Kolloquium

Digitale Vernetzung und flexible Organisationsformen im Werkzeugbau

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Über die Zukunft im Werkzeug- und Formenbau diskutierten Experten in Aachen. Am Vorabend des Kolloquiums gings der Preis Werkzeugbau des Jahres an Phoenix Contact.

Mona Willrett

„Wir müssen ins Handeln kommen“, sagte Prof. Thomas Bergs beim 18. Kolloquium Werkzeugbau mit Zukunft in Aachen. „Erst in der Aktion lernen wir, mithilfe von Daten und digitaler Vernetzung Prozesse zu optimieren und unsere Vision in die Praxis umzusetzen“, so der Produktionswissenschaftler weiter, der den Direktorien der veranstaltenden Institute WZL und IPT angehört.

Zentrales Thema des Kolloquiums war die Digitalisierung und Vernetzung im Werkzeug- und Formenbau. In seinem Vortrag sagte Bergs zu den anwesenden Werkzeugmachern: „Gemeinsam können wir zeigen, dass unsere Konzepte in der Praxis echten Nutzen bieten.“ So ließe sich in der Kooperation zwischen Forschung und Betrieben untersuchen, wo im betrieblichen Alltag noch Grenzen bestehen und welche Erweiterungen der Systeme noch nötig sind. Bergs betonte, bei der Umsetzung in einzelnen Teilprozessen seien zum Teil ohne große Investitionen erhebliche Fortschritte möglich.

Die Referenten sprachen unter anderem über die „Zukunftssicherung im Werkzeugbau durch Industrie 4.0“, „Additive Fertigung“ oder „Digitales Shopfloormanagement im Werkzeugbau“. In seinem Vortrag „Organisation 4.0 im Werkzeugbau“ sagte Dr. Volker Franke, Geschäftsführer von Harting Applied Technologies: „Eine wesentliche Grundlage eines modernen, digital vernetzten Werkzeugbaus ist eine flexible Organisation.“ Laut Franke ließen sich dadurch auf Anhieb rund 30 % der Durchlaufzeiten einsparen. Weitere Nutzeneffekte seien neue Lösungsansätze jenseits des Lastenhefts, eine frühe und intensive Kommunikation mit den Kunden, verbesserte Margen und mehr Eigenständigkeit der Mitarbeiter gewesen. Und Dr. Jens Buchert, Gesellschafter von Karl Walter Formen- und Kokillenbau, betonte: „Wir brauchen Mut zur Veränderung, auch wenn wir noch nicht genau wissen, wohin uns der Weg führt. Warten ist keine Lösung.“

Wettbewerb Excellence in Production

Am Vorabend des Kolloquiums fand bereits zum 15. Mal der Wettbewerb „Excellence in Production“ statt. Von den 311 Betrieben, die 2018 teilgenommen hatten, waren 14 für das Finale nominiert. Zum Sieger und damit zum „Werkzeugbau des Jahres“ wurde – bereits zum zweiten Mal nach 2016 – der Werkzeugbau von Phoenix Contact gekürt. Die Jury war besonders beeindruckt von der proaktiven Technologieentwicklung in den Bereichen Industrie 4.0 und der additiven Fertigung, durch die der interne Werkzeugbau der Blomberger zum Innovationstreiber für die gesamte Unternehmens-Gruppe werde. Besonders hervorzuheben seien der hohe Automationsgrad in der Fertigung durch die Nutzung mehrerer verfahrensgemischter Produktionszellen sowie die weltweite Transparenz über alle Projekte auf Tagesbasis durch den Einsatz des „Global Toolshop Information System“. Die Zukunftsorientierung zeige sich zudem im hohen Qualifikationsniveau und der konsequenten Weiterbildung der Mitarbeiter, erklärte Laudator Klaus Hilmer, Leiter Technologieentwicklung und Werkzeugbau beim Vorjahressieger Festo Polymer. Dr. Sven Holsten, Leiter Werkzeugbau bei Phoenix Contact, nahm den begehrten Preis vor den rund 300 Gästen der feierlichen Abendveranstaltung im Krönungssaal des Aachener Rathauses entgegen.

Beste interne Werkzeugbauten

Neben dem Gesamtsieg ging auch die Auszeichnung in der Kategorie „Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter“ an Phoenix Contact. Als weitere Finalisten dieser Kategorie zeichnete die Jury die Unternehmen Gerresheimer aus Wackersdorf, Oechsler aus Ansbach, TE Connectivity aus Dinkelsbühl sowie Welser Profile aus Ybbsitz in Österreich aus.

Der Sieg in der Kategorie „Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ ging in diesem Jahr an Harting Applied Technologies aus Espelkamp. Als weitere Teilnehmer haben es hier Ensinger am Standort Cham in der Oberpfalz sowie Hilti aus Schaan in Liechtenstein ins Finale geschafft.

Beste externe Werkzeugbauten

Gewinner in der Kategorie „Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ ist Schülken Form aus Schwarzhausen in Thüringen. Die weiteren Finalisten waren BBG und Hanns Engl Werkzeugbau. Bester „Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter“ wurde Christian Karl Siebenwurst aus Dietfurt. Ins Finale hatten es außerdem Webo Werkzeugbau Oberschwaben und Wolpert Modell- und Formenbaugeschafft.

Auch in diesem Jahr suchen das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen wieder den Werkzeugbau des Jahres. Interessenten können sich unter www.excellence-in-production.de informieren und registrieren.



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