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Kurvengetriebene Rundtische sind robust und leicht zu warten

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Kurvengetriebene Rundtische sind robust und leicht zu warten

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Der Druckgussspezialist Dynacast stellt seine Montage- und Prüfzellen sukzessive von Hirth-verzahnte auf kurvengetriebene Rundtische um. Das hat positive Auswirkungen auf die Taktzeit und die Sicherheit der Maschinen und Prozesse.

Seit rund drei Jahrzehnten hatten sich die Fibrotakt-Rundtische in den automatisierten Montage-, Bearbeitungs- und Prüfzellen bei Dynacast bewährt. „Bei uns kamen immer die pneumatisch gesteuerten Tische mit Hirth-Verzahnung zum Einsatz, weil sie sehr genau sind und über ein hohe Niederhaltekraft verfügen“, berichtet Josef Holzer, Leiter Sondermaschinenbau bei Dynacast in Weikersdorf.

Um beim Bohren, Einpressen, Reiben, Entgraten und Stanzen eine maximale Prozessstabilität zu gewährleisten, wurden die auftretenden Kräfte schon immer zusätzlich über gehärtete Zapfen an der Tischunterseite abgefangen. Dem vergleichsweise niedrigen Massenträgheitsmoment der Hirth-verzahnten Rundschalttische begegnete man bei Dynacast, indem diese mit Bohrungen versehen und die Aufnahmen abgefräst wurden. Dennoch stießen die Weikersdorfer auch bei den bewährten Komponenten hin und wieder an Grenzen. So mussten beispielsweise häufiger Dämpfer getauscht werden, weil diese aufgrund der zu hohen Tischbeladung vorzeitig verschlissen waren.

Zwar hatte man bei zugekauften Maschinen bereits Erfahrungen mit elektromechanischen Tischen anderer Hersteller gesammelt. Diese blieben jedoch weit hinter den eigenen Anlagen mit Rundtischen von Fibro zurück. Auch ein Selbstversuch, bei dem ein Rundtisch zusammen mit einer Partnerfirma gebaut wurde, führte nicht zum Erfolg. „Bei einer Störung musste die komplette Maschine demontiert werden, um den Fehler zu finden“, so Holzer. „Am Ende waren die elektrischen Tische immer zu ungenau.“ Ein servopneumatisch gesteuerter Eigenbau mit hydraulischen Dämpfern und Kugelzentrierung erwies sich hinsichtlich Ansteuerung, Wirtschaftlichkeit und dem Umgang mit Störungen als problematisch.

„Unser Ziel ist es, Anlagenbauer und Anwender fachlich kompetent und individuell zu beraten“, erläutert Sven Sammet, Regionalvertriebsleiter RotoMotion beim Werkzeugbauer Fibro mit Sitz in Weinsberg. „Dazu gehört auch, den Umstieg auf ein neueres oder gegebenenfalls günstigeres Rundtischmodell zu empfehlen, wenn es in der Anwendung eine bessere Performance verspricht.“

Dass der Druckgussspezialist heute kurvengesteuerte Universalrundtische (Fibrotor) einsetzt, ist nicht zuletzt auch der Beratung durch Rath Industriebedarf aus Korneuburg zu verdanken. Der österreichische Vertriebspartner von Fibro versteht sich als Problemlöser des Maschinenbaus. Fachberater Martin Mörtl hält gemeinsam mit seinen Kollegen einen engen Kontakt zu Josef Holzer und greift auf das Know-how des Fibro-Teams in Weinsberg zurück. So wurde mit dem Fibrotor-Programm schließlich eine Lösung gefunden, die technisch und wirtschaftlich überzeugen konnte.

Sieben Rundtische in den Baugrößen 12 und 13 sind mittlerweile in Betrieb. Weitere sollen folgen. Im Gegensatz zu den Fibrotakt-Rundtischen, die vorwiegend in zerspanenden Prozessen verwendet werden, sind die elektromechanischen Universalrundtische gezielt für den Einsatz in Automatisierungslösungen konzipiert. Sie eignen sich als Montage-, Schweiß- und Positioniertische ebenso wie für den Einsatz in Verpackungs-, Druck-, Beschriftungs- und Lasermaschinen. Auch im Bereich der leichten Zerspanung können sie genutzt werden. Die Rundtische bieten kurze Schaltzeiten, erlauben mit ihrer groß dimensionierten Axial-Nadellagerung hohe Transportlasten und gewährleisten dank der Kurvenrollen mit Gleitlagern eine hohe Steifigkeit. Mit hydraulischer Klemmung und verstärkter Schalttellerlagerung sind sie sogar für leichte Zerspanungsaufgaben geeignet. Robust gebaut und langzeitgeschmiert minimieren sie den Wartungsaufwand und ermöglichen eine lange Einsatzdauer.

Gerade bei der manuellen Beladung, wie sie bei Dynacast üblich ist, bietet das Modell einen weiteren Vorteil. Die Rundtische gehen sofort in den Stillstand, sobald der Prozess über das Signal einer Lichtschranke gestoppt wird. Damit ist bei einem Not-Aus auch in der Drehbewegung die Gefahr von Quetschungen oder anderen Verletzungen ausgeschlossen. Bislang hatte man hierfür immer zusätzliche Ventile und Steuerungen eingebaut, die jedes Mal aufwendig geschaltet werden mussten, wenn der Bediener aus Versehen ins Lichtgitter greift und die Anlage stoppt. Und da die elektromechanischen Rundtische im Gegensatz zu den Hirth-verzahnten Modellen nicht abheben, laufen sie zudem ruhiger.

Für Josef Holzer war die Umstellung des Maschinenkonzepts mehr als konsequent. „Die neuen Tische sind sicherer, schneller, günstiger und erlauben eine höhere Beladung“, fasst er zusammen. Während das Fibrotakt-Modell im täglichen Betrieb bei einem halben Meter Durchmesser eine Positioniergenauigkeit von 0,018 mm erreicht hat, liegt die neue Lösung mit 0,028 mm lediglich eine Nuance darüber – und das reiche für die meisten Anwendungen bei dem Druckgussspezialisten aus.

Der geringe Mehrpreis für die verstärkte Lagerung macht sich nach Ansicht von Josef Holzer allemal bezahlt. Im laufenden Betrieb kommen die Rundtische zum Teil auf 4500 Takte pro Schicht und das bei 17 Schichten in der Woche. „Man glaubt gar nicht, wie schnell die erste Million voll ist“, wundert sich Holzer. (us)

Kontakt:
FIBRO GmbH
Weidachstraße 41–43
74189 Weinsberg
Tel. +49713473593
s.sammet@fibro.de
www.fibro.com



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