Startseite » Technik » Automatisierung »

Von Rückstaus und Engpässen befreit

Automatisierung: mehr performance im textilmaschinenbau
Von Rückstaus und Engpässen befreit

Mit der jüngsten Maschinengeneration von Rosink gehören Engpässe oder Rückstauungen bei der geordneten Ablage und Zwischenspeicherung von Faserbändern der Vergangenheit an. Das mit Lenze entstandene Automationskonzept steigert die Produktivität erheblich.

Von Anfang an setzte die 1947 gegründete Rosink GmbH + Co. Maschinenfabrik aus Nordhorn auf neueste Technologien. So verwendeten die Niedersachsen bereits 1985 in ihren Faserbandeinlegevorrichtungen, im Fachjargon „Kannenstock“ genannt, eine elektrische Welle in Kombination mit der Servo-Technologie. Angesichts seiner Innovationskraft konnte das zunächst auf die Baumwollverarbeitung spezialisierte Unternehmen schnell neue Anwendungsbereiche erschließen. Auch in der Synthetikfaser verarbeitenden Industrie sowie in der Hygieneartikelherstellung positionierte sich der Maschinenbauer erfolgreich.

Eine besonders kniffelige Anwendung im Bereich Hygieneartikel sind Maschinen für die Herstellung und Ablage von Vliesbändern für die Tamponproduktion. Abgestimmt auf die Lösungen des Karden-Herstellers Trützschler hat Rosink gemeinsam mit Lenze einen neuen Kannenstock namens RK-W 400T entwickelt. Dieser erreicht eine Bandgeschwindigkeit von 150 m/min bei einer spezifischen Dichte des Faserbandes bis 16 g/m. Da die im weiteren Prozess eingesetzten Hochleistungstamponmaschinen flache Faserbänder verarbeiten, wird das Ablegen zur technischen Herausforderung.
Denn im Gegensatz zu den runden müssen die flachen Bänder zickzackförmig im Kannenbehälter abgelegt werden, damit die Faserstruktur nicht beeinträchtigt wird. Zudem muss das Faserband absolut gleichmäßig abgelegt werden, da jede Dünnstelle zu Qualitätseinbußen beim Endprodukt oder zu Maschinenstillständen bei den nachfolgenden Verarbeitungsschritten führen kann. Rosink hat hier ein ausgeklügeltes Verfahren entwickelt und patentiert und setzt es beim Kannenstock RK-W 400T ein. Dabei wird das Faserband gegen einen Federdruck sehr kontrolliert und exakt in Kannen abgelegt.
Für die Übernahme des Faserbandes von der Karde haben die Ingenieure einen servobetriebenen Doppelbandförderer konstruiert, der in einem Pendel montiert ist. Zur Ablage des Bandes bewegt sich das Pendel mittels eines Linearmotors 6,25 Mal pro Sekunde hin und her. Auch kann der hoch dynamische Motor so angeordnet werden, dass er als Massenausgleich zum Pendel fungiert. Die Bandgeschwindigkeit wird nach den Wendepunkten der Pendelbewegung so schnell wie möglich wieder erreicht, sie bleibt möglichst konstant und das Verziehen des Bandes wird vermieden. Passend zur Zickzackbewegung des Pendels wird die Kanne mit Hilfe eines über eine Servo-Getriebe-Kombination angetriebenen Förderbandes hin- und herbewegt. Dadurch verteilt sich das Band in der Kanne gleichmäßig.
Mit dem Kannenstock RK-W 400T wurde die Automatisierungsarchitektur der Maschine grundlegend neu gestaltet. Vom Antrieb über die I/O bis zur Steuerung und Visualisierung wurde durchgängig Lenze-Technologie eingesetzt. Geschäftsführer Udo Stentenbach ist überzeugt, dass dieses Vorgehen sowohl für Rosink als Hersteller als auch für die Betreiber der Anlage viele Vorteile mit sich bringt: „Lenze bietet ein abgestimmtes, skalierbares und umfangreiches Produktpaket auf Basis modernster Technologien, umfassenden Service und weltweiten Support.“
In der neuen Maschine werden ausschließlich Servoregler 9400 eingesetzt. Die Getriebe des Doppelbandförderers wurden durch zwei Lenze-Servomotoren ersetzt, wodurch die Maschine einen Wartungspunkt weniger aufweist. Trotz neuer Achsen konnte die Komponentenzahl gleich gehalten und die Verdrahtung vereinfacht werden. Die dezentrale Drive-based-Architektur wurde mit der HMI-Visualisierungsplattform EL 100 mit integrierter Soft-SPS und Mastersteuerung wesentlich einfacher, kostengünstiger und flexibler realisiert. Auch das Erstellen der Kurvenscheibe per Cam Designer sowie die Lenze-Kurvenscheibentechnologie beurteilt Stentenbach positiv: „Die Software ist bedienerfreundlich und bietet uns hohe Flexibilität beim Modifizieren und Optimieren der Kurvenscheiben. Das ganze System läuft wesentlich weicher, laufruhiger und effektiver.“
Industrieanzeiger
Titelbild Industrieanzeiger 17
Ausgabe
17.2021
LESEN
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Tipps der Redaktion

Unsere Technik-Empfehlungen für Sie

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Unsere Partner

Starke Zeitschrift – starke Partner

Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de