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Digitalisierung: Digital Way fokussiert IT in der Zerspanung

AMB 2018: Digitalisierung Sonderveranstaltungen zur digitalen Fertigung
Mittler zwischen den Welten

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Die Sonderschau Digital Way im Rahmen der Fachmesse AMB rückt die Digitalisierung in den Fokus der spanenden Fertigung. Bild: Messe Stuttgart
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Der Ausstellungsbereich Digital Way auf der AMB bündelt IT-Lösungen und Anwendungserfahrungen. Aber auch andere Sonderveranstaltungen widmen sich der Digitalisierung der Produktion.

Mit der Sonderschau Digital Way hat die Messe Stuttgart dem aktuellen Hypethema eine neue Plattform geschaffen. „Das Konzept besteht aus Kongress, Begleitausstellung und Showcases. Besucher können hier echte Anwendungsbeispiele und Best-Practices live erleben“, sagt Gunnar Mey, Abteilungsleiter Industrie bei der Messe Stuttgart. Die Sonderschau soll Anbietern und Anwendern Orientierung bieten, wie sich die Forderungen nach Umsatzwachstum, Kostenersparnis, insbesondere durch eine Effizienzsteigerung der Maschinen und eine höhere Produktivität der Mitarbeiter erfüllen lassen. „Mit diesem neuen Format unterstreicht die AMB ihre Position als Leitmesse der metallverarbeitenden Industrie. Alle sprechen von der Digitalisierung – mit dem Digital Way wollen wir zeigen, wie Geschäfts- und Produktionsprozesse ganz konkret optimiert werden können und welche digitalen Geschäftsmodelle es gibt“, erläutert Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart.

Fachkonferenz beleuchtet vernetzte Abläufe in Unternehmen

Neben einer hochkarätigen Expertenkonferenz, die in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Software und Digitalisierung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) stattfindet, sowie einer ergänzenden Begleitausstellung mit mehr als 50 Unternehmen, demonstrieren interaktive Show-Cases das Zusammenspiel vernetzter Abläufe in Unternehmen und beschreiben deren Mehrwert. Die Konferenz startet am 18. September mit den Themen Simulationstechnik und Digitaler Zwilling. Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen runden den Konferenztag ab.

In der Begleitausstellung präsentieren sich Hersteller von Softwarelösungen im Bereich digitaler Geschäftsprozesse und -modelle, digitaler Produktion und Produktentwicklung, digitalem Service, Softwareentwicklung sowie Dienstleister und Hardware-Hersteller.

Das neue Konzept stößt laut den Veranstaltern auf großes Interesse – sowohl bei Verbänden als auch in der IT und in der metallverarbeitenden Industrie. Prof. Claus Oetter, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbands Software und Digitalisierung des VDMA, betont: „Die Synergie zwischen IT und Software-Industrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau macht die Innovation in der Digitalisierung aus. Erst durch die Industrie entstehen für Produzenten und Kunden nutzbringende neue Produkte in der digitalisierten Welt.“ Auch Thomas Hösle, Geschäftsführer von Elabo – einem Tochterunternehmen der Euromicron-Gruppe – sieht in der Kombination der Messe plus und Digital Way eine Bereicherung: „Hartnäckig halten sich Vorurteile, dass Standards für die Digitalisierung fehlen, die Kosten für die Umsetzung zu hoch sind und die notwendige Man-Power insbesondere in kleinen Mittelstandsunternehmen nicht verfügbar ist. Diese gilt es jetzt auszuräumen und diesen Trend nicht zu verschlafen. Denn: Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt.“

Vernetzung erfordert standardisierte Schnittstellen

Damit digitale Vernetzung aber zum Erfolg werden kann, müssen sich die Systeme möglichst unkompliziert in Netzwerke integrieren lassen. Dabei sind in der Regel die Schnittstellen zwischen den Digitalisierungselementen die große Herausforderung. Sie bilden quasi das Nadelöhr auf dem Weg zur digitalen Vernetzung. Für Industrie 4.0 müssen sich die anfallenden Daten nicht nur erfassen, sondern auch herstellerübergreifend austauschen lassen. Standardisierung ist der einzige Weg, diese Hürde zu nehmen. Sie wird ein Thema auf dem „Digital Way“ sein.

Werkzeugmaschinen erreichen zwar schon heute einen hohen Grad an Perfektion, wer künftig aber noch nennenswerte Verbesserungen erzielen will, der kann das nur im Zusammenspiel mit den anderen Komponenten des Gesamtsystems – auch unternehmensübergreifend. Das hat auch der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) erkannt. Mit seiner Brancheninitiative für eine standardisierte Konnektivität zwischen Maschinen und IT-Systemen legte der Verband einen Fahrplan vor. „Das Ziel ist, einen Standard fürs Anbinden unterschiedlichster Maschinensteuerungen an eine gemeinsame Schnittstelle – einen Connector – zu entwickeln und softwaretechnisch zu implementieren“, erklärte der VDW-Vorsitzende Dr. Heinz-Jürgen Prokop anlässlich der Vorstellung auf der EMO 2017. Aktuelle Ergebnisse will der Verband anlässlich der AMB vorstellen (Foyer ICS, Stand DW088).

Zukunftsthemen an einen Ort

Dass die VDW-Initiative ein Schritt in die richtige Richtung ist, davon ist auch Prof. Eberhard Abele überzeugt: „Industrie 4.0 wird im Produktionsbetrieb nur vorankommen, wenn es möglichst einfach wird, die Komponenten zu vernetzen.“ Der Leiter des Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstad betont, es sei wünschenswert, dass diese Standards in Deutschland gesetzt würden, denn „es ist ja fast ein Naturgesetz, dass derjenige, der die Standards setzt, gewisse Vorteile am Markt hat“.

Die Innovationsschau des PTW (Halle 10, Stand E51) ist einer der Leuchttürme der AMB. Die Forscher haben sich in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, die relevanten Zukunftsentwicklungen konzentriert zu zeigen. Auf geführten Stand-Touren werden die Themen erläutert und eingeordnet.

Mittelstand hat in Sachen digitaler Vernetzung Luft nach oben

Gerade in kleinen und mittlerren Unternehmen besteht in Sachen Digitalisierung noch viel Luft nach oben. Das jedenfalls erfuhr die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in einer Befragung unter Mittelständlern. Demnach liegt der Anteil der Mittelständler, die in den zurückliegenden drei Jahren erfolgreich Digitalisierungsprojekte abgeschlossen haben, im F&E-intensiven verarbeitenden Gewerbe bei 31 %. Mit der Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen befassten sich bislang nur 19 % der Projekte. Hemmnisse seien vor allem fehlende IT-Kompetenzen, der Datenschutz, Unternehmens- und Arbeitsorganisation sowie eine mangelnde Qualität der Internetverbindungen. Die KfW empfiehlt dennoch dringend, die Digitalisierung im deutschen Mittelstand weiter voranzutreiben.

Weitere Infos zur Sonderschau Digital Way sowie das Konferenzprogramm finden Sie unter http://hier.pro/Ju2fy. (mw)

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