Mittelständischer Metallbearbeiter fertigt automatisiert

Einschalten und autark laufen lassen

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Fertigungstechnik | Mit einem 5-Achsen-Fräszentrum C 32 U von Hermle, ausgestattet mit Palettenspeicher und den Assistenzsystemen HACS und AFC, hat tmv seine Fertigung optimiert. Die Anlage bearbeitet komplexe Bauteile ab Losgröße 1 automatisiert und kleine Serien in mannlosen Schichten.

Udo Hipp

Vom Mehrwert für die Fertigung anspruchsvoller Frästeile für den eigenen Vorrichtungsbau zum Mehrwert für im Kundenauftrag zu bearbeitende kubische Werkstücke – auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Investitions-Philosophie der tmv gmbh Metallverarbeitung & Vorrichtungsbau bringen. Der Vorarlberger Familienbetrieb wurde im Jahr 2000 von Ingo Temel gegründet. Zunächst lag der Fokus auf den Dienstleistungen Zerspanungstechnik und Teilefertigung für Kunden aus unterschiedlichen Segmenten. Doch mit den Jahren wurde mehr daraus. Der Unternehmer erkannte die Chance, sich ein zweites Standbein aufzubauen. In der Folge splittete sich das Geschäft in die beiden Betätigungsfelder Vorrichtungsbau und Zerspanungstechnik-Dienstleistungen. „Der Vorteil der Zweigleisigkeit besteht darin, das für die Fertigung der Eigenteile benötigte Zerspanungstechnik-Equipment samt Fachpersonal mit der Auftrags- Teilefertigung besser auszulasten“, begründet Temel. Die Vorarlberger können heute Drehteile bis zu einem Durchmesser von 500 mm und 800 mm Länge sowie Frästeile bis 2000 mm Länge bearbeiten. „Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der mehrachsigen Komplettbearbeitung kleiner bis mittelgroßer Werkstücke, die wir in Losgrößen von Eins bis zu einigen Tausend für den Eigenbedarf und für Kunden aus unterschiedlichen Industriesegmenten fertigen“.
tmv ist ein echter Familienbetrieb. Neben Geschäftsführer Ingo Temel, der auch die Technische Leitung inne hat, verantwortet dessen Frau Brigitte den kaufmännischen Part. Die Töchter Beate und Patricia, beide gelernte CNC-Zerspanungsmechanikerinnen der Fachrichtung Fräsen, sind für die CNC-Fertigung und damit für die Produktion der mechanischen Teile zuständig. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen aktuell 18 Mitarbeiter von denen 15 in der CNC-Fertigung tätig sind.
Die beiden jungen Damen waren es auch, die das bislang größte Investment in Maschinentechnik wesentlich beeinflussten. Sie plädierten dafür, aktuelle Highend-Frästechnik für die Komplett- und die Simultan-Bearbeitung von fünf Seiten zu nutzen. Nach eingehender Evaluation fiel die Entscheidung zum Kauf eines 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentrums C 32 U der Gosheimer Berthold Hermle AG.
Wegen der zunehmenden Funktionsintegration der Werkstücke, der damit verbundenen Bearbeitungs-Komplexität und längerer Laufzeiten für die Komplettbearbeitung, dem Vermeiden unproduktiver Nebenzeiten und schließlich der maximalen Nutzung im Zwei- und Dreischicht-Betrieb, entschlossen sich die Temels, ihr Bearbeitungszentrum mit einem Palettenwechsler des Typs PW 250 auszustatten. Mit Verfahrwegen von 650, 650 und 500 mm in X-, Y- und Z-Richtung, zusätzlichem Werkzeugmagazin ZM 43, das die Kapazität auf 79 HSK-A-63-Werkzeuge erhöhte, der Hauptspindel mit maximaler Drehzahl von 18000 min-1, dem NC-Schwenkrundtisch mit 320 mm Durchmesser, der Heidenhain-Steuerung TNC 640, dem Paletten-Spannsystem sowie dem Palettenwechsler sind die Voraussetzungen zur hochproduktiven automatisierten Komplettbearbeitung anspruchsvoller Werkstücke gegeben.
Die Kombination aus Fräszentrum C 32 U und PW250 bietet Platz für bis zu sieben Paletten der Größe 400 mm x 400 mm. Diese können mit gleichen oder mit unterschiedlichen Werkstücken und Spannvorrichtungen beladen sein und erlauben so die hochflexible Komplettbearbeitung ab Losgröße 1 im automatischen Betrieb. Letzterer wird durch das neue Hermle Automation-Control-System (HACS) gesteuert und überwacht, wobei dieses Feature für Maschinen, die mit Palettenwechslern ausgerüstet sind, reserviert ist. Das System ist Bestandteil der Standard-Software und wird ohne Zusatzkosten integriert. HACS erleichtert die Produktionsplanung, erlaubt Prioritätsänderungen, oder nimmt das Einreihen neu gerüsteter Werkstücke in den Ablaufplan automatisch vor. Es erlaubt zudem das Anpassen des Ablaufplans per Drag & Drop, und schließt auch die Werkzeugplanung ein. Sichtbar gemacht durch Aufrufen am Steuerungs-Display sowie am zusätzlichen Display am Rüstplatz des PW 250, hat der Bediener die Aufgaben und alle relevanten Abläufe – von der Systemübersicht über Arbeitspläne, Paletten und Werkzeugtabelle bis zum aktuellen Auftragsstand – jederzeit im Blick. Wie HACS gehört auch die „Adaptive Feed Control“ (AFC) zur Standardausrüstung. AFC stellt die adaptive Vorschubregelung zur automatischen Regelung des Bahnvorschubs der Steuerung TNC dar. Dies in Abhängigkeit von der jeweiligen Spindelleistung und weiterer Prozessparameter. Die Vorteile sind:
eine optimierte Bearbeitungszeit,
das Schonen der Maschine und deren Mechanik,
die Möglichkeit, die Werkzeuge zu überwachen und
längere Standzeiten der Tool.
Florian König, Vertrieb Österreich/Südtirol bei Hermle, zur Einführung von HACS und AFC bei den Kunden: „Die kostenlosen Zusatzfeatures wurden in unserer Produktion in Gosheim über einen Zeitraum von 1,5 Jahren auf Herz und Nieren getestet. Dabei ergaben sich derart gute Ergebnisse, dass beide Systeme als Standard in den Leistungsumfang jener Bearbeitungszentren aufgenommen wurden, die mit einem Palettenwechsler ausgestattet sind.“ Das bedeute für die Anwender einen echten Mehrwert ohne Zusatzkosten.
Dass dem in der Tat so ist, bestätigt Patricia Temel: „Unser erklärtes Ziel lautete: Starten und alleine laufen lassen! Egal, ob wir gerade Einzelteile oder kleine Serien mit bis zu 50 Stück fertigen.“ Im letzteren Fall läuft die Produktion aus der bedienten ersten Schicht automatisch in die zweite und dritte hinein.
Wenn man so will, ist HACS das Fräsbearbeitungs-Management für die KMU-Praxis, zumal es inklusive Simulation einfach zu programmieren, anzupassen und zu bedienen ist. Mit Hilfe des Assistenzsystems und des Palettenspeichers und -wechsler ist tmv ohne weiteren Aufwand in der Lage, die Durchlaufzeiten zu reduzieren, den Durchsatz zu erhöhen, die Maschinenlaufzeit maximal zu nutzen und die Auslastung zu optimieren. Hinzu kommen minimierte unproduktive Nebenzeiten durch schnelles, hauptzeitparalleles Rüsten und das bei einem insgesamt geringeren Personalaufwand. „Davon profitieren nicht nur wir, sondern auch unsere Kunden“, betont Patricia Temel.
Marketingleiter Berthold Hermle AG, Gosheim


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