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AWK21: Mithilfe von Daten die Nachhaltigkeit der Produktion optimieren

30. Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium
AWK‘21: Mithilfe von Daten die Nachhaltigkeit der Produktion optimieren

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Das 30. Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium zeigt, wie das Internet of Production den Weg zur nachhaltigen Produktion ebnet und die Resilienz der Unternehmen stärkt.

» Mona Willrett, Redakteurin Industrieanzeiger

An vielen Stellen der Produktion stoßen wir mit herkömmlichen Methoden, Technologien und Prozessen an Grenzen“, sagt Prof. Thomas Bergs. „Aber die Digitalisierung versetzt uns jetzt in die Lage, diese Grenzen zu überschreiten.“ Das Internet der Produktion ist laut dem Inhaber des Lehrstuhls für Technologie der Fertigungsverfahren an der RWTH Aachen der zentrale Befähiger für die anstehende Wende hin zu einer nachhaltigen industriellen Produktion. Diese Neuausrichtung der Fertigungstechnik wollen Experten aus Forschung und Industrie im Rahmen des 30. Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquiums diskutieren. Dazu haben die Organisatoren vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT die Inhalte des AWK‘21 unter das Motto „Turning Data into Sustainability“ gestellt.

Hybrider Informations-Hub für die Trends der Produktionstechnik

Warum das traditionsreiche Kolloquium nochmals verschoben wurde und jetzt am 22. und 23. September als Hybridveranstaltung stattfindet, begründet Bergs so: „Ursprünglich war der Ersatztermin für das AWK‘20 im Juni geplant. Es zeichnete sich aber früh ab, dass eine Hybridveranstaltung diesem Zeitpunkt noch nicht möglich sein würde. Da jedoch das Networking, der persönliche Kontakt und der Austausch zwischen den Teilnehmern – alles wesentliche Merkmale des AWK – bei einer rein virtuellen Veranstaltung nicht möglich wären, haben wir uns entschlossen, nochmal in den Herbst zu verschieben.“

Abhängig von der weiteren Entwicklung rund um Corona, gehen die Veranstalter vom WZL und IPT derzeit davon aus, im September bis zu 500 Teilnehmer im Aachener Eurogress begrüßen zu können. Wer nicht vor Ort sein kann, hat die Möglichkeit, über digitale Kanäle an der Diskussion teilzunehmen. Als zentrale Themen des AWK‘21 haben die Aachener Forscher definiert, wie sich der Begriff „Produktivität“ neu fassen lässt,wie das Internet of Production (IoP) diesen Prozess unterstützen und Unternehmen gleichzeitig krisenfest machen kann.

Digitaler Schatten sorgt für Transparenz

Auf Basis eines digitalen Schattens bietet das IoP die Infrastruktur und schafft die Voraussetzungen, Rohdaten entlang des Produktlebenszyklus nutzen zu können. Die Transparenz, die daraus entlang aller Produktlebenszyklen und Wertschöpfungsstufen entsteht, kann dazu beitragen, dass die Produktion sich an den tatsächlichen Anforderungen und Bedarfsmengen der Kunden orientiert. Die Digitalisierung verhilft produzierenden Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit, Effizienz, Produktivität, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit. Sie ermöglicht es, beispielsweise Werkstoffe und Energie einzusparen, den Verschleiß an Werkzeugen und Maschinen zu verringern und kostspielige Hightech-Produkte leichter, robuster und effizienter zu machen.

Die sichere Verfügbarkeit von Daten, Informationen und Wissen zu jeder Zeit und an jedem Ort ist die Basis für die weiteren Entwicklungen. Zentrale Fragen sind dabei:

  • Welchen Wert hat die Vielfalt der aufgezeichneten Daten heute für produzierende Unternehmen?
  • Wie lassen sich durch Algorithmen und Analysen sichere Prognosen treffen, um durchgängig Kontrolle über die Produktion zu erlangen und sowohl
  • effizient und gewinnbringend als auch
  • nachhaltig wirtschaften zu können?

Bewertung von Produkten ändert sich

Die Werte hinter der alles bestimmenden Größe in der industriellen Produktion verhinderten bislang eine emissionslose und nachhaltige Fertigung. Einer möglichst hohen Produktivität wurde regelmäßig geopfert, was im Sinne einer besseren Nachhaltigkeit technologisch und wirtschaftlich bereits möglich gewesen wäre. Doch veränderte Anforderungen des Kapitalmarktes, die Abkehr von einer reinen Finanzorientierung hin zur ganzheitlichen Betrachtung der Nachhaltigkeit, politische Vorgaben und nicht zuletzt neue Prioritäten in der Gesellschaft und damit bei den Kunden fordern von deutschen Unternehmen, den Produktivitätsbegriff neu zu fassen.

Überproduktion begrenzen und Ressourcenverbrauch senken

Vor allem die Informationen über Bedarfe, Entwicklung, Produktion und die Nutzung von Gütern müssen bereits in die Produktgestaltung und Produktionsplanung einfließen, um die Produktion selbst kontinuierlich zu optimieren. Die Bewertung der Leistungsfähigkeit produzierender Unternehmen wird sich laut den Aachener Forschern in den kommenden Jahren in allen Branchen stark verschieben. Wichtig sei deshalb, das Leistungsangebot und die Wertschöpfung anhand der drei nachhaltigkeitsbezogenen Verantwortungsbereiche Umwelt, Sozialwesen und Unternehmenssteuerung zu bewerten und zu optimieren. Die Frage nach dem darauf bezogenen Wert eines Produktes so genau wie möglich zu beantworten, ist eines der Ziele von Bergs und seinen Kollegen Prof. Christian Brecher, Prof. Robert Schmitt und Prof. Günther Schuh, die ebenfalls den Direktorien von WZL und IPT angehören.

Nach Krisen schnell wieder rentabel

Aber auch infolge der Coronapandemie, die viele produzierende Unternehmen trifft und die weltweite Wirtschaft langfristig verändert, ergeben sich richtungsweisende Fragen rund um die Zukunft der Produktionstechnik. Beim AWK wird es deshalb auch darum gehen, die Resilienz der Unternehmen zu stärken. Das Ziel ist, sie zu befähigen, erfolgreich mit einschneidenden Krisen umzugehen und in kurzer Zeit wieder rentabel wirtschaften zu können. Das neue Leitthema „Turning Data into Sustainability“ soll zeigen, wie produzierende Unternehmen durch bedarfsgerechte Datenerfassung und maschinelles Lernen zu schnellen, fehlerfreien Verbesserungen in der Serienproduktion gelangen, und wie sie dadurch resilient und nachhaltig produzieren können. So soll das Kolloquium den Besuchern wichtige Impulse liefern, um im internationalen Vergleich langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Kontakt:

WZL – Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen
Campus-Boulevard 30
52074 Aachen
www.wzl.rwth-aachen.de

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT)
Steinbachstr. 17
52074 Aachen
www.ipt.fraunhofer.de


So voll wie in der Vergangenheit wird´s in diesem Jahr im Aachener Eurogress aufgrund der Corona-Auflagen nicht werden.
Bild: WZL/IPT

AKW 2021

Das 30. Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium (AWK) soll am 22. und 23. September 2021 als Hybridkongress stattfinden. Die Inhalte stehen unter dem Motto „Turning Data into Sustainability“. Die Veranstalter von den Aachener Instituten WZL und Fraunhofer IPT hoffen, bis zu 500 Personen vor Ort begrüßen zu können. Weitere Teilnehmer können sich digital zuschalten.



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