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Digitalisierung: Geschäfte mit IoT, Cloud und Security beleben

Digitalisierung
Geschäfte mit IoT, Cloud und Security beleben

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Um Geschäftsmodelle der Industrie voranzutreiben, bedarf dringend der Digitalisierungsaspekte um IoT, Cloud und Security, erläutert Dr. Elisabetta Castiglioni, CEO A1 Digital.

❧ Nico Schröder

Frau Dr. Castiglioni, als CEO führen Sie A1 Digital seit dessen Gründung, und zwar als Tochtergesellschaft der A1 Telekom Austria Group, im Februar 2017. Wie haben Sie das Unternehmen seitdem ausgerichtet?

Als Business-to-Business-Unternehmen haben wir uns darauf spezialisiert, digitales Potenzial unserer Kunden – über die Schwerpunkte IoT, Cloud und Security – in nachhaltige Geschäftsergebnisse zu übersetzen. Das bedeutet, dass wir Entscheider dabei unterstützen, Prioritäten festzulegen und zu erörtern, wo die Herausforderungen unterschiedlicher Industrien liegen.

Welche Industrien sind das im Schwerpunkt?

Schwerpunktmäßig der Maschinen- und Anlagenbau, Logistik und Transport sowie die Bauindustrie.

Wenn Sie von „Herausforderungen unterschiedlicher Industrien“ sprechen – gibt es Anforderungen, die Sie in unterschiedlichen Industrien oder in unterschiedlichen Unternehmen wiederholt vorfinden? Also gibt es Herausforderungen, die eine Art Standard bilden?

Fast immer geht es um Geschäftsmodellveränderungen. In der Digitalisierungswelle müssen Geschäfte eben ins 21. Jahrhundert gebracht werden. Häufig sollen neben einem Produkt neue, zusätzliche Services angeboten werden. Dabei wandeln sich Produkthersteller in dem Sinne, dass sie verstärkt mit Endabnehmern kommunizieren. Sie wandeln sich von Unternehmen, die einfach produziert haben und dann über einen Handelskanal an einen Endabnehmer verkauft haben, den sie aber nicht genau kannten. Die Herausforderung liegt nun darin, einen Kanal zum Endabnehmer herzustellen, der in beide Richtungen funktioniert. Wenn ich sozusagen selbst mit einem Endabnehmer kommuniziere, wird dieser zurückkommunizieren. Derart kann sich ein Produkthersteller zu einem Serviceanbieter weiterentwickeln. Also ich verändere praktisch mein Modell: Ich produziere, ich verkaufe und ich verewige mich aber gleichzeitig im laufenden Geschäft meines Kunden.

Ein Geschäftsmodell dieser Art wäre beispielsweise ein Service-Kanal zu vorausschauender Wartung oder ähnlichem?

Ja, genau, eben zum Produkt einen Service anzubieten, der natürlich die Produktivität erhöhen wird.

Welche Digitalisierungsangebote machen Sie?

Wichtiger Bestandteil unserer Lösungen ist natürlich Konnektivität. Da kommen wir auch her. Zusammen mit Partnern sind wir letztlich in der Lage, Hardware- und Softwarelösungen darzustellen, Applikationen zu analysieren und gemeinsam mit einem Projektmanagement Gesamtlösungen zu erarbeiten.

Im Einzelnen betrifft das welche Kompetenzen?

Sie müssen die fünf IoT-Aspekte Integration und Benutzerverwaltung, Visualisierung und Applikationen, Real Time Analytics, Device Management und Konnektivität plus Cloud plus Security verstehen und auf den Anwendungsfall hin konzipieren sowie entsprechend hohe Qualität in der Hard- und Software einsetzen. Wie gesagt, Sie brauchen vor allem auch Wissen um Konnektivität. Bei IoT-Plattformen geht es zudem ums Aggregieren von Daten, um die Konsolidierung und um die weitere Verarbeitung der Daten Richtung Machine Learning, also um Analytics. Die gewonnenen Erkenntnisse müssen letztlich in betriebswirtschaftliche Prozesse übersetzt werden. So entsteht ein Gewinn zum Projekt – sei es seitens Instandsetzung, Preisgestaltung oder anderer unternehmerischer Aspekte. Wir bieten auch Design-Thinking-Workshops und Business-Case-Modellierungsworkshops an, wo wir den Kunden quasi an die Hand nehmen und ihm nach und nach zeigen, welche Technologien vorteilhaft sind und wo sich diese gewinnbringend einsetzen lassen.

Bringt es Vorteile, wenn die Konnektivität direkt von Ihnen kommt?

In der Regel haben wir einen attraktiven Preis.

Welchen Stellenwert sollte aus Ihrer Sicht der direkte finanzielle Nutzen für Kunden haben, also in Richtung Return-of-Investments oder Payback Times gedacht?

Grundsätzlich sagen wir, wir helfen genau dieses Potenzial zu heben. Es gibt Business Cases, die leicht zu rechnen sind beziehungsweise Payback Times im Rahmen von Monaten erlauben. Klassisch wäre Asset Tracking in der Bauindustrie.

In wie vielen Projekten arbeiten Sie aktuell als Systemintegrator?

Wir haben derzeit etwa 600 Live-Projekte.

In welchen Märkten liegen Ihre Schwerpunkte?

Hauptsächlich in Österreich und in Deutschland. Wir haben aber auch Kunden in den USA, in UK und sogar in Australien.

Wie interessant ist der deutsche Markt für A1 Digital?

Nummer eins ist der deutsche Markt. Deutschland ist die Lokomotive der europäischen Wirtschaft. Die Struktur deutscher Wirtschaft – wenn wir eben Österreich als Markt sehen, wo das Unternehmen herkommt – ist in seinen Industrien relativ ähnlich, also Maschinenbauindustrie, Konstruktion, Logistik oder andere Industrien. Hier haben wir bereits viele Referenzen sammeln können. Und damit wachsen wir.

Wo stehen Sie in Bezug auf Mitarbeiter, Standorte und Wachstum?

Wir sind etwa 200 Mitarbeiter in drei Ländern. Als D-A-CH-Unternehmen sind wir an den drei Standorten München, Wien und Lausanne vertreten. In Lausanne sitzt unsere Cloud-Entwicklung, die eine eigene Infrastructure-as-a-Service-Lösung vorantreibt. Unser Wachstum liegt im hohen zweistelligen Bereich. Damit wachsen wir stärker als der Markt.

Welche Ziele der Markterschließung verfolgen Sie?

Wir wollen signifikanter Player in Europa sein. Deutschland ist im Moment ein Schwerpunkt, aber unsere Services kennen keine Grenzen. Unsere Kunden sind international. Das heißt, das Geschäft ist an sich international und eine internationale Expansion wollen wir weitergehen.

Im Logistikbereich können Ihre Lösungen unter anderem im Tracking und Monitoring nützlich eingesetzt werden. Welche Perspektive bietet Ihr aktueller Anwendungsfall bei der Rail Cargo in Österreich?

Bei der Rail Cargo in Österreich digitalisieren wir 14.000 Waggons, um die Logistikprozesse zu optimieren. Wenn Sie wissen, wo ein Waggon sich gerade befindet, was auf dem Waggon ist und an welchem Zug er fährt, haben Sie beispielsweise ein Riesen-Potenzial zur optimierten Vorhersage von Lieferzeiten.

Auf welcher Ebene setzen Ihre Digitalisierungsangebote in Bezug auf die Fertigung auf?

Wir sehen die Konnektivität der Produkte als Schwerpunkt, weniger allerdings die Fertigungstiefe an sich. Also unsere Lösungen tragen dazu bei, dass ein Produkt intelligenter wird, weil beispielsweise ein Sensor integriert ist, der funkt. Auf die Fertigungsprozesse und die Maschinen, die diese Produkte herstellen, sind andere Anbieter spezialisiert.

Wie implementieren Sie Security?

Bei unseren IT-Lösungen ist Sicherheit von Anfang an mitbedacht, also Security ist integraler Bestandteil. Sie muss von Anfang an in der Architektur mitbetrachtet werden. Dafür haben wir Spezialisten, die sich im Development-Prozess einklinken, sodass die Prozesse tatsächlich gegeben sind und Security-Checks zur Hard- und Software fortlaufend gemacht werden, Schwachstellen analysiert und Updates gefahren werden.

Welchen Zugang zu IoT und welche Rollenverteilungen finden Sie in den IT-Abteilungen von Unternehmen heute vor?

Wir treffen teils auf eine IT, die aus den vergangenen 30 Jahren heraus auf zwei Themen ausgerichtet ist: auf Office Tools und Themen wie Netzwerke und dann natürlich mit ERP-Systemen auf Business-Applikationen. IT nun von der Maschinensteuerung oder Sensorik her zu sehen löst insofern oft regelrecht politische Kämpfe aus, als nicht klar definiert worden ist, wer eigentlich für IoT-Security im Unternehmen zuständig ist. Das kann sehr hinderlich sein.

Fördern Security-Technologien die Geschäfte derer, die sie anwenden?

Security ist ein Business Enabler, wenn wir den Mehrwert auch tatsächlich darstellen, also zeigen können, dass die Produkte sicher sind. Man kommt um die Security nicht mehr herum. Angreifer sind hochprofessionell. Insofern liegt es eben an uns, Unternehmen dahingehend zu beraten, dass sie – neben den von uns eingesetzten sicheren Produkten – eine ihren Risiken angemessene Security-Architektur aufbauen und wir nachher mit den Kunden geeignete Security-Programme fahren, um zu einer ganzheitlichen Security kommen.



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