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Oberflächentechnik: Der Weg zu perfekt entfetteten Teilen

Lohnentfettung
Oberflächentechnik: Perfekt entfettete Teile

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Der Automobilzulieferer Ernst Klimmer muss hohe Anforderungen hinsichtlich Bauteilsauberkeit erfüllen. Daher beauftragt er Richard Geiss mit der Entfettung seiner Flansche und Platten.

Sabrina Deininger
Redakteurin, Jensen Media

Die Bauteile, welche Ernst Klimmer in Burgau fertigt, sind in vielen deutschen Autos verbaut. Man sieht sie nur nicht, denn sie finden sich zum Beispiel in Türen und im Antriebsstrang. Auf einer Produktionsfläche von 25.500 m2 verarbeitet das Unternehmen jährlich rund 20.000 t Stahl, Edelstahl und Aluminium. Es produziert Stanz- und Umformteile mit bis zu 1000 kN Druckkraft. Die Anforderungen an die Qualität der Teile ist hoch – auch in puncto Bauteilsauberkeit.

Klimmer ist daher Kunde der ersten Stunde in der Lohnentfettung bei Richard Geiss. „Mittlerweile kommt jeden Tag ein Fahrzeug vorbei und bringt unsere Teile zum Entfetten nach Offingen, im Schnitt sind das 75 Gitterboxen pro Woche“, erklärt Torsten Klimmer, geschäftsführender Gesellschafter. „Wir haben zwar im Haus eine Anlage, mit der wir Teile selbst waschen, aber Bauteile mit einem anspruchsvollen Reinigungsergebnis lassen wir alle bei Richard Geiss reinigen.“

Die Spezialität von Klimmer ist das Umformen von Edelstahl. Dabei weist das Bauteil an den belasteten Stellen oft eine höhere Blechstärke auf als das Ausgangsmaterial. „Manche Geometrien sind extrem schwierig umzuformen und bei der Bearbeitung benötigen wir viel Öl“, betont Klimmer. Je höher der Öleintrag, desto höher auch die Herausforderung an die anschließende Entfettung. Damit die Automobilhersteller in ihrem eigenen Produktionskreislauf keine Probleme bekommen, fordern sie gereinigte Metallteile, die anschließend problemlos geschweißt und lackiert werden können. Klimmer: „Diese Ölmenge könnten wir mit unserer eigenen, alkalischen Waschanlage nicht von den Bauteilen entfernen. Das Medium wäre innerhalb kürzester Zeit gesättigt und müsste aufbereitet werden.“

Große Metalldicken fordern großes Know-how bei der Entfettung

Daher übernimmt Richard Geiss die Lohnentfettung der Teile von Klimmer in einer 800 m2 großen Halle mit zwei Lösemittelanlagen, die mit eigenen Lösemitteln betrieben werden; die eine mit Perchlorethylen Geiss Per HS und die andere mit modifiziertem Alkohol RG Cleaner 63. Das Leistungsspektrum beinhaltet sämtliche Schritte vom Vollbadreinigen über Fluten, Schwallfluten und Dampfentfetten bis hin zum Konservieren und Vakuumtrocknen. Dabei werden bei der Entfettung sehr hohe Oberflächenspannungen erreicht, an die viele Hersteller mit eigenen Entfettungsanlagen nicht herankommen.

„Andere Lohnentfetter kriegen Schweißperlen auf der Stirn, wenn sie sehen, wie viel Öl auf unseren Anlagen gefahren wird und mit welchem Öleintrag wir es zu tun haben. Für uns ist das aber kein Problem. Wir destillieren die eingesetzten Lösemittel gleich nebenan in der Nachbarhalle und führen das aufbereitete Lösemittel wieder in die Anlagen zurück, ein perfekter Kreislauf also“, erklärt Bastian Geiss, geschäftsführender Gesellschafter. Das unternehmenseigene Labor überwacht zudem permanent das eingesetzte Lösemittel – für eine stabile und effiziente High-End-Entfettung. „Das ist Prozesssicherheit pur und unsere Kunden reduzieren das Ausfallrisiko auf ein Minimum. Denn wenn das Lösemittel in der Anlage bei einem Kunden kippt, kann dies unter Umständen zu langen Ausfallzeiten führen. Das kann sich gerade in der Automobilindustrie niemand leisten“, betont Waseem Rana, Leiter Lohnentfettung bei Richard Geiss.

Stabiler Entfettungsprozess innerhalb von zwei Tagen

Mit einer stabilen Entfettung und einer Durchlaufzeit von ein bis zwei Tagen bietet Richard Geiss für Klimmer eine hohe Prozesssicherheit und dank der kurzen Transportwege auch eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis. Daneben schätzt der Automobilzulieferer vor allem die große Flexibilität. „Gerade im Automotivbereich kommt es nicht selten vor, dass wir kurzfristig produzieren und liefern müssen“, so Klimmer. Für dringende Entfettungsaufträge organisiert Richard Geiss einen Sondertransport nach Burgau und am nächsten Tag stehen die gereinigten Teile wieder bei Klimmer. Richard Geiss stellt bei Bedarf Gitterboxen und Ölauffangwannen zur Verfügung. Das bedeutet: weniger Umschlag, minimiertes Risiko von Beschädigungen oder nachträglichen Verunreinigungen der Bauteile und natürlich eine große Zeitersparnis.

Auch besondere Anforderungen sind für die Lösemittel-Spezialisten kein Problem. So forderte ein großer deutscher Automobilhersteller beispielsweise für seine Gewindedurchzüge von Klimmer einen speziellen Korrosionsschutz, der schweißbar und lackierbar sein musste. „Da mussten auch wir ganz schön tüfteln, bis wir überall eine einheitliche Schichtdicke hinbekommen haben“, betont Geiss.

Auch in puncto Nachhaltigkeit liegen die beiden Unternehmen auf einer Wellenlänge: Bei den Lösemitteln, die Richard Geiss einsetzt, handelt es sich um hochwertige Recycling-Ware, also hochreine Destillate, die 100 % der Qualität der Originalware erreichen. Klimmer: „Ich weiß, dass in Offingen ordentlich mit den Lösemitteln umgegangen wird und sie sinnvoll eingesetzt und recycelt werden. Außerdem konnten wir mit Richard Geiss unsere Transportwege bei der Lohnentfettung deutlich reduzieren, was Emissionen spart.“

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