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James Bond und der 3D-Druck

Aston Martin aus dem Drucker: Voxeljet baut für „Skyfall“ drei Modelle nach
James Bond und der 3D-Druck

Wenn Bonds Dienstwagen im neuesten Streifen „Skyfall“ in Flammen aufgeht, steckt dahinter die 3D-Drucktechnologie der Voxeljet GmbH. Im Dienstleistungszentrum der Augsburger entstanden drei Modelle des Aston Martin DB 5, die das Originalfahrzeug aus den Sechzigern doubeln. Hier wird deutlich, wozu der 3D-Druck heute fähig ist…

Actionszenen in aufwändigen Filmproduktionen à la James Bond müssen heute realistischer sein denn je. Modellbauer wie die auf Filmrequisiten spezialisierte Propshop Modelmakers Ltd suchen daher ständig nach geeigneten Herstellmethoden.

Dass sich die Briten gerade für die 3D-Drucktechnologie eines deutschen Anbieters entschieden, ist für die Augsburger eine Auszeichnung der besonderen Art. „Dies belegt die Performance und Stellung unserer Systeme im weltweiten Ranking“, sagt Voxeljet-Chef Dr. Ingo Ederer.
In ihrem Dienstleistungszentrum haben sich die Augsburger auf die On-Demand-Fertigung von Sandformen für den Metallguss sowie auf Kunststoffformen und 3D-Funktionsmodelle spezialisiert. Gleichzeitig hat sich Voxeljet einen Namen als Hersteller hochauflösender 3D-Drucksysteme gemacht.
Propshop beauftragte Voxeljet mit dem Bau von drei Kunststoffmodellen des Aston Martin DB 5. „Mit unserem Highend-Drucker VX4000 hätten wir den legendären Sportwagen im Maßstab 1:3 auch in einem Stück ausdrucken können“, sagt Ederer. Bonds Requisiteure verfolgten aber einen anderen Ansatz. Um den Aston Martin so detailgetreu wie nur möglich nachbauen und zahlreiche Funktionen in die Filmmodelle integrieren zu können, entschlossen sie sich zur Montage aus insgesamt 18 Einzelteilen. „Die komplette Karosserie baut fast wie in früheren Zeiten auf einem Stahlrahmen auf“, so Ederer.
Nachdem die CAD-Daten für alle Teile vorlagen, machte man sich bei Voxeljet an das Ausdrucken. Die Modelle entstehen durch den schichtweisen Auftrag eines Partikelmaterials, das mit einem Binder selektiv verklebt wird. Als Werkstoff wird das Kunststoffmaterial PMMA verwendet, das sich für diese Aufgabe sehr gut eignet: Die PMMA-Einzelteile verfügen über eine brillante Detailgenauigkeit, sind aber gleichzeitig stabil und belastbar, so dass selbst einer mechanischen Nachbearbeitung nichts im Wege steht.
Nach dem Entpacken sah es bei Voxeljet sehr nach Karosseriewerkstatt aus. Insgesamt 54 Einzelteile für die drei Fahrzeugmodelle, darunter Kotflügel, Türen, Motorhauben, Dächer und dergleichen mehr, mussten jetzt nur noch verpackt und auf den Weg zu den Pinewood Studios bei London geschickt werden. Dort übernahmen die Modellbauer von Propshop das Zusammensetzen, Nachbearbeiten, Lackieren in Originalfarbe sowie das Anbringen von Chrom-Applikationen und realistisch aussehender Einschusslöcher.
Wie perfekt diese Arbeiten ausgeführt sind, belegen die Spezial Effects in Skyfall. Die Modelle sind nach dem Finishing selbst in Großaufnahme nicht vom Original zu unterscheiden. Und: Der Aston Martin DB 5, der im ersten James Bond vor 50 Jahren zum Einsatz kam, bleibt unversehrt. Dafür geht eines der drei in Kleinarbeit komplettierten Modelle in Flammen auf. Ein teurer Filmcrash, denn Christie´s brachte eines der drei Modelle für knapp 100 000 US-Dollar an den Mann. os
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