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Elektromobilität in ihrer ganzen Vielfalt

Messe MobiliTec: Starkes Interesse an spartenübergreifender Ausrichtung
Elektromobilität in ihrer ganzen Vielfalt

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Die MobiliTec stößt als internationale Leitmesse für hybride und elektrische Antriebstechnologien, mobile Energiespeicher und alternative Mobilitätstechnologien im Rahmen der Hannover Messe vom 4. bis 8. April auf großes Interesse.

Elektromobilität ist ein Thema von hoher strategischer Bedeutung für alle beteiligten Industrien. Wir bieten diesen Unternehmen mit der MobiliTec die ideale Präsentations- und Diskussionsplattform, um die erforderlichen Technologien gemeinschaftlich voranzutreiben“, sagt Oliver Frese, Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe.

Um Elektrofahrzeuge in allen Facetten einzuführen, muss in den kommenden Jahren eine Reihe von politischen, regulatorischen, technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden. Nach Plänen der Bundesregierung soll Deutschland in den kommenden zehn Jahren zum internationalen Leitmarkt für Elektromobilität werden. „Dieses Ziel erreichen Hersteller, Zulieferer und Forschungsinstitute nur durch enge Kooperation. Mit der MobiliTec bieten wir allen Beteiligten ein Forum, um sich auf einem hohen wissenschaftlichen und technologischen Niveau auszutauschen“, sagt Dr. Wolfram von Fritsch, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG.
Ein Grund für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), sich auf der MobiliTec als Aussteller zu engagieren: „Für den Wirtschaftsstandort Deutschland bietet die Elektromobilität immense Wachstumschancen. Schätzungen gehen davon aus, dass Elektro- und Hybridfahrzeuge schon im Jahr 2020 einen weltweiten Marktanteil von bis zu einem Drittel aller Neufahrzeuge darstellen könnten und damit einen weltweiten Markt von rund 470 Milliarden Euro“, sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen. „Das BMU unterstützt mit seinem Förderprogramm Elektromobilität über 30 innovative Projekte mit mehr als 100 Millionen Euro. Die gemeinsame Vision der Vorhaben ist das Elektroauto als marktfähige Umweltinnovation. Denn eines ist klar: Eine neue Technologie, die zwar sauber, für die Verbraucher aber wenig attraktiv ist, wird sich kaum durchsetzen. Zugleich verlangen immer mehr Konsumenten, dass attraktive Fahrzeuge auch bei den Umwelteigenschaften überzeugen. Dies ist eine zentrale strategische Frage nicht nur aus ökologischer, sondern vor allem auch aus ökonomischer Perspektive: Nur wenn Elektroautos einen tatsächlichen Umweltvorteil haben, kommt auch der Markt ins Rollen“, erklärt Röttgen weiter.
Dr. Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und Schirmherr der MobiliTec, sieht in der spartenübergreifenden Ausrichtung der Messe die besondere Chance, ein derart zukunftsträchtiges Thema wie die Elektromobilität in seiner ganzen Vielfalt zu präsentieren. „Der Durchbruch der Elektromobilität ist durch veränderte Rahmenbedingungen vorgezeichnet. Es wird aber noch dauern, bis wir wirklich flächendeckend E-Mobilität in Deutschland sehen werden. Mit der Ausrichtung der Messe auf die vielfältigen Chancen für Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter nimmt die MobiliTec daher ein gutes Stück Zukunft voraus“, ergänzt Kagermann.
Rund 150 Unternehmen werden auf der MobiliTec ihre Lösungen präsentieren. Anspruch der Messe ist es, den Zukunftsmarkt Elektromobilität in der gesamten Wertschöpfungskette zusammenzufassen. Das gezeigte Spektrum reicht von Produktionstechnologien,Hybridsystemen und Strominfrastruktur über alternative Fahrzeugkonzepte und Kraftstoffe bis hin zu Steuerungen, Speichern und Transaktionsmotoren.
„Die mobile Zukunft muss produziert werden, und zwar hier in Deutschland“ formuliert Dr. Manfred Wittenstein, vormaliger Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und Vorsitzender des Vorstands der Wittenstein AG, den Anspruch. Exzellenz in der Produktionstechnik werde darüber entscheiden, wer beim globalen Wettrennen um Wertschöpfung und zukunftssichere Arbeitsplätze als Erster ins Ziel komme. Investitionen in Innovation und damit in einen marktfähigen Leitanbieter Deutschland sei das Gebot der Stunde. „Bange machen gilt nicht“, schreibt Wittenstein den Akteuren ins Stammbuch. Auch dank der Innovationsnetzwerke des Maschinenbaus habe Deutschland das Zeug zum weltbesten Anbieter für die Mobilität der Zukunft, ist der Marktkenner zuversichtlich.
Für den Anschub legt sich sein Unternehmen selbst ins Zeug. So stellt die Wittenstein AG (Halle 25, Stand L13) in diesem Jahr emissionsfreie und hochdynamische Antriebe in drei Baugrößen für Kleinwagen, Mittelklassewagen und Rennsportanwendungen sowie das Nfz-Segment vor. Integration und Modularität kennzeichnen die Konzeption dieser Antriebstechnologien. E-mobile Antriebe sind integrierte Systeme aus Motor, Getriebe und Leistungselektronik, die höchstmögliche Wirkungsgrade erreichen, heißt es. Sie entstehen aus einem modularen Baukasten, das heißt verschiedene Antriebsmodule für unterschiedliche Fahrzeugtypen und e-mobile Leistungsklassen werden aus gleichen Komponenten aufgebaut. Diese modulare Konzeption lässt den Angaben zufolge auch völlig neue Antriebs-Architekturen und mechatronische High-End-Antriebslösungen mit extrem hohen Leistungsdichten entstehen.
Für diese Form der zukünftigen Mobilität finden sich heute bereits fertige Lösungen auch von SEW-Eurodrive. Auf seinem Stand H22 in Halle 25 demonstriert der Bruchsaler Antriebsspezialist ein innovatives System zum berührungslosen Aufladen von Batterien in Elektroautos oder Pedelecs. Die Energie wird hier berührungslos, über das in der Industrie schon seit über zehn Jahren erfolgreich eingesetzte System Movitrans dem Elektromobil zur Verfügung gestellt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Fahrzeug zum Laden steht oder fährt.
Ein Ladesystem, das mit seiner ergonomischen Gestaltung und zahlreichen Sicherheitsfeatures punktet, zeigt die Lapp-Gruppe (Halle 25, Stand J23) erstmals auf der Hannover Messe. Die Neuheit unter dem Namen Lapp Charge entstand in Kooperation mit der Bals Elektrotechnik GmbH, Kirchhundern. Design und Farbgebung des Ladesystems lassen sich an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Zudem entspricht die Neuerung dem VDE-Standard, an dem auch namhafte Automobilhersteller mitgewirkt haben. In seinem Elektromobil-Portfolio führt Lapp zudem spezielle und patentierte Hochvoltverkabelungen für die neue Fahrzeuggeneration. Diese werden im Fahrzeuginneren eingesetzt und können kundenspezifisch konfektioniert in verschiedenen Anschlusstechniken hergestellt werden. Spezielle Systemverbindungen von Lapp verwendet heute bereits der Automobilzulieferer Continental für die Serienproduktion der Hybridspeicher des neuen Mercedes-Benz S 400 Blue Hybrid. Diese Kabel und Stecksysteme werden im Inneren der Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt.
Harting ist in Halle 25, Stand J11 mit Connectivity-Lösungen vertreten, die bereits in einem Projekt von RWE im Einsatz sind. Der Essener Energiekonzern baut eine flächendeckende Infrastruktur mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge auf und integriert Ladekabel für die Elektroautos sowie eine entsprechende Schnittstelle für die Ladesäule von Harting in seine „Tanksäulen der Zukunft“. Die im System eingesetzten Komponenten überzeugen laut Angaben durch einfache Handhabung, progressives Industriedesign, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.
Für die Schnittstelle zwischen Elektroauto und Stromnetz hat der Industriesteckerhersteller Mennekes (Halle 25, Stand H13) sogenannte Smart-Spot-Ladesysteme entwickelt. Zur Ausstattung gehören Sicherungskomponenten für den Versorgungs- und Ladestromkreis ebenso wie fernauslesbare Smart-Meter für jeden Ladepunkt. Ein Controller ermöglicht die Kommunikation mit dem Energieversorgungsunternehmen oder Netzbetreiber, überdies lässt sich die gelieferte Leistung direkt einem Kundenkonto zuordnen.
Phoenix Contact (Halle 25, Stand H11) präsentiert ein Produkt- und Technologie-Portfolio, mit dem die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge modular ausgerüstet werden kann – unabhängig davon, ob am Wechsel- oder Gleichstromnetz geladen wird. Neben kundenspezifischen und speziell auf die Anforderungen der Elektromobilität zugeschnittenen Lösungen kommen auch industrielle Standardkomponenten wie Klemmen, Stromversorgungen, Überspannungsschutz, Kleinsteuerungen, Ethernet-Verkabelung und Industrial-Wireless sowie Energiemanagement-Systeme zum Einsatz.
Für neue Anwendungen im Hybrid- und im Elektrofahrzeugbereich hat das Joint Venture Johnson Controls-Saft (Halle 25, Stand H16) ein Baukastenprinzip auf Basis von Submodulen entwickelt. Diese enthalten alle wesentlichen Komponenten wie Speicherzellen, elektrisches Kollektorsystem, Überwachungselektronik, Kühlsystem und mechanische Befestigungsmöglichkeiten. Wie das Unternehmen erläutert, gestatten sie damit den leichten Aufbau von kompletten Batteriesystemen unterschiedlichen Energiespeichervermögens und unterschiedlicher elektrischer Leistungsfähigkeit. Die Module sind als Hochleistungsvariante (PM12) und als Hochenergievariante (EM12) verfügbar. Auf Basis dieses Baukastenprinzips wurden unter anderem die Batteriesysteme im Ford Transit Connect Electric entwickelt. Die Produktion für das leichte Nutzfahrzeug mit Elektroantrieb startete bereits 2010 in den USA und wird in diesem Jahr auch in Europa auf die Straßen kommen. Die Batterie entstand im Joint Venture.
Ein neu entwickeltes Drehmoment- und Drehzahl-Sensor-Tretlager für E-Bikes zeigt die Schaeffler-Gruppe (Halle 22, Stand A12) unter ihrer Marke FAG. Mit dieser Komponente könne erstmals das Gesamt-Drehmoment aus der Summe der Trittkraft von linkem und rechtem Pedal ermittelt werden, heißt es. Darüber hinaus hat Schaeffler ein komplettes „Ideenfahrzeug“ auf die Räder gestellt, das den praktischen Vergleich von Fahrzeugkonstellationen und Fahrzuständen im Bereich E-Mobilität ermöglicht. Der Schaeffler-Hybrid verfügt neben dem serienmäßigen Verbrennungsaggregat des Basisfahrzeugs über einen elektrischen Zentralmotor sowie zwei Radnabenmotoren.
Neben einer breiten Palette an Komponenten für Hybridmotoren, Elektroantriebe und Generatoren hat Kienle + Spiess (Halle 25, Stand L13) auch neue Verfahren im Programm. Auf der MobiliTec präsentieren die Sachsenheimer beispielsweise die Kupferdruckgusstechnik zur Herstellung von Kupferrotoren für Elektromotoren mit hohem Wirkungsgrad. Darüber hinaus wird die Stanztechnologie namens Glulock gezeigt, bei der gestanzte Blechgeometrien mit einem speziellen Klebstoff präzise zueinander fixiert werden. Auf diese Weise würden Stanzpakete mit nahezu optimaler Kontur entstehen, hohem elektrischen Wirkungsgrad und weniger Wirbelstromverlusten für Elektromotoren mit optimierter Leistung.

Impulse für die Zukunftstechnologie

BMU ist Partner der MobiliTec

Was Messeauftritte als Marketing-Instrument leisten, vermag auch das Bundesumweltministerium (BMU) zu ermessen. Als Partner der MobiliTec präsentiert sich das Ministerium dort und belegt mit der Standfläche J25 in Halle 25 ein ansprechendes Areal. Die E-Mobil-Fachschau sieht das Umweltministerium als zentrales Forum für die industrie- und umweltpolitisch bedeutsame Zukunftstechnologie. Ohnehin steht beim BMU das Thema Elektromobilität oben auf der Agenda. Mit dem gleichnamigen Förderprogramm werden deutschlandweit über 30 Projekte mit mehr als 100 Mio. Euro unterstützt. Trotz des potenziell 470 Mrd. Euro schweren Marktes ist eines auch klar: „Eine neue, saubere Technologie, die für den Verbraucher wenig attraktiv ist, wird sich kaum durchsetzen. Zugleich verlangen immer mehr Konsumenten, dass attraktive Fahrzeuge auch bei den Umwelteigenschaften überzeugen“, meint Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen. Dies sei eine zentrale strategische Frage, die sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Perspektive zu beantworten sei.

Forsche Schrittmacher

Netzwerkinitiative E-Motive

Wie bei der Premierenveranstaltung der MobiliTec im Vorjahr ist mit E-Motive die VDMA-Netzwerkinitiative Elektromobilität wieder mit von der Partie. Der Branchenverband und seine Forschungsvereinigungen Antriebstechnik (FVA), die auch ideelle Träger der MobiliTec sind, fördern mit ihrer Initiative die Zusammenarbeit von Fahrzeugherstellern, Zulieferern und Herstellern elektrischer Antriebe aus dem industriellen Bereich und erschließen Synergien. Zahlreiche Mitglieder präsentieren auf dem E-Motive-Gemeinschaftsstand in Halle 25/L13 innovative Exponate, Lösungen und Konzepte. Für Dr. Michael Paul, Vorstandsmitglied der ZF Friedrichshafen AG und FVA-Vorsitzender, ermöglicht der Gemeinschaftsstand auf der MobiliTec „vor allem dem innovativen Mittelstand aus den Bereichen E-Traktion, Speichertechnologien, F&E und Dienstleistung eine äußerst effiziente und kostengünstige Einbindung in diesem technologischen Umfeld“. Damit stünde, so Paul, das firmenseitige Know-How aus dem Automotivebereich zu Antriebsmanagement, Hybridtechnologie oder Sensorik allen potenziellen Anwendern zur Verfügung.
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