Werkzeugbau: Marktspiegel bei Betriebsentwicklung helfen

Werkzeugbau

Marktspiegel soll Stellschrauben für Betriebsentwicklung aufzeigen

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Der Marktspiegel Werkzeugbau soll den Teilnehmern ihre jeweilige Marktposition transparent machen und konkrete Handlungsempfehlungen für Zukunftsentscheidungen liefern.

❧ Mona Willrett

„Wir sind überzeugt, dass der Marktspiegel Werkzeugbau das richtige Tool für Werkzeug-, Modell- und Formenbauer ist, um ihr Unternehmen in die Zukunft zu führen“, sagten die Macher bei der Präsentation. Die Initiative will branchenspezifische Kennzahlen schaffen, um mit deren Hilfe die Zukunftsfähigkeit der Betriebe aktiv zu fördern. Sie ist darauf ausgelegt, schnell und einfach neue Einblicke in den Entwicklungsstand des eigenen Unternehmens im Vergleich zur Branche zu erhalten. Daraus sollen sich dann konkrete Maßnahmen für die Zukunftsausrichtung ableiten und umsetzen lassen.

Die Grundidee entwickelten Jens Lüdtke, Leiter Tebis Consulting und Benedikt Ruf, Managing Director bei Gindumac. Beide Unternehmen sind Mitglied im Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer. Dort fanden Lüdtke und Ruf in VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter einen Unterstützer, der half wichtige Kontakte zu knüpfen. Mit Dr. Claus Hornig von Claho komplettierte ein Spezialist für betriebswirtschaftliche Fragen das Kernteam. In Arbeitskreisen konkretisierte sich die Idee, Unternehmenskennzahlen, Produktion, Organisation, Prozesse, Marketing und Vertrieb für die Branche vergleichbar zu machen. Lüdtke, Ruf und Hornig entwickelten daraus das finale Konzept.

In einem Pilotprojekt, an dem 16 Werkzeugbauer – alle Mitglieder im VDWF – teilnahmen, wurden erste Erfahrungen und die Basisdaten gesammelt sowie das Konzept verfeinert. Die Rückmeldungen der Betriebe sollen durchweg positiv ausgefallen sein. Mit der Messe Stuttgart als weiterem Partner entwickelte das Pilotteam die Initiative zur Marktreife. Anlässlich der Präsentation sagte Ralf Dürrwächter: „Die Vorstellung, dass sich Werkzeugbauer nun im jährlichen Turnus selbst in der Branche einordnen können und sich auch eine Branchenentwicklung ablesen lässt, ist ein echter Mehrwert.“ Im nächsten Schritt wurde der Marktspiegel für alle Unternehmen geöffnet. Als erstes Ziel nannten die Initiatoren, auf der Moulding Expo 2019 – sie findet vom 21. bis 24. Mai in Stuttgart statt – die erste „MEX-Edition“ des Marktspiegels zu präsentieren. In ihr sollen dann Daten von rund 100 Teilnehmern verarbeitet sein. Geplant ist, immer zur Moulding Expo eine neue Version mit Branchenindex zu veröffentlichen.

Kennzahlen verdeutlichen eigene Marktposition

Der Marktspiegel ist in vier übergeordnete Felder aufgeteilt, in deren Rahmen die Teilnehmer auf ihre Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung analysiert, vermessen und miteinander verglichen werden:

  • Unternehmenskennzahlen,
  • Produktion, Organisation, Prozesse,
  • Marketing, Kommunikation, Vertrieb und
  • Digitalisierung, Automation.

Die Betriebe können sich gezielt nach Unternehmensgröße, Zielmärkten und Produktbereichen vergleichen. Die Größe wird durch Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Mitarbeiterzahl bestimmt. Die Produktbereiche unterscheiden zwischen Werkzeug-, Formen-, Modell- und Maschinenbau. Die Zielmärkte teilen sich auf in Automotive, Consumer/Packaging, Electronics, Aerospace, Health/Pharma, Maschinenbau und Sonstiges.

Sowohl interne als auch externe Werkzeugbauer können an der Initiative teilnehmen. Der Marktspiegel soll Antworten auf grundlegende Fragen liefern wie etwa: Wirtschaftet das Unternehmen profitabel und nachhaltig? Ist die Produktivität wettbewerbsfähig? Ist das Personal ausreichend qualifiziert und motiviert? Sind Leitbild und Strategie vorhanden? Werden Prozesse und Projekte effizient organisiert? Wie hoch ist der Modernisierungsgrad in der Softwarelandschaft und im Maschinenpark? Wie professionell werden Marketing- und Vertriebsaktivitäten umgesetzt? Wie gut ist das Unternehmen in Automatisierung und Digitalisierung?

Die Erhebungsbögen seien so aufgebaut, dass eine subjektive Selbsteinschätzung weitgehend ausgeschlossen sei, sagte Jens Lüdtke. Den Zeitaufwand, um die rund 250 Kennwerte einzutragen, bezifferte er – je nach dem Grad der Datenaufbereitung im Unternehmen – mit zwei Stunden bis hin zu einem Tag.

Jedem Teilnehmer liefert der Zukunftsindex „Zindex“ die Möglichkeit die eigene Position zu bestimmen und im Branchenvergleich einzuordnen. Der Branchenindex „Bindex“ zeigt den Status Quo und die Entwicklungen der Gesamtbranche. Die Initiative will so Markttransparenz und Vergleichbarkeit schaffen, Trends aufzeigen sowie konkrete Handlungsempfehlungen und die Grundlage für Zukunftsentscheidungen liefern.

Um die Initiative weiterzuentwickeln und zu etablieren, sollen die Teilnehmer in Form einer Genossenschaft beteiligt werden. Diese Organisationsform sei ein Garant dafür, dass die Daten in guten Händen sind, denn so gehörten sie den Werkzeugbauer selbst. Die Unternehmensdaten werden der Genossenschaft nur zur Erstellung des Markspiegels zur Verfügung gestellt und, durch einen neutralen Treuhänder anonymisiert verteilt.

Aktuell befinden sich die Projektverantwortlichen in der Konkretisierung des Gründungsvorhabens und des Preismodells. Angestrebt wird für Mitglieder ein Preis von 1000 bis 1500 Euro pro jährlichem Report. Unter dem Motto „Vom Werkzeugmacher zum Zukunftsmacher“ soll die künftige Marktspiegel Werkzeugbau e.G. zum Kompetenzträger für Zukunftsfähigkeit werden. Interessenten können sich anmelden unter:

www.marktspiegel-werkzeugbau.com



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