten Plagiaten eine Gefahr für den sicheren Betrieb der Anlage.“

Immer mehr professionelle Großplagiatoren

Als Auftraggeber für Plagiate nennen die meisten befragten Unternehmen direkte Wettbewerber (70 Prozent), aber auch Geschäftspartner wie Kunden, Zulieferer oder Joint-Venture-Partner werden als Ausgangspunkt von Fälschungen gesehen (41 Prozent). Einen deutlichen Zuwachs verzeichnen inzwischen professionelle Großplagiatoren, die von 30 Prozent der befragten Unternehmen genannt wurden.

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Am häufigsten werden dabei einzelne Teile oder das äußere Erscheinungsbild/Design gefälscht (jeweils 60 Prozent). Seltener kommen sogenannte „weiche“ Plagiate vor (Kataloge, Broschüren, Produktfotos), die einen Rückgang um 9 Prozentpunkte auf 29 Prozent verzeichnen. Erstmalig gefragt wurde nach Plagiaten von Websites und Online-Shops, von denen jedes fünfte Unternehmen betroffen ist.

Nur noch einer von drei entdeckten Fällen bleibt folgenlos

Entdeckt ein Unternehmen ein Plagiat, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. In den vergangenen beiden Jahren gab es bei den eingeleiteten Maßnahmen einen deutlichen Zuwachs in allen Kategorien, sodass nur noch in einem von drei Fällen die Entdeckung eines Plagiats folgenlos blieb – ein deutlicher Rückgang zur vorangegangenen Umfrage, als es noch 49 Prozent waren.

Der deutlichste absolute Zuwachs um 20 Prozentpunkte ist bei außergerichtlichen Maßnahmen zu verzeichnen, die dieses Jahr in 58 Prozent der Fälle erstmalig häufiger als bei jedem zweiten entdeckten Plagiat eingeleitet wurden.

Schon in den vergangenen Studien zeigte sich der Trend, dass kleine und mittlere Unternehmen nicht im selben Umfang tätig werden, wie Großunternehmen. „Während Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitenden nur in einem von sieben Fällen keine Maßnahmen einleiten, ist dies bei kleinen und mittleren Unternehmen in rund einem von zwei Fällen der Fall“, erläutert Zimmermann.

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Neben der Tatsache, dass Plagiatoren oder Vertriebswege nicht immer zweifelsfrei identifiziert werden können, kann für betroffene Unternehmen eine rigorose Verfolgung von Plagiaten auch unwirtschaftlich oder nicht mit angemessenem Aufwand umsetzbar sein.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei zivilgerichtlichem Vorgehen. Während mehr als jedes zweite Großunternehmen nach Plagiatsentdeckung ein Verfahren einleitete, ist dies nur bei jedem siebten kleinen und mittleren Unternehmen der Fall.

„Wir empfehlen den Unternehmen daher, zuerst ein außergerichtliches Vorgehen zu prüfen, beispielsweise Anwaltsschreiben, persönliche Gespräche oder Aufklärungsmaßnahmen beim Kunden. Erfahrungsgemäß stellt sich danach eine erste Besserung ein, da viele Plagiatoren unerkannt agieren und nicht öffentlich genannt werden wollen“, resümiert VDMA-Experte Zimmermann. (bec)

Zur vollständigen Studie „Produktpiraterie 2022“

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