Schutzkleidung mit Mehrfachschutz Ausschlaggebend ist die Praxistauglichkeit

Schutzkleidung mit Mehrfachschutz

Ausschlaggebend ist die Praxistauglichkeit

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Bei der Auswahl von Schutzkleidung ist es wichtig, zu beachten, ob sie auch zu den Anforderungen im täglichen Einsatz passt. (Bild: Mewa)
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Zur Unterstützung für die Auswahl von Schutzkleidung existiert eine halbe Hundertschaft an Normen. Dennoch besteht Unsicherheit bezüglich der „richtigen“ Auswahl von PSA. Die Folge: Schutzkleidung mit Mehrfachschutz wird immer populärer. Silvia Mertens, Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik und Leitung Produktmanagement bei MEWA Textil-Service, und Wolfgang Quednau, Textil-Ingenieur und Mitglied in Normierungsausschüssen, informieren über das Potenzial multifunktionaler Schutzkleidung.

Eine hochwertige, bequeme Schutzkleidung anzubieten, die nach drei oder vier Normen zertifiziert ist, ist längst kein Hexenwerk mehr. Hitze- und Flammschutzkleidung, die das Zertifikat nach ISO 11611 und ISO 11612 trägt, zusätzlich Antistatik für den Ex-Bereich bietet und sich für Arbeiten unter Spannung, entsprechend VDE 0682–306–1–1 oder –2 eignet, ist sinnvoll und sehr gut zu realisieren. Damit erfüllt sie bereits fünf Normen. Doch mit dem zunehmenden Bedürfnis nach Sicherheit in der Arbeitswelt erobert Kleidung den Markt, die acht oder sogar zehn Normen erfüllt. Diese Kleidung trägt in der Regel Zertifikate aus sehr unterschiedlichen Bereichen, die von chemischen über thermische bis hin zu mechanischen Gefährdungen reichen.

Doch wie praxistauglich ist Kleidung wirklich, die alles bietet vom Wetter-, Warn- und Chemikalien- bis zum Hitze- und Flammschutz, wenn sie all diesen Risiken täglich und kontinuierlich ausgesetzt ist? Arbeitgeber oder Einkäufer, die weniger vertraut sind mit den Rahmenbedingungen des Arbeitsschutzes, sind häufig überzeugt, eine Kleidung, die vielen Normen entspricht, schützt auch effizient gegen ebenso viele Gefährdungen. Aber je mehr Anforderungen zu erfüllen sind, desto schwieriger wird es, faser- und gewebetechnisch spezifische Anforderungen auf einem hohen Niveau zu erfüllen. In der Regel senkt sich analog zur Anzahl der Schutzfaktoren das Niveau einzelner Schutzfaktoren.

Auch hinsichtlich ihrer Lebensdauer ist eine Schutzkleidung, die auf wenige, aber wesentliche Risiken am Arbeitsplatz zugeschnitten ist, meist besser als eine Kleidung, die ein ganzes Spektrum an Zertifizierungen abdeckt. Bei der Anschaffung von PSA wird vielfach über den Preis diskutiert. Für ihre Wirtschaftlichkeit ist aber ihre Funktionalität ausschlaggebend. Preiswerte Schutzkleidung, mit diversen Schutzfaktoren ist nicht zwingend wirtschaftlich. Das ist z. B. der Fall, wenn sie erstens in den wirklich relevanten Risikobereichen nicht ausreichend schützt und zweitens einen hohen Verschleiß aufweist. Die Anschaffung ist eine Sache. Das andere relevante Kriterium – sowohl hinsichtlich Sicherheit als auch Kosten – ist ihre Haltbarkeit. Hier sind die folgenden Fragen in die Wirtschaftlichkeitsberechnung einzubeziehen: Wie hoch sind Reparatur-, Nachrüstungs- und Ersatzkosten der Kleidung? Leider gibt es keinen guten langfristigen Schutz im einmaligen Sonderangebot. Aber es existieren Schutzkleidungskonzepte und passende Wartungsmodelle, die sich rechnen, weil sie ihre Träger kontinuierlich effizient schützen.

Daher ist es sinnvoll, bei der Auswahl von Schutzkleidung zu hinterfragen, ob eine Kleidung, die auf den ersten Blick besonders viel für vergleichsweise wenig Geld kann, auch tatsächlich in den Betriebsalltag passt. Denn letztlich geht es darum, den Anforderungen am realen Arbeitsplatz gerecht zu werden. Das heißt: Am Anfang der Auswahl einer Schutzkleidung steht immer die Gefährdungsbeurteilung. Wer die Bedingungen am Arbeitsplatz eines Mitarbeiters genau analysiert, kann Prioritäten für die Anforderungen an die erforderliche Kleidung setzen. Weniger, aber dafür optimale Schutzfaktoren bieten in der Regel mehr Sicherheit.

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