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Hauptstadt Berlin als Eldorado für E-Mobile?

E-Mobilität 2025: Eine Szenario-Analyse für den urbanen Ballungsraum Berlin
Hauptstadt Berlin als Eldorado für E-Mobile?

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Bleiben Elektroautos ein Nischenprodukt oder prägen sie das künftige Stadtbild? Eine Szenario-Analyse blickt auf Berlin im Jahre 2025 – einem Ballungsraum, der von seiner urbanen Ausdehnung her geradezu prädestiniert ist für E-Mobilität.

„Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung hat bis zum Jahr 2020 die Marktvorbereitung und -einführung batterieelektrischer Fahrzeuge zum politischen Ziel erklärt“, meint Professorin Christine Ahrend, Leiterin des Fachgebiets Integrierte Verkehrsplanung an der TU Berlin. „Aber keiner hat bisher eine konkrete Vorstellung, wie die elektromobile Zukunft in den Städten aussehen könnte.“ Die Verkehrsplanung steht mit der Einführung der Elektromobilität vor großen Herausforderungen: Offen ist, ob und wie sich das Mobilitätsverhalten wandelt oder wie sich Verkehrsinfrastrukturen verändern müssen, um Elektromobilität in der Breite durchzusetzen.

Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der TU Berlin, Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung, führte das Kölner Beratungsunternehmen Z_Punkt daher eine Szenario-Analyse zur Zukunft der Elektromobilität in der Hauptstadt durch. Drei alternative Zukunftsbilder, wie im Jahr 2025 Elektromobilität genutzt wird, wurden erarbeitet und im September in einer 40-seitigen Zusammenfassung der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
„Die Szenarien zeigen, wie wichtig es ist, einen Perspektivwechsel von der Angebots- zur Nachfrageplanung zu vollziehen und den Nutzer in seinem künftigen Lebenskontext ins Zentrum zu stellen, wie es der Forschungsschwerpunkt des Fachgebiets Integrierte Verkehrsplanung tut“, sagte Ahrend. „Werden die politischen Weichen jetzt nicht richtig gestellt, gehen wertvolle Potenziale für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität in Ballungsräumen wie Berlin verloren“, ergänzte Beate Schulz-Montag, die bei Z_Punkt das Projekt verantwortet. Die Szenarien im Überblick:
Szenario 1
Elektromobilität bleibt in der Nische, beschränkt auf das Premiumsegment. Zwar bieten die Hersteller meist verschiedene Modelle von Elektrofahrzeugen an. Doch aufgrund weiterhin sehr hoher Batteriepreise haben Kfz mit Verbrennungsmotor immer noch einen entscheidenden Kostenvorteil. Batterieelektrisch betriebene Pkw gelten daher (noch) als Statussymbol für umweltbewusste Technikpioniere mit höherem Einkommen. Für den Verkehr im urbanen Raum und speziell im Ballungsraum Berlin spielen sie nur eine marginale Rolle. Für die Medien versinnbildlichen sie aber nach wie vor die automobile Zukunft.
Szenario 2
Elektromobilität setzt sich durch: Aber nicht, indem einfach Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzt werden. Der Wandel im Verkehr geht viel tiefer. Individuelle Mobilität ist nach wie vor ein hohes Gut, doch sie findet fast ausschließlich auf der Basis eines ausgedehnten Spektrums von Mobilitätsdienstleistungen und eines veränderten Mobilitätsverhaltens statt. Im urbanen Raum und speziell im Ballungsraum Berlins spielen elektrische Klein- und Kleinstfahrzeuge eine herausragende Rolle. Dank einer intelligenten, IT-gestützten Vernetzung von Verkehrsträgern und Verkehrsmitteln kommen die ökologischen und wirtschaftlichen Vorzüge von Elektromobilität im Individualverkehr voll zum Tragen.
Szenario 3
Elektromobilität setzt sich in diesem Szenario über den Wirtschaftsverkehr durch. Die rasche Ausweitung des Anteils an batteriebetriebenen Fahrzeugen in diesem Bereich ist vor allem das Resultat einer gezielten Angebots- und Nachfrageförderung seitens der öffentlichen Hand. Sie verpasst der Elektromobilität nicht nur durch finanzielle Anreize einen Schub, sondern auch durch die systematische Elektrifizierung ihrer eigenen Fuhrparks. Begünstigt wird die Elektromobilität darüber hinaus durch eine Stadtentwicklungspolitik, die konsequent auf die Zurückdrängung des schweren Güterverkehrs mit seinen Umweltbelastungen und seinen Gefahrenpotenzialen aus dem Innenstadtbereich ausgerichtet ist. Stimuliert durch den Personenwirtschaftsverkehr, der in der Dienstleistungsmetropole Berlin eine immens wichtige Rolle spielt, fasst die Elektromobilität schließlich auch im privaten Individualverkehr Fuß.
Die Szenarien sind Teilergebnis des Projekts „E-Mobility – IKT-basierte Integration der Elektromobilität in die Netzsysteme der Zukunft“, das sich mit den verkehrsplanerischen Herausforderungen beschäftigt, die mit der Einführung von Elektromobilität verbunden sind. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert das Projekt E-Mobility im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität. Ziel ist es, mit Hilfe eines interdisziplinären Ansatzes ein innovatives integriertes Gesamtsystem E-Mobilität zu entwickeln.
Die ausführlichen Ergebnisse der Szenarioanalyse sind auf 40 Seiten zusammengefasst und in digitaler Fassung erhältlich. os
Download und weitere Informationen: www.tu-berlin.de/ivp/aktuelles
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