GF Machining Solutions über aktuelle Entwicklungen im Maschinenbau

Automatisierung

GF Machining Solutions über aktuelle Entwicklungen im Maschinenbau

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Digitalisierung und Automatisierung waren zentrale Themen bei den GF Solutions Days von GF Machining Solutions in Schorndorf. Geschäftsführer Christian Jung sagt, was der Maschinenbauer hier zu bieten hat, und wie das Angebot bei den verschiedenen Kunden ankommt.

Digitalisierung und Automatisierung waren zentrale Themen bei den GF Solutions Days von GF Machining Solutions in Schorndorf. Geschäftsführer Christian Jung sagt, was der Maschinenbauer hier zu bieten hat, und wie das Angebot bei den verschiedenen Kunden ankommt. ❧ Mona Willrett

Herr Jung, eines der Themen der diesjährigen Solutions Days lautete „Digitalisieren Sie Ihre Produktion“. Inwieweit hat sich das Thema Industrie 4.0 im betrieblichen Alltag Ihrer Kunden bereits etabliert?

Hier müssen wir unterscheiden: Kunden, die in der Serien- oder gar in der Massenfertigung unterwegs sind, sind hier schon recht weit. Unter unseren Werkzeugbau-Kunden sind viele noch eher handwerklich geprägt. Gerade die Chefs kleiner Betriebe, die jedes Detail selbst im Blick haben, fragen oft, was ihnen eine digitale Vernetzung bringen soll. Aber auch sie öffnen sich zunehmend, weil der Nutzen immer offensichtlicher wird.

Wo erkennen diese Kunden Vorteile?

Ein ganz entscheidender Aspekt ist hier ein effizienter Service und eine bedarfsgerechte Wartung. Mit unserer rConnect-Plattform lassen sich verschiedene Maschinen und Peripherieanlagen untereinander und auch mit unseren Servicetechnikern vernetzen. Die Kunden profitieren unter anderem durch einen direkten Zugang zu unserem Support, sehr schnellen Problemlösungen und dadurch einer höheren Verfügbarkeit ihrer Anlagen. Viele Probleme können unsere Spezialisten bereits aus der Ferne lösen, und dort wo doch noch ein Serviceeinsatz nötig ist, kommen unsere Techniker bestens vorbereitet und mit den richtigen Ersatzteilen zum Kunden. Sie wissen bereits genau, wo der Fehler liegt. Das ist bei einer Fehlerbeschreibung übers Telefon nicht immer der Fall. Das Ziel ist: Eine stehende Maschine soll schnellst möglich wieder produzieren.

Was lässt die Kunden noch zögern?

Bei vielen ist es einfach die Sorge um die Datensicherheit. Sie zu überzeugen, dass diese Sorge unbegründet ist, ist eine unserer Herausforderungen. Wir können uns nicht ohne Anforderung aufschalten. Der Kunde muss uns kontaktieren, erst dann können wir auf die betreffende Maschine schauen. Was das Hacken der Daten durch Dritte angeht, kann ich nur sagen: Unser System ist so sicher wie Online-Banking. Was mich immer wieder wundert: Privat werden bedenkenlos selbst sensible Daten ins Netz gestellt, im industriellen Bereich fehlt hingegen das Vertrauen in die Technik, obwohl die Systeme oft viel besser abgesichert sind.

Lassen sich alle Maschinen aus Ihrem Portfolio vernetzen?

90 Prozent unserer aktuellen Maschinen und Automationssysteme lassen sich über ein LAN-Kabel mit der rConnect-Box verbinden und können über den Kommunikationsstandard OPC UA Daten austauschen. Die restlichen Anlagen werden mit den kommenden Updates folgen. Übrigens: Auch bestehende Maschinen, die die nötigen Hardware-Voraussetzungen mitbringen, lassen sich anbinden.

Sind kleinere Betriebe zurückhaltender?

Das lässt sich so nicht verallgemeinern. Wir haben kleine Kunden, die mit ihrer Digitalisierungsstrategie sehr weit sind. Die Frage scheint mir oft eher: Welche Erfahrungen haben die Verantwortlichen in anderen Lebensbereichen bereits mit modernen Kommunikationstechniken gemacht? Tendenziell fällt es Serienfertigern leichter, die Potenziale zu nutzen. Aber die Systeme sind inzwischen so flexibel, dass Job Shopper oder Werkzeugbauer ebenso profitieren können.

Welche Leistungen bieten Sie, um Kunden bei der Einführung zu unterstützen?

Gerade im Werkzeug- und Formenbau stehen für uns derzeit Beratungsgespräche und das Ausarbeiten von Konzepten im Vordergrund. Wenn es dann an die praktische Umsetzung geht, holen wir Partner ins Boot.

Ein weiteres Thema der Solutions Days war das individuelle Automatisieren der Anlagen. Wie ist hier der Stand in der Praxis?

Selbst in der Einzelteilfertigung – etwa im Werkzeug- oder Prototypenbau – arbeitet der Großteil unserer Kunden bereits mit automatisierten Anlagen oder ist zumindest dran, die Prozesse entsprechend umzustellen. Dabei ist die Bandbreite der Lösungen groß. Sie reicht von unseren einfachen Handlinggeräten WorkPartner, die eine einzelne Maschine mit Elektroden sowie Werkstücken versorgen, bis hin zu Linearrobotern, die bis zu zwölf Anlagen unterschiedlicher Technologien versorgen. Dass der Bedarf und die Nachfrage steigen, zeigt eine Zahl: In den letzten drei Jahren hat sich unser Umsatz der Automationsmodule verdoppelt. Unser Ziel ist hier ein Wachstum von mindestens zehn Prozent pro Jahr.

Ist beim Automatisieren immer eine höhere Produktivität die Motivation?

Die Maschinen und Anlagen über mannarme oder mannlose Schichten besser auszulasten, ist natürlich einer der Gründe. Aber sicher nicht der einzige. In China automatisieren viele unserer Kunden, um ein konstant hohes Qualitätsniveau gewährleisten zu können. Bei uns oder in Amerika ist hingegen vielfach auch der Mangel an Fachkräften ein Grund fürs Automatisieren.

Angesichts der Hype-Themen Digitalisierung und Automatisierung, welche Rolle spielt heute solide Maschinentechnik noch?

Die Maschinentechnik ist nicht mehr der wichtigste Faktor, aber nach wie vor ein entscheidender. Bei vielen Anbietern wird sie zu Unrecht in den Hintergrund gestellt. Hinzu kommt, dass Maschinen häufig für die jeweilige Anwendung über- oder unterdimensioniert sind. Wir hören unseren Kunden deshalb sehr gut zu, um ihnen genau das zu liefern, was sie tatsächlich brauchen.

Welche Entwicklungen in der Maschinentechnik sind besonders spannend?

Das ist ganz unterschiedlich. Beim Erodieren hat sich in der Generatortechnik in den letzten Jahren viel getan. Lasersysteme haben das Strukturieren von Oberflächen revolutioniert. Aber auch im klassischen Maschinenbau haben wir enorme Fortschritte erzielt. Wenn ich etwa an unsere Mikron Mill P 500 U denke – bei gleicher Steifigkeit wäre eine Maschine vor 20 Jahren doppelt so groß gewesen. Oder: Unser Machine Spindle Protection System – eine rein mechanische Lösung – sorgt im Fall eines Crashs dafür, dass die Maschine innerhalb von zehn Minuten wieder einsatzbereit ist. Ein weiteres Beispiel ist die Ergonomie, die Service- und die Bedienerfreundlichkeit.

Welche Ziele hat GF Machining Solutions für die kommende Zeit?

GF Machining Solutions zeichnet sich aus durch ständigen Wandel und neue Lösungen für Kunden: Wir kommen ursprünglich vom Erodieren, haben das Fräsen und die Automatisierung entscheidend vorangetrieben. Aktuell bieten wir neue Oberflächenbearbeitungen und Micro-Machining durch Laser an. Der Bereich der Additiven Fertigung wird diese innovativen Lösungen noch erweitern. Unser Unternehmen gibt es schon sehr lange, und wir werden auch in Zukunft solide und strategisch wachsen. Dazu arbeiten wir auch an neuen Ausbildungs- und Arbeitskonzepten, um für den Nachwuchs attraktiv zu sein und unseren Bedarf an Fachkräften auch im digitalen Zeitalter zu decken.


GF Machining Solutions in Kürze

GF Machining Solutions ist – neben GF Piping Systems und GF Casting Solutions – einer von drei Geschäftsbereichen des 1802 gegründeten Georg-Fischer-Konzerns, der seinen Stammsitz in Schaffhausen/Schweiz hat. GF Machining Solutions ist spezialisiert auf Hochpräzisions-Fertigungssysteme und bietet sowohl Erodier- als auch Fräs- und Lasermaschinen sowie der Automatisierungstechnik an. Die Fertigungstechniker des GF-Konzerns setzten 2017 992 Mio. CHF um und beschäftigten 3255 Mitarbeiter.

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