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Bericht vom Jahreskongress der WPG

Mehr Nachhaltigkeit
WGP stellt neueste Erkenntnisse zu effizienter Produktion vor

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Mit Hilfe von KI-gestützter Software lässt sich beispielsweise ein durchgeführter Schweißprozesse auf jeden beliebigen Roboter einfach und schnell übertragen. Bild: Wandelbot GmbH

Auf ihrem Jahreskongress stellte die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik (WPG) Lösungen für den bevorstehenden Strukturwandel der Industrie hin zu energetisch verbesserten Prozessen oder auch den Einsatz umweltfreundlicher Materialien vor. Unter anderem gab es Beiträge zu einer verbesserten Roboterprogrammierung und zur biologischen Transformation.

Schneller Roboter programmieren

Eine der Lösungen präsentierte Christian Piechnick, CEO und Mitgründer der Wandelbots GmbH in Dresden im Rahmen seiner Keynote. „Wir haben eine Software entwickelt, mit der Roboter viel einfacher und schneller programmiert werden können“, erläuterte er, „eine Anwenderoberfläche, die es jedem Menschen erlaubt, ganz einfach und kostengünstig Robotertechnologien einzusetzen. Das birgt ein in weiten Teilen noch ungehobenes Potenzial für effiziente und nachhaltige Produktion.“

Die Einheitlichkeit eines Windows-Systems auch für die Robotik

Piechnick und seine Mitgründer haben ein einheitliches und einfaches Treiberkonzept entwickelt. „Denken Sie an Windows“, erläuterte der Dresdner. „Computer waren vorher eine komplexe Technologie, schwer verständlich für den Laien und Softwareunternehmen fehlte der einfache Zugang,“ so Piechnick. Microsoft habe dafür gesorgt, dass man PCs in jedem Haushalt und in jedem Unternehmen findet. Zum einen wurde eine einfach zu bedienende Benutzeroberfläche bereitgestellt, zum anderen wurde ein breit verwendetes Treiberkonzept eingeführt. Dadurch musste sich der Bediener nicht mehr mit heterogener Hardware und deren Integration in ein Gesamtsystem beschäftigen. Piechnick: „Einer der wichtigsten Beiträge war jedoch die Einführung einheitlicher Entwicklerwerkzeuge und -schnittstellen. Auf diese Weise können Millionen von Softwareentwicklern Lösungen bauen und bereitstellen. Genau das versucht Wandelbots für die Robotik zu etablieren. Dies umfasst neben der Software auch innovative Eingabegeräte.“

Praxisbeispiel

Ein praktisches Beispiel: Ein Schweißer kann einen wie auch immer gearteten Schweißprozess mithilfe der neuen KI-gestützten Software aufzeichnen. Hierfür nutzt er den TracePen, der optisch einem Schraubenzieher ähnelt. Der Prozess wird einmal aufgezeichnet. Aus den Daten generiert die Software ein virtuelles Abbild der Aufgabe. Dieses kann dann auf einem iPad mithilfe der Wandelbots Software feinjustiert werden. Die Software generiert daraus einen Skill für jeden beliebigen Roboter – und bindet zusätzlich noch seine Umgebung, also zum Beispiel Endeffektoren oder Sensoren, die er verwendet, mit ein. Quasi auf Knopfdruck übernimmt er vollautomatisch den vorgegebenen Schweißprozess.

Kleinen und mittelständischen Unternehmen könnte das neue Konzept einen kaum zu unterschätzenden Schub verleihen. Mit dem „Windows für Roboter“ stehe jedem eine universelle Plattform zur Verfügung, auf der unterschiedliche Hersteller zusammen an Lösungen bauen, die anschließend von jedem verwendet werden können. „So viele KI-Experten haben so viele tolle Ideen, die nicht umgesetzt werden können, weil sie Roboter nicht verstehen und programmieren können“, begeisterte sich Piechnick. „Das macht ganz viele der Ideen zunichte. Mit einer solchen Plattform sind der Phantasie der KI-Spezialisten künftig sehr viel weniger Grenzen gesetzt.“

Schwarmarchitektur kann Auslastung eines Produktionsprozesses optimieren

Nicht nur die Grenzen zwischen IT und Produktionstechnik verschwimmen immer mehr. Über die Konvergenz unterschiedlicher Technologien sprach der WGP-Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Völlig unterschiedliche Forschungsgebiete nähern sich einander an. Unter anderem nannte Neugebauer die biologische Transformation. „Wir fangen gerade erst an zu erkunden, wie wir Prinzipien, Materialien und Strukturen der Natur für die Produktionstechnik nutzen können“, erläuterte der Produktionswissenschaftler. „Mit der Konvergenz von Biologie, Informatik und Ingenieurwissenschaften wird eine nachhaltige und intelligente Produktion ermöglicht.“ Nur ein Beispiel: Das Verständnis von Ameisenkolonien und ihrer Schwarmarchitektur kann helfen, die Auslastung eines Produktionsprozesses zu optimieren und damit sowohl die Resilienz als auch die Ressourceneffizienz zu erhöhen. (eve)

Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik e.V. – WGP
c/o Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen
Campus-Boulevard 30
52074 Aachen
www.wpg.de

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