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Energieeffizienz: Brennstoffzelle kombiniert mit Brandschutzsystem

Energieeffizienz
Brennstoffzelle kombiniert mit Brandschutzsystem

Durch die Kombination eines Brandvermeidungssystems von Minimax mit einer Brennstoffzelle spart Wolf Butter Back Energie und beugt gleichzeitig Bränden vor.

Annika Westphal, Marketing bei Minimax, Bad Oldesloe, und Frederic Scharnhorst, Produktmanager für Special Hazard Fire Protection Systems, Minimax, Hemmingen

Für den Fürther Produzenten von Tiefkühl-Backwaren, Wolf Butter Back, nimmt Energieeffizienz einen hohen Stellenwert ein: Das eigene Tiefkühllager benötigt viel Strom und eine umfangreiche Dämmung. Zudem bergen die verbauten Dämmstoffe in Kombination mit der trockenen Luft ein großes Brandrisiko. Durch den hohen Automatisierungsgrad im Werk steigert sich dieses zusätzlich durch mögliche Kabelbrände und Überhitzung von Motoren oder Fördereinrichtungen. Daher schützt der Backwarenhersteller sein Werk 2 seit 2005 mit einem Oxeo Prevent Brandvermeidungssystem von Minimax. Durch Zuführung von vor Ort produziertem Stickstoff wird der Sauerstoffgehalt permanent auf 17 Volumenprozent gesenkt, damit sich ein Brand gar nicht erst entwickeln kann. Da die auf konventioneller Kompressor- und Membrantechnik basierte Stickstoffversorgung jedoch jährlich fünfstellige Stromrechnungen verursachte, entschied sich die Großbäckerei Ende vergangenen Jahres für eine Modernisierung des Systems mithilfe einer Brennstoffzelle.

Die mit Erdgas betriebene Brennstoffzelle der Quattro-Generation von Fuji N2-telligence konnte innerhalb von zwei Wochen aufgebaut und in die Steuerung beziehungsweise das Rohrleitungssystem des bestehenden Brandvermeidungssystems integriert werden. Ähnlich wie bei einem motorischen Blockheizkraftwerk erzeugen Brennstoffzellen gleichzeitig Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Dieser Prozess ist nahezu lautlos und durch die direkte Umsetzung der chemischen Energie des eingesetzten Gases sehr effizient. Bei der Umwandlung von Erdgas in elektrische und thermische Energie erreichen die Systeme in der Regel mehr als 90 % Effizienz und sparen jährlich hunderte Tonnen an CO2. Da in der Brennstoffzelle kein Motor rotiert, sondern ausschließlich chemische Prozesse ablaufen, arbeitet die Technik besonders wartungsarm. Die Kombination des Brandvermeidungssystems mit einer Brennstoffzelle bietet sich auch für Bereiche wie Gefahrstoff- und Hochregallager, Archive, Bibliotheken, Museen und Rechenzentren an.

Brennstoffzelle kombiniert Brandschutz mit Energieversorgung

Während der Energieerzeugung produziert die Brennstoffzelle als Nebenprodukt saubere und stickstoffreiche Abluft. Diese Abluft fällt dauerhaft und ohne Zusatzkosten an und kann somit ideal für den Betrieb einer Sauerstoffreduzierungsanlage zur Brandvermeidung genutzt werden. So wird das Tiefkühllager mit Strom versorgt und gleichzeitig brandgeschützt. Als Redundanzkonzept übernimmt bei einer unerwarteten Störung die bereits installierte Membrantechnik automatisch die Stickstofferzeugung. Die Anlage erfüllt damit alle Auflagen zur Schadenverhütung gemäß VdS.

Die Brennstoffzelle liefert dauerhaft und unterbrechungsfrei 100 kW elektrische Energie und kann so einen Teil der Energiegrundlast in der Produktion abdecken. Alternativ kann der Strom auch für eine Notstromversorgung eingesetzt werden. Die darüber hinaus entstehende thermische Leistung von rund 100 kW kann in die Heizungsanlage integriert, in Produktionsprozesse eingebunden oder mittels optionalem Ad-/Absorbersystem in Kälte umgewandelt werden.

Der Anwender profitiert durch die Installation der Brennstoffzelle neben der weiterhin sicheren, dauerhaften Brandprävention zusätzlich von sinkenden Betriebskosten sowie der Sicherstellung einer kontinuierlichen Energieversorgung. Mittelfristig kann der Backwarenhersteller sogar mit einem Return on Investment rechnen, da die nachhaltige Stromproduktion der Anlage staatlich gefördert wird. Ernst Stengel, Geschäftsleitung Produktion und Einkauf bei Wolf Butter Back, ist von der Technik sogar so überzeugt, dass das Unternehmen plant, „für das neue TK-Hochregallager eine weitere Brennstoffzelle anzuschaffen“, erklärt er. Dieses Folgeprojekt ist eine Hybridlösung aus Brennstoffzelle und VPSA-Technik.


Der Anbieter

  • Minimax, Teil der Minimax Viking Gruppe
  • Fokus: Brandschutz
  • Branchen: unter anderem Automobil, Data Center, Schiffe, Kraftwerke, Logistikzentren, Büro- und Verwaltungsgebäude
  • Gründungsjahr: 1902
  • Hauptsitz: Bad Oldesloe,Schleswig-Holstein
  • Mitarbeiter: etwa 8000 weltweit
  • Umsatz: rund 1,5 Mrd. Euro in 2016

Der Anwender

  • Wolf Butter Back
  • Fokus: Tiefkühlbackwaren in Premiumqualität
  • Produktspektrum: Tiefkühl-Teiglinge mit laminierten Teigen; über 150 Standardartikel
  • Gründungsjahr: 1992
  • Hauptsitz: Fürth, Bayern
  • Mitarbeiter: etwa 500 weltweit
  • Exportländer: Vertrieb in über 20 Länder, hauptsächlich Österreich, Italien, Frankreich, Niederlande, Luxemburg, Skandinavien, Baltikum, Russland, Balkanstaaten, Tschechien, Türkei, Japan
  • Qualitätsmanagement: Zertifiziert nach IFS, Version 6, „higher level“
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