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Mehr Durchblick in der Fertigung

Betriebsdatenerfassung hat bei Ringspann die Prozesse verbessert
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Zeit und Zutritt | Dank einer zugeschnittenen Zeit- und Betriebsdatenerfassung des Herstellers Kaba konnte Ringspann, ein Experte für Antriebskomponenten, die Transparenz in der Produktion erhöhen. Die Module gingen zeitgleich mit einem neuen SAP-System problemlos in den Echtbetrieb.

Rund 400 Menschen arbeiten weltweit bei Ringspann, 265 davon in Bad Homburg. Hier steht neben der Unternehmenszentrale auch das Werk für Antriebstechnik. Gefertigt werden dort Lageraufträge und kundenspezifische Aufträge. Die gewerblichen Mitarbeiter arbeiten in Schichten, für die kaufmännischen Angestellten gelten Gleitzeitregelungen. Seit Januar 2013 steuert ein SAP-System das gesamte Unternehmen. Was zu diesem Zeitpunkt allerdings noch fehlte war eine Zeit- und Betriebsdatenerfassung, die sich optimal in die vorhandene ERP-Landschaft einfügt. „Wir wollten ein integriertes, von SAP zertifiziertes Subsystem, das einfach zu bedienen ist“, erklärt Thomas Volz, SAP-Projektleiter bei Ringspann. Außerdem sollte das System jederzeit erweiterbar sein. Bislang war bei Ringspann keine elektronische Betriebsdatenerfassung (BDE) im Einsatz. „Aus wirtschaftlichen Gründen wollten wir die Betriebsdaten effizient erfassen und dadurch mehr Transparenz im Fertigungsbereich gewinnen“, so Volz. „Und schließlich wollten wir unsere Fertigungsaufträge nachkalkulieren können.“ Am Ende bilden die erfassten Daten die Grundlage für die Ermittlung des Prämienlohns.

Die Bad Homburger nahmen mehrere Systeme unter die Lupe und entschieden sich für ein System des Herstellers Kaba aus Villingen-Schwenningen. „Die Schwarzwälder konnten uns eine gute Integration in unser SAP-System bieten und erfüllten unterm Strich alle Anforderungen.“, so Projektleiter Volz. Hinzu kam, dass bei Ringspann im Bereich der Zutrittskontrolle bereits ein System von Kaba im Einsatz war. Dieses besteht aus Online-Lesern und mechatronischen Digitalkomponenten. Mit der neuerlichen Lösung von Kaba konnten die vorhandenen Legic-Ausweise weiter verwendet werden. Anfang letzten Jahres ging schließlich das System zusammen mit der SAP-Software in den Echtbetrieb. „Die Integration hat von Anfang an funktioniert“, betont Thomas Volz. Basis der Subsystemlösung von Kaba ist eine von SAP zertifizierte Schnittstelle, die zunächst eine einfache Integration ermöglicht. Darüber hinaus ist ein sicherer und fehlerloser Datenaustausch zwischen den SAP Modulen (HCM, PP, PM/CS) und den Erfassungskomponenten von Kaba gesichert.
Bei Ringspann kommen nur wenige Zeiterfassungsterminals vom Typ B-web 9320 zum Einsatz. Der Großteil der Anwesenheitszeiten und die kompletten Auftragsdaten werden an Rechnern mit Touchscreen über einen Kaba Web-Client erfasst. Über diese Technik können die Mitarbeiter bequem am PC die Arbeitsgänge an- und abmelden. An den 40 eingerichteten Arbeitsplätzen werden auch die Gut- und Ausschussmengen gebucht. Alle Daten fließen anschließend zur Weiterverarbeitung in die SAP-Module PP und HCM. Bei den Bad Homburgern sind außerdem mit der Mehrmaschinenbedienung und der Mehrauftragsbearbeitung zwei Add-On-Module von Kaba im Einsatz. Eine Sammelrückmeldung für kurzlaufende Aufträge ist geplant. Mit dieser Funktion kann der Mitarbeiter gleichzeitig bis zu fünf Aufträge an- und abmelden, wodurch der Erfassungsaufwand wesentlich reduziert wird.
In Zusammenarbeit mit Kaba wurde eine spezielle Bildschirmmaske für die Mitarbeiter entwickelt. Jetzt können sie leicht ablesen, welche Aufträge sie im laufenden Monat und im Vormonat rückgemeldet haben. Diese Daten sind schließlich die Grundlage für ihren Prämienlohn. „Früher wurden die Fertigungsbelege an die Personalabteilung gegeben“, so Thomas Volz. „Heute geht alles elektronisch und man spart sich die manuelle Arbeit.“
Das System funktionierte laut Volz vom Start weg und wurde auch von den Mitarbeitern gut angenommen. „Wir haben extra viele Arbeitsplätze eingerichtet, damit die Mitarbeiter ohne lange Wege schnell ihre Buchungen machen können“, betont der Projektleiter. Im nächsten Schritt wird das Modul „Zeitabgleich“ eingeführt, mit dem sich die gemeldeten Auftragszeiten gegen die Anwesenheitszeiten der Mitarbeiter nachträglich abgleichen lassen. Ein von Kaba bereitgestellter SAP-Baustein ermittelt die Korrekturzeiten im Hintergrund und schickt dann die geänderten Zeiten direkt ins PP-Modul. Auf diese Weise können die Pausen der Mitarbeiter von den Aufträgen abgezogen werden.
Für Ringspann hat sich die BDE-Einführung gelohnt. „Wir haben jetzt eine zeitnahe Rückmeldung der Betriebsdaten und damit eine hohe Transparenz in der Fertigung“, freut sich Thomas Volz. „Uns stehen jetzt zu jeder Zeit aktuelle Informationen über den Auftragsfortschritt, den Auftragsstatus und die Mengen zur Verfügung.“ Die Prozesse wurden klar verbessert und die BDE stelle eine exakte Basis für die Nachkalkulation und die Lohnabrechnung bereit. Auch die Zusammenarbeit mit Kaba schätzt der Projektleiter. Die Beratung sei kompetent und praxisbezogen. (ub) •

Spezialist für Antriebe

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Die Ringspann GmbH kann auf rund 70 Jahre Erfahrung in Konstruktion und Entwicklung zurückblicken. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Homburg hat sich in dieser Zeit zu einem Spezialisten für Antriebskomponenten und Präzisions-Spannzeuge entwickelt. Zum Portfolio gehören unter anderem Bremsen, Welle-Nabe-Verbindungen, Kupplungen und Präzisions-Spannzeuge. Weltweit beschäftigt Ringspann rund 400 Menschen, 265 davon arbeiten in Bad Homburg. Dort steht neben der Unternehmenszentrale auch das Werk für Antriebstechnik. •
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