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Augmented Reality als Marketing-Tool

Industrieunternehmen präsentieren versteckte Produkte und Funktionen
Augmented Reality – der Blick aufs Verborgene

Im Marketing und Vertrieb eröffnet AR komplett neue Möglichkeiten: Informationen exakt dort anzuzeigen, wo Kunden sie benötigen – direkt im Blickfeld, auf dem Produkt selbst und auch auf (virtuellen) Messen. TWT entwickelt dafür maßgeschneiderte Lösungen.

Markus Neckar
Creative Director, TWT Interactive
Laura Wagemann,
Senior PR Managerin, TWT Digital Group

Immersive Technologien wie Augmented Reality werden im Kontext von Covid-19 wichtiger denn je. Unternehmen sehen sich vor große Herausforderungen gestellt – insbesondere, wenn es um das Präsentieren von Produktneuheiten und die persönliche Kontaktanbahnung geht, da Messen entweder ganz ausfallen oder in den digitalen Raum verlegt werden. Eine Entwicklung, die wahrscheinlich auch 2021 anhalten wird. Glücklicherweise sind immersive Technologien geeignet, virtuellen Messen nicht nur einen realen Touch zu verleihen, sondern Produkte in einer ganz neuen, beeindruckenden Weise zu präsentieren. Unternehmen profitieren davon: Zunehmend wird klar, dass digitale Kommunikation auch über die Corona-Krise hinaus einen echten Mehrwert liefern kann.

Geberit beispielsweise versteht sich als europäischer Marktführer für Sanitärprodukte und prägt seit fast 150 Jahren die Entwicklungen in der Branche mit. Durch den Erwerb einer Reihe von Keramikmarken im Rahmen der Akquisition von Sanitec hat Geberit nun ein neues Gesicht bekommen: Zur verlässlichen Sanitärtechnik hinter der Wand gesellt sich ästhetisch anspruchsvolle Badausstattung. Unter dem Claim „Design Meets Function“ will der Sanitärhersteller diese neue Welt auch für Endkunden erfahrbar machen.

Die Herausforderung dabei: In der Regel lassen sich die Funktionen der Produkte schwer darstellen – beispielsweise, wenn es um den Geruchsabzug im WC geht. Der Kunde kann diese Funktion nicht mit dem Auge sehen, da sich die verbauten Produktkomponenten hinter dem Design oder der Badezimmerwand verbergen. Um Kunden hier Einblicke in die innovativen Sanitärlösungen zu geben, setzt der Hersteller auf Augmented Reality (AR): „Wir haben im März 2019 unsere neue Produktlinie gelauncht. Hierzu musste eine innovative Lösung her, um die besonderen Funktionen unserer Produkte auf Messen zu promoten”, erläutert Benjamin Kägi, Project Manager Digital bei Geberit.

Interaktion mit dem Produkt dank Augmented Reality

Der Hersteller legte großen Wert darauf, dass die Messebesucher mit den Produkten interagieren. Geberit entschied sich für eine fortschrittliche Augmented Reality App, mit deren Hilfe sich Produkte und ihre Komponenten in 3D abbilden lassen. Mit dieser können die Kunden sich direkt von den Funktionen überzeugen. Aufgrund des Technologieverständnis und einer langjährig bewährten Zusammenarbeit fiel die Wahl schnell auf die Digitalagentur TWT.

TWT setzte die neue Produktserie in kürzester Zeit in der AR-Anwendung in Szene: Via Smartphone oder Tablet wird ein Marker eingescannt. Die Geberit-Produkte werden nun im freien Raum sichtbar, als wären sie real. WC-Keramiken, Waschbecken und Urinale lassen sich beliebig an jede Wand projizieren, um die Raumwirkung realistisch zu testen. In Echtzeit lassen sich Wasserhähne virtuell auf- und zudrehen oder Toilettenspülungen betätigen. Detaillierte Produktinformationen können die Interessenten direkt aufrufen.

Geberit visualisiert Geruchsabzug
mittels Augmented Reality

Auch komplexe Vorrichtungen wie die Geruchsabsaugung wird mit wenigen Klicks transparent – und das sogar hinter der Wand: Sowohl Keramikwabenfilter als auch Spülkastenabdeckung können beispielsweise virtuell herausgenommen und von allen Seiten betrachtet werden. So demonstriert die App dem Nutzer spielerisch, wie eine komplette Installation aussehen könnte. Er erfährt, welchen Funktionsumfang er erwarten kann und wie sich das Produkt im Alltag nutzen lässt. „Es war eine große Herausforderung, diesen Use Case umzusetzen“, sagt Christopher Stolarski, Projektmanager und AR-Experte bei TWT. „Dank der gewählten Technologie können wir das Produkt aber an Ort und Stelle vollständig erlebbar machen und Geberit so von den Wettbewerbern abheben.“

Nicht nur die potenziellen Kunden erfahren, wie einfach sich das Produkt einbauen lässt, auch die Installateure. Im Verkaufsgespräch müssen Funktionen nicht mehr lange erklärt werden, sondern der Gesprächspartner kann sie direkt selbst erleben. Die von TWT entwickelte App ist zudem international nutzbar. „Die AR-Anwendung hat unseren Messeauftritt um einiges interessanter gestaltet, mehr Aufmerksamkeit für die Produkte erregt und den Verkauf gefördert. Wir können die Funktionen nun viel innovativer und einfacher erklären als bisher“, resümiert Projektmanager Kägi von Geberit. Entsprechend positiv fällt sein Fazit der Zusammenarbeit aus: „TWT hat mit uns sehr zügig eine für die Messe optimale Lösung erarbeitet.“

Versteckte Systemkomponenten werden sichtbar

Mit einer ähnlichen Herausforderung befasste sich ein global agierender Technologie- und Industriegüterkonzern. Sein Fokus liegt auf Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen – in der Automobil-, Luftfahrt- und Baubranche ebenso wie in der Öl- und Gasindustrie. Da die Systemkomponenten jedoch meist in Produkten der Industriepartner verarbeitet sind, ist für Außenstehende oft nicht ersichtlich, dass die komplexen Lösungen von eben diesem Stahlkonzern stammen. Wie also die versteckten Produkte präsentieren? Und wie potenzielle Kunden ansprechen?

Die Lösung: Ein Augmented Reality Tool, das flexibel auf verschiedenen Messen das gesamte Portfolio des Unternehmens darstellen kann. TWT konnte das Unternehmen mit der Idee einer Art „Zukunftsstadt“ überzeugen. Der Nutzer scannt einen Code via Tablet oder Smartphone. Nun ersteht vor ihm eine virtuelle Stadt. Sämtliche verbauten Stahl-Komponenten des Konzerns sind farblich hervorgehoben – ob sie in Autos, Baustellenfahrzeugen, Flugzeugen, Zügen oder einer der vielfältigen anderen Elementen verbaut sind. Nutzer erfahren etwas über die Einsatzmöglichkeiten und erleben einen emotionalen Wow-Effekt.

Virtuelle Messestände sprengen Grenzen

Immersive Technologien lohnen sich auch dort, wo Vertrauen geschaffen werden soll. Vor dieser Herausforderung stehen insbesondere jene Hersteller, die auf kundenspezifische Lösungen spezialisiert sind und komplexe, schwer zugängliche Produkte fertigen – ob Hardware, hochtechnisierte Maschinen oder etwa große Industrieanlagen. Viele dieser Hersteller sind auf Messen und Kongresse angewiesen. Ein Standbein, das zurzeit wegzubrechen droht. Doch virtuelle, interaktive Lösungen können die Produkte auch in einem virtuellen Raum attraktiv in Szene setzen – über die Krise hinaus.

Dabei lohnt es sich, den analogen Messestand nicht nur eins-zu-eins zu kopieren, sondern größer zu denken. Immersive Technologien bieten im wahrsten Sinne des Wortes unendlichen Raum für Ideen und Erlebniswelten. Sie stellen nicht nur eine gleichwertige Lösung dar, sondern bieten den Nutzern ein unvergessliches Erlebnis, das sie in der Realität so nicht erfahren könnten. „Digitale Technologien können helfen, Produkte auf eine neue Art zu präsentieren und für Kunden eine erlebbare Produktwelt zu kreieren”, sagt Olga Schick, Director Advanced Industry bei TWT.

Natürlich sollte ein virtueller Messestand zur Marke des Herstellers passen. Das Ergebnis können – wie bei einem Kunden von TWT – weitläufige Wüstenszenarien sein, aber auch Parkanlagen, Maschinenhallen, Büroräume oder Unterwasserwelten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Der Aufbau eines virtuellen Messegeländes wird in ersten Ideenskizzen festgehalten und die Laufwege des Besuchers werden festgelegt: Wer ist die Zielgruppe? Welche Interaktionspunkte soll es geben? Wie soll das Angebot emotional erlebbar werden? Gibt es beispielsweise Maschinen, die der Besucher selbst bedienen kann? Flugzeuge, die er fliegen oder Kräne, die er steuern kann? Basierend auf den Antworten erfolgt ein Grundaufbau der 3D-Umgebung. Weiterführende Informationen zu den Produkten mit einfachen Klicks runden die Customer Journey ab. Um den virtuellen Messestand noch interaktiver und persönlicher zu gestalten, bietet es sich außerdem an, Optionen für einen Live- oder Videochat einzurichten, damit Interessenten direkt mit einem Ansprechpartner verbunden werden können, der ihnen bei Fragen weiterhilft.

Im Falle des TWT-Kunden mit der Wüstenlandschaft wurde die 3D-Experience außerdem von einer suchmaschinenoptimierten Landingpage mit AR-Funktionen begleitet. So können sich Besucher weitere Produkte des Herstellers projizieren lassen, ohne eine App zu installieren: in Originalgröße auf ihren Schreibtisch, direkt durch den Bildschirm ihres iOs- oder Android-Gerätes. So eine virtuelle Erlebniswelt ist leicht anpassbar und lässt sich für unterschiedliche Anlässe nutzen.

Augmented Reality lohnt als Marketingtool

Die drei Praxisbeispiele zeigen die Vorzüge von AR und 3D-Messeständen: Versteckte Funktionen werden sichtbar, Produkte bleiben länger in Erinnerung und werden schneller wiedererkannt. Weil der Nutzer interagieren kann, kreieren AR-Anwendungen zudem ein positives Markenbild. Nun spielt auch das Erleben eine Rolle für den Kauf, nicht mehr nur der Preis.

Kontakt:

TWT Digital Group GmbH
Adlerstraße 74
40211 Düsseldorf
Tel.: +49 211 601601–0
www.twt.de

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