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Feine Stäube sind gefährlich

Professionelle Absaugtechnik für Metallpartikel
Feine Stäube sind gefährlich

Arbeitsschutz | Feine Stäube und Späne, die bei der Metallbearbeitung anfallen, sind gesundheitsschädlich und erhöhen das Risiko von Bränden. Mit mobilen Saugern und professionellen Absauganlagen lassen sich die Probleme elegant lösen.

Um die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zu gefährden und die Prozesssicherheit zu erhöhen, müssen anfallende Späne und Stäube bei der Bearbeitung von Metallen abgesaugt und Frischluft in die Arbeitsräume rückgeführt werden. Gefragt sind Anlagen, die den Bearbeitungsraum effizient von anhaftenden oder abgelagerten Spänen und Stäuben befreien und diese im zweiten Schritt von den Kühlschmierstoffen trennen. Daraus ergeben sich zwei positive Effekte: Erstens erzielen trockene Metallreste beim Wiederverkauf einen höheren Preis und zweitens kann der Kühlschmierstoff wiederverwertet oder recycelt werden. Mit einer Blaspistole oder einem Besen werden die Partikel nur an einen anderen Platz befördert und nicht entsorgt. Zudem werden die Mitarbeiter durch die schlechte Luftqualität gesundheitlich belastet.

Doch wie findet man die richtige Saugtechnik für seine Anwendung? Bei Saugern unterscheidet man zunächst nach der Filterleistung, die an die jeweilige Staubklasse angepasst ist. Sie wird gemäß einer DIN-Norm in so genannten Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) angegeben und beschreibt die zulässige Konzentration in mg pro Kubikmeter Luft, die auch bei einem längeren Aufenthalt im belasteten Raum nicht krank macht. Insbesondere bei feinen Stäuben, die gesundheitsgefährdend sein können, sollten Experten der Berufsgenossenschaft Bau oder der gesetzlichen Unfallversicherung hinzugezogen werden.
Man unterscheidet dabei grundsätzlich drei Klassen. In der Klasse L (leichtgefährlich) ist der AGW größer als 1 mg/m³. Besondere Anforderungen an die Filterung oder die Entsorgung bestehen in diesem Fall nicht. Bei Klasse M (mittelgefährlich) liegt der AGW zwischen 0,1 und 1 mg/m³ und die Filterleistung muss eine Durchlässigkeit unter 0,1 % aufweisen. Bei Klasse H (hochgefährlich) schließlich liegt der AGW unter 0,1 mg/m³ und es ist eine Durchlässigkeit des Filters unter 0,005 % gefordert. Die Entsorgung der anfallenden Stäube muss absolut verlustfrei sein.
Neben der Filterleistung ist auch die Bauart des Saugers wichtig. Handelt es sich um brennbare Partikel, müssen Sauger in zündquellenfreier Bauart B22 eingesetzt werden. Dabei ist unter anderem eine elektrostatische Aufladung des Geräts ausgeschlossen. In explosionsgefährdeten Bereichen müssen zudem Funkenquellen ausgeschlossen sein. Auch die Saugtechnik wird auf das jeweilige Gefahrenpotential ausgerichtet, das in unterschiedlichen Zonen eingeteilt ist. In Zone 20 ist langfristig oder häufig mit einer explosionsfähigen Atmosphäre zu rechnen. In Zone 21 können Wolken aus brennbarem Staub nur gelegentlich auftreten. Und in der Zone 22 schließlich existiert bei Normalbetrieb nur ein sehr geringes oder kurzfristiges Risiko. Die Absaugtechnik muss für die jeweilige Zone gemäß den europäisch gültigen ATEX-Leitlinien zertifiziert sein.
In der Praxis wird des Weiteren zwischen kontinuierlich arbeitenden Zentralabsauganlagen und mobilen Saugeinheiten unterscheiden. Die kontinuierlich arbeitenden Zentralabsauganlagen sind genau auf den jeweiligen Bearbeitungsprozess abgestimmt und decken die gesamte Späne-Prozesskette ab. Die anfallenden Partikel und Späne werden unmittelbar an der Entstehungsstelle abgesaugt und gelangen automatisch über ein fest installiertes Rohrleitungssystem in die Saugeinheit, wo sie dann sicher von der Luft und dem Kühlschmierstoff getrennt werden. Die Anlagen zeichnen sich aus durch eine leistungsfähige Filtertechnik mit einem hohen Abscheidegrad und langen Standzeiten. Die Stillstandszeiten der Anlage und damit auch der Produktion werden minimiert.
Mobile Industriesauger werden manuell bedient und können an mehreren Arbeitsplätzen zum Einsatz kommen. Sie sind nicht nur an der eigentlichen Bearbeitungsstelle beim Absaugen von Sägespänen oder der Bodenreinigung hilfreich, sondern auch bei der kontinuierlichen Pflege von Kühlschmierstoffen. Vor der eigentlichen Aufbereitung kann die oberste Schicht des Kühlschmierstoffbads mit einem mobilen Sauger abgesaugt und so von aufschwimmenden leichten Spänen und allgemeinem Schmutz befreit werden. Somit wird ein deutlich geringerer Teil dieser Stoffe in die Aufbereitung weitergetragen und der Aufwand zum Pflegen des Kühlschmierstoffes reduziert. Für die Wahl des passenden Saugers sind zudem das Behältervolumen, der Unterdruck und die Luftmenge, die je Sekunde aufgenommen werden kann, entscheidend. Die geeignete Technik hängt immer vom Anwendungsfall ab und muss individuell beurteilt werden. (ub) •
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 19
Ausgabe
19.2021
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