EMO 2017: Industrie 4.0 Area

Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis

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„Für die WGP ist Industrie 4.0 ein zentrales Zukunftsthema, dem wir uns in vielen Instituten widmen. Nur Unternehmen, die sich diesem Thema öffnen, werden wettbewerbsfähig bleiben“, sagt Prof. Eberhard Abele, Präsident der WGP. Bild: Manfred Weis
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Die Sonderschau präsentiert jüngste Forschungsergebnisse und bereits in der Praxis umgesetzte Lösungen. Sie gewährt den Besuchern einen Blick in die Zukunft der Produktion.

Um den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu stärken, organisiert der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), Frankfurt/M., die Sonderschau „Industrie 4.0 Area“ (Halle 25). Dort stellen Institute der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) Entwicklungen zur vernetzten Produktion vor. Auf mehr als einem Drittel der 650 m2 großen Fläche präsentieren neun WGP-Institute Demonstratoren aus ihren Projekten und geben einen Einblick in die Fabrik der Zukunft. Neben der WGP zeigen Industrievertreter, welche Lösungen sie bereits in die Praxis umgesetzt haben. Im begleitenden Vortragsforum stellen Forscher ihre Ergebnisse vor, und Firmen zeigen ihre Kompetenz bezüglich der smarten Fabrik.

Standardisierter Daten- und Energieaustausch

Wissenschaftler aus München und Stuttgart zum Beispiel stellen das BMBF-finanzierte Projekt „BaZMod“ vor. Das Motto „Bauteilgerechte Maschinenkonfiguration in der Fertigung durch Cyber-Physische Zusatzmodule“ steht unter anderem für die Erweiterung bisher bekannter Schnittstellen. Mit „BaZMod“ präsentieren die Wissenschaftler Lösungen für einen standardisierten Daten- und Energieaustausch zwischen smartem Werkzeug und Produktionsumgebung.

Fühlende Werkzeugmaschine

Ergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich „Gentelligente Fertigung“ stellen Forscher aus Hannover vor. Sie zeigen eine „fühlende“ Werkzeugmaschine und neue Ansätze in der Sensorik, etwa der modularen Mikrosensorik, sowie sensorischer Spanntechnik. Auch magnetische Magnesiumlegierungen, ein neuartiges Hochfrequenz-Kommunikationssystem für die Produktion sowie anlernfreie Prozessüberwachung sind hier Themen.

Integrierte Planung von Produkt und Produktion

Im Bereich Simulation stellen unter anderem Wissenschaftler aus Kaiserslautern Ergebnisse aus dem BMBF-Projekt „mecPro2“ vor, das Ende 2016 auslief. Cypertronische Produkte (CTP) sind komplexe Systeme, deren Entwicklung heute oft noch dokumentenzentriert erfolgt. Auch die Übergabe der produktseitigen Information an die Produktion erfolgt häufig dokumentenzentriert und erst in fortgeschrittener Planungsphase des CTP. Das erschwert und verzögert die Planung des cybertronischen Produktionssystems (CTPS). Im Rahmen von mecPro2 wurde nun eine modellbasierte Planungssystematik für CTP und CTPS für eine integrierte Planung von Produkt und Produktion entwickelt.

Mensch Maier arbeitet mit Kollege Maschine

Den Mensch-Maschinen-Interaktionen widmet sich der Stand der Aachener. Sie präsentieren Ergebnisse unterschiedlicher Forschungsprojekte, etwa zu Augmented Reality und Mensch-Roboter-Kollaborationen sowie funkbasierten applikationsgerechten Technologien.

Firmen zeigen praktische Lösungen

Neben der Forschung finden praktische Anwendungen reichlich Raum in der Industrie 4.0 Area. Auf rund 400 m2 stellen Firmen dem Publikum ihre neuesten Lösungen vor. Auch hier ist die Bandbreite groß und reicht von Werkzeugmaschinen über Logistik bis hin zu Software. Präsentiert wird unter anderem eine auf machine learning basierte Datenverarbeitung und Integration mit industriellen Kommunikationsprotokollen. Auch eine Demo-Roboterzelle mit virtueller Darstellung einer Software für Automatisierungslösungen inklusive einer Steuereinheit wird vorgestellt. Ebenso wird ein Werkzeugausgabesystem sowie ein Paletten-Handlingsystem in Verbindung mit einer Buchführungs-Software zu sehen sein. Nicht zuletzt sind digitale Geschäftsplattformen Thema der Industrie 4.0 Area.

Die facettenreichen Projekte und Lösungen der Aussteller erlauben den Besuchern nicht nur einen Blick in die Zukunft der Produktion. Sie garantieren auch den fachlichen Austausch mit Experten einer internationalen Community. (mw)



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