Zuliefermesse: Subcontracting in Hannover

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Die Fachmesse Subcontracting 2009 im Rahmen der Hannover Messe stellt strategische Partnerschaften in den Mittelpunkt, um die Wertschöpfung zu steigern. Eine gute Wahl, wie aktuelle Entwicklungen in der Automobilindustrie und im Maschinenbau beweisen.

Die Automobilindustrie steht vor einer Revolution. Die Strukturen werden in den kommenden Jahren völlig auf den Kopf gestellt: Wer 2015 ein Auto kauft, wird auf der Haube zwar noch das Emblem eines BMW, Mercedes oder Volkswagen vorfinden. Doch was unter der Haube steckt, wird dann schon lange nicht mehr nur von den Herstellern kommen – sondern von den Zulieferunternehmen, prognostizieren Experten.

Der seit einigen Jahren andauernde Trend, bei dem Zulieferer immer mehr Entwicklungsverantwortung übernehmen, hält nicht nur an, er wird in den kommenden Jahren noch an Bedeutung zunehmen: Rund 80 % eines Fahrzeugs werden 2015 von Zulieferunternehmen produziert, erwartet Automobilexperte Harald Bleimeister vom Netzwerk Automotive Berlin-Brandenburg. Dieser Wandel wird sich nicht schlagartig vollziehen, sondern Schritt für Schritt. Genau genommen steht die Branche also nicht vor einer Revolution – sie ist mitten drin.
Mehr und mehr entwickeln die Zulieferunternehmen zusätzliches Know-how für Elektronik, mechanische Systeme und komplexe Software. So können sie komplette Module – etwa für die Bremse oder die Lenkung – entwickeln und fertigen. Ergebnis: Die Schnittstellen in der Automobilentwicklung reduzieren sich, die Wertschöpfung verlagert sich auf die Zulieferer.
Kein Wunder also, dass die Zulieferer auch ihre Entwicklungsausgaben kontinuierlich erhöhen: Rund zehn Prozent des Umsatzes gibt zum Beispiel Bosch jedes Jahr für Forschung und Entwicklung aus. So werden aus Zulieferern Systempartner mit Entwicklungsverantwortung. Auf der internationalen Leitmesse Subcontracting gewinnt dieser Umstand mehr und mehr an Bedeutung. Die Leistungsfähigkeit der Zulieferer wurde in diesem Jahr etwa anhand der Sonderschau Systempartner Automotive/Maschinenbau anschaulich gemacht. Nach Informationen der Unternehmensberatung Oliver Wyman trugen bereits 2005 die Zulieferer mit über 60 % aller F+E-Ausgaben den Löwenanteil am technologischen Fortschritt, während die Hersteller nur noch für 31 % verantwortlich waren. Nicht nur in der Automobilindustrie gilt: Jede zweite Innovation wird heute von den Zulieferern entwickelt.
Um in diesem dynamischen und globalisierten Geschäft nicht unterzugehen, ist der strategische Zusammenschluss entscheidend. Nicht umsonst gibt es derzeit eine ganze Welle von strategischen Partnerschaften und Fusionen, mit denen sich die Automobilindustrie für den globalen Wettstreit und den zunehmenden Trend nach umfassender Systemlieferung rüstet. Das aktuelle Beispiel des Wälzlager-Spezialisten Schaeffler, der durch Aktienkauf bei dem hannoverschen Automobilzulieferer Continental AG eingestiegen ist, zeigt, in welchen Dimensionen gedacht werden wird. Schaeffler und Conti kommen zusammen auf 35 Mrd. Euro Umsatz.
Was für die Automobilindustrie schon seit längerem gilt, wird auch zunehmend für den Maschinen- und Anlagenbau zu einem Wettbewerbsfaktor: Die Auslagerung komplexer Produktionseinheiten an strategische Lieferanten führt nicht nur zu größerer Flexibilität und einer verkürzten Vorlaufzeit, sie verspricht auch Kosteneinsparungen: „Aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung der Branche und der damit verbundenen Auslastung wird Outsourcing auch im Maschinenbau zu einem strategischen Instrument, um die Knappheit an Engineering-Leistungen zu kompensieren“, erläutert Hartmut Rauen, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des VDMA. Dennoch sei es für Zulieferer im Maschinenbau schwierig, diese Lücke zu füllen, da sich in diesem Bereich eher kleine bis mittelständische Unternehmen in der Zulieferrolle sehen und oft nicht den gesamten Produktionsprozess abdecken können.
Entscheidend zum Überleben sind daher Innovationen bei Produkten und Prozessen. Nach Ansicht von Fachleuten lassen sich damit auch höhere Lohnkosten kompensieren, zumal sie im Maschinenbau nicht die wichtigste Rolle spielen. Hersteller erwarten heute von Zulieferern weit mehr als In-Time-Lieferungen preiswerter Teile. Wichtig sei die Fähigkeit, Produkte und Prozesse exakt auf die Bedürfnisse des Kunden und des Anwenders abzustimmen.
Neben der Innovationskraft sichern netzwerkartige Allianzen die Zukunft. Dort, wo Technologien und Kompetenzen sinnvoll zusammengeführt werden können und wie ein Uhrwerk ineinandergreifen, da wird die Wertschöpfung gesteigert. Komplexe Systeme, in denen vom Werkstoff über das Fertigungsverfahren vom Halbzeug bis zum Endprodukt viel unterschiedliches Know-how gefragt ist, können nur mit einer Vielzahl von beteiligten Spezialisten gemeistert werden.
Auch im kommenden Jahr wird dies ein Schwerpunktthema auf der Subcontracting. Die internationale Leitmesse der Zulieferung von Werkstoffen, Komponenten und Systemen für den Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau gilt als Kontaktbörse für die Zulieferindustrie, da sie im Rahmen der Hannover Messe (20. bis 24. April) stattfindet. Sie ist Plattform für Networking, Wissenstransfer und Geschäftsanbahnungen.
Die Besucherbefragung der Deutschen Messe zur Subcontracting 2008 ergab ein deutliches Plus der Fachbesucherzahlen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Automobil- und Fahrzeugindustrie sowie Energiewirtschaft. Die Aussteller präsentieren auf dieser Messe das komplette Angebot der industriellen Prozessketten: Ob es um Gießen, Umformen, Beschichten oder Spanen, ob um Werkstoffe, Fertigungsverfahren oder Endprodukte geht – die Zulieferindustrie zeigt auf der Zuliefermesse, dass sie den Anforderungen gewachsen ist. Die Treiber für Neuentwicklungen sind vor allem die Themen Energieeffizienz und Reduzierung der Lebenszykluskosten.
Von der Subcontracting 2009 erwartet die Branche wieder Impulse für die gesamte Zulieferbranche. Nicht zuletzt auch durch die Präsentation Koreas, dem offiziellen Partnerland der Hannover Messe 2009. Denn: Korea boomt. Die Ostasiatische Wirtschaftsnation wächst mit ihren technischen Innovationen. Der internationale Währungsfonds IMF prognostiziert Korea für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,2 %. Zum Vergleich: Die Weltwirtschaft wird laut IMF-Prognose lediglich um 3,7 % wachsen. Deutschland ist Koreas wichtigster Handelspartner in der EU mit einem bilateralen Gesamtvolumen von 14,1 Mrd. Euro in 2006. In jenem Jahr startete Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan die Kampagne „Deutschland und Korea: Partner in Forschung und Entwicklung“, die Wissenschaftler aus beiden Ländern zusammenführen sollte.
Mit Erfolg: Im Juli 2007 eröffnete die Fraunhofer Gesellschaft ein Forschungsinstitut in Seoul. Mehr als 100 Hochschulpartnerschaften gibt es mittlerweile zwischen den Staaten. Koreanische Studenten bilden die zweitgrößte asiatische Gruppe an deutschen Hochschulen. Mit der Wahl Koreas als Partnerland wird gleichzeitig auch an die starke Präsenz der deutschen Wirtschaft während der Asien-Pazifik-Konferenz im Oktober vergangenen Jahres in Seoul angeknüpft. Durch die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen bewegen sich die Europäische Union und Korea in der Wirtschaft auf eine ganz neue Qualität der Partnerschaft zu – eine Partnerschaft, die die Basis für starke Allianzen bilden kann.
Onno Budelmann Journalist in Hannover
Wertschöpfung wandert zu Zulieferern

Marktchancen
Im Jahr 2007 erwirtschafteten in Deutschland 318 000 Beschäftigte in der Automobilzulieferindustrie einen Umsatz von über 70 Mrd. Euro – nach Zahlen des IW Köln 7 % mehr als im Jahr zuvor. Die Branche ist mittelständisch geprägt. Dennoch finden sich unter den 100 weltgrößten Zulieferern 20 deutsche Unternehmen. Der Mittelstand schließt sich zunehmend in Clustern und Netzwerken zusammen, um den Wettbewerbsnachteil auszugleichen.

Subcontracting
Die Subcontracting (20. bis 24. April 2009) im Rahmen der Hannover Messe ist die internationale Leitmesse der Zulieferung von Werkstoffen, Komponenten und Systemen für den Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau. 2008 nahmen mehr als 1500 Aussteller aus 50 Ländern und 60 000 Besucher an der Messe teil. Dem Trendthema Wertschöpfungsallianzen wird auf der Subcontracting 2009 auch durch eine eigene Vortragsveranstaltung, der Suppliers Convention, Rechnung getragen. Ziel des Kongresses mit dem Fokus auf Automotive und Maschinenbau ist es, die Leistungsfähigkeit, Interessen und Angebote der Zulieferindustrie zu thematisieren und sie in direkten Kontext mit den Bedürfnissen und Anforderungen der Abnehmer zu stellen.
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